Tarifkonflikt eskaliert: Verdi-Streiks bei Ikea mit 8.000 Beschäftigten
20.06.2026 - 00:39:14 | boerse-global.de
Gleich mehrere Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für 2026 nach unten korrigiert.
Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erwartet für dieses Jahr nur noch ein BIP-Plus von 0,6 Prozent. Im März lag die Prognose noch bei 0,9 Prozent. Auch 2027 bleibt mau: Gerade einmal 0,9 Prozent Wachstum stehen auf dem Zettel. IMK-Direktor Sebastian Dullien macht vor allem die Folgen des Iran-Krieges dafür verantwortlich.
Das BAG hat entschieden: Wer jetzt noch kein System hat, handelt rechtswidrig. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeiterfassung schnell und rechtssicher in Ihrem Betrieb umsetzen. Gratis E-Book zur Arbeitszeiterfassung jetzt herunterladen
Das Ifo-Institut sieht es ähnlich düster. Die Münchner rechnen mit 0,8 Prozent Wachstum für 2026. Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser verweist auf den Energiepreisschock. Der fresse den Verbrauchern rund 34 Milliarden Euro an Kaufkraft aus der Tasche.
Bundesbank: Flaute bis zum Herbst
Auch die Bundesbank malt kein rosiges Bild. In ihrem Monatsbericht vom Juni heißt es: Die wirtschaftliche Talfahrt dürfte erst im Herbst enden. Für das zweite Quartal 2026 erwarten die Notenbanker eine Stagnation. Und die Inflation? Die könnte in den kommenden Monaten wieder über die Drei-Prozent-Marke klettern.
Tarifkonflikte eskalieren
Die angespannte Lage schlägt sich auf die Arbeitskämpfe nieder. Verdi hat ihre Warnstreiks im Handel ausgeweitet. Am 19. Juni legten Beschäftigte in 31 Ikea-Filialen die Arbeit nieder. Mehr als 8.000 Mitarbeiter machten mit.
Die Gewerkschaft fordert 7 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten eine zweistufige Erhöhung: 2 Prozent ab November 2026, weitere 1,5 Prozent ab August 2027. Die Gesamtlaufzeit: 24 Monate.
Zusätzlichen Druck macht die Preisentwicklung. Die Erzeugerpreise stiegen im Mai um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist der stärkste Anstieg seit Mai 2023. Grund sind die gestiegenen Kosten für Energie und Vorleistungsgüter – eine direkte Folge der internationalen Konflikte.
Arbeitszeitreform: Mehr Flexibilität für Tarifbetriebe
Parallel zu den Krisen treibt die Bundesregierung eine Reform des Arbeitszeitgesetzes voran. Der Referentenentwurf sieht vor: Tarifgebundene Betriebe sollen künftig eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit vereinbaren können. Außerdem ist eine elektronische Arbeitszeiterfassung geplant.
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall zeigt sich wenig begeistert. Man kritisierte den Entwurf als Rückfall in veraltete Regulierungsmuster.
KI frisst Jobs – und bringt mehr Geld
Langfristig steht der Arbeitsmarkt vor einem massiven Umbruch. Eine Jugendstudie zeigt: Über die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen erwartet, dass KI einfache Tätigkeiten überflüssig macht. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet damit, dass in den nächsten 15 Jahren rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze betroffen sein könnten.
Der technologische Wandel durch KI bietet auch im privaten Bereich enorme Chancen zur Zeitersparnis. Dieser kostenlose PDF-Report erklärt verständlich, wie Sie KI-Tools wie ChatGPT effektiv für Ihre Alltagsorganisation und Planung nutzen können. Kostenlosen KI-Alltagshelfer-Report sichern
Der Wandel ist bereits sichtbar. Laut Bertelsmann-Stiftung sank der Anteil der Industriebeschäftigten von 22 Prozent im Jahr 2014 auf 19 Prozent im Jahr 2026. Die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor fiel auf 6,6 Millionen. Auch der Lohnvorteil der Industrie gegenüber anderen Branchen schrumpfte deutlich.
Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Wer KI-Kompetenzen vorweisen kann, verdient bei einem Jobwechsel im Schnitt 17,3 Prozent mehr. Wechsler ohne diese Kenntnisse kommen nur auf 11,1 Prozent. Die neue Technologie ist also nicht nur Fluch – für die richtigen Leute ist sie ein echtes Karriereticket.
