Tarifrunde, Metall

Tarifrunde 2026: IG Metall fordert Reallöhne für 360.000 Beschäftigte

26.06.2026 - 17:32:26 | boerse-global.de

Die IG Metall eröffnet die Diskussion über neue Tarifforderungen, während bei VW Stellenabbau droht und Mercedes über Arbeitszeiten streitet.

IG Metall startet Tarifdebatte: Konflikte bei VW und Mercedes
Tarifrunde - Nahaufnahme der Hände eines Fabrikarbeiters, der einen Schraubenschlüssel hält, mit verschwommenen Maschinen im Hintergrund. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Hintergrund: eine zunehmend angespannte wirtschaftliche Lage in der Kernindustrie. Während die ersten Gespräche über Entgelte und Beschäftigungssicherung laufen, verschärfen sich die Konflikte um Standortschließungen und Arbeitszeitmodelle bei Volkswagen und Mercedes-Benz.

Auftakt in der Metall- und Elektroindustrie

Am 25. Juni startete der Bezirk IG Metall Mitte die offizielle Diskussion über die kommenden Tarifforderungen. Rund 360.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen sind betroffen. Bereits einen Tag zuvor war die regionale Tarifkommission zusammengekommen, um die Eckpunkte zu beraten.

Parallel bereitet die Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen die Tarifrunde für die nordwestdeutsche Stahlindustrie vor. Die wirtschaftliche Lage ist schwierig – laut Gewerkschaft sind nahezu alle Betriebe betroffen. Eine Nullrunde bei den Entgelten wurde aber bereits ausgeschlossen. Die Schwerpunkte: Sicherung von Arbeitsplätzen, Reallöhne und Fachkräftegewinnung. Die konkrete Forderung soll im September festgelegt werden.

Massive Drohkulisse bei Volkswagen und Mercedes-Benz

Für Aufsehen sorgten am heutigen Freitag Berichte über einen möglichen massiven Stellenabbau bei Volkswagen. Spekulationen über den Wegfall von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen führten zu scharfer Kritik der Arbeitnehmervertreter. Die IG Metall warf dem Konzernvorstand eine unverantwortliche Kommunikation vor und kündigte gemeinsam mit dem Betriebsrat Widerstand gegen mögliche Werksschließungen an.

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Gleichzeitig schwelt ein Konflikt bei Mercedes-Benz über die künftige Gestaltung der Arbeitszeit. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ergun Lümali lehnte Forderungen nach einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich entschieden ab. Zuvor hatte der Aufsichtsratsvorsitzende eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ins Gespräch gebracht. Aktuell gilt bei Mercedes-Benz die 35-Stunden-Woche – konkrete Verhandlungen über eine Änderung gibt es laut Arbeitnehmervertretern nicht.

Protestwellen gegen Sozialabbau und Transformationsstopp

Um den Druck zu erhöhen, hat die IG Metall in Nordrhein-Westfalen eine Serie von Protestaktionen angekündigt. Zwischen dem 1. und 18. Juli sind landesweit 14 Kundgebungen und Demonstrationen geplant. Die Protestwelle startet am 1. Juli in Köln und endet mit einer Abschlussveranstaltung am 18. Juli in Lüdenscheid. Auch andere DGB-Gewerkschaften beteiligen sich – die Aktionen richten sich gegen einen befürchteten Sozialabbau.

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Zusätzlich fordert die Gewerkschaft einen nationalen Stahlgipfel. Hintergrund ist unter anderem die Entscheidung von ArcelorMittal, Projekte zur grünen Transformation in Deutschland vorerst zu stoppen. Die IG Metall mahnte: Die ökologische Umgestaltung der Industrie dürfe nicht zum Erliegen kommen. Sie forderte verlässliche Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in den betroffenen Werken.

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