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Tankrabatt startet mit stark fallenden Preisen

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 14:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

MÜNCHEN - Der Tankrabatt hat zum Start für stark fallende Spritpreise gesorgt.

(neu: Einschätzung des ADAC)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Tankrabatt hat zum Start für stark fallende Spritpreise gesorgt. Bereits um Mitternacht wurden Benzin und Diesel abrupt billiger. Bis zum Mittag ging es noch deutlich weiter nach unten. Um 8.00 Uhr ermittelte der ADAC für Super E10 einen Rückgang beim bundesweiten Durchschnittspreis um 14,5 Cent und für Diesel von 15,2 Cent im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt am Vortag.

Bis um 11.45 Uhr - typischerweise ist Kraftstoff kurz vor dem Mittagssprung am billigsten - sank der Preis für E10 auf 2,052 Euro pro Liter, für Diesel auf 2,197 Euro. Das entsprach einem etwas niedrigeren Unterschied zum Vortageswert. Allerdings fiel der Mittagssprung dann etwas geringer aus. Die Preise kletterten bis 12.15 Uhr um rund 20 Cent.

Trotz eines leicht sinkenden Ölpreises sehe man die Steuersenkung in den Preisen "zumindest weitgehend abgebildet", heißt es vom ADAC. Er forderte die Mineralölkonzerne allerdings dazu auf, "zeitnah die volle Energiesteuersenkung von rund 17 Cent weiterzugeben".

E10 oft unter 2 Euro

Vielerorts wurde Superbenzin der günstigeren Sorte E10 am Morgen und Vormittag für weniger als 2 Euro angeboten, wie aus dem Portal des ADAC hervorgeht. Hier gibt es allerdings regionale Unterschiede: In München, Stuttgart oder Leipzig gab es sehr viele solcher Angebote. In Berlin waren es zahlreiche, in Hamburg und Köln gab es dagegen nur wenige bis kaum solcher Angebote. Für den zuletzt deutlich teureren Diesel-Kraftstoff blieben die Preise in der Regel aber klar über zwei Euro.

Morgens und vormittags sind die Preise seit Einführung der 12-Uhr-Regel typischerweise am niedrigsten. Mittags steigen sie dann stark an - oft um mehr als 20 Cent pro Liter. Auch am Donnerstag fiel der Preissprung deutlich aus und sorgte dafür das es zumindest vorübergehend praktisch keine Angebote mehr unter 2 Euro pro Liter gab.

Vereinzelte Schlangen

Viele Menschen hatten aber bereits vorher zum Zapfhahn gegriffen. An vielen Tankstellen gab es am späten Vormittag regen Betrieb, vereinzelt kam es sogar zu Schlangen.

Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel, die Tanklager und Raffinerien verlassen, ein Steuernachlass von 16,7 Cent pro Liter. Wie vollständig dies an die Verbraucher weitergegeben wird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Es gibt keine direkte Verpflichtung der Tankstellen, die Preise zu senken. Zudem sind Berechnungen dazu komplex. Der ADAC mahnte allerdings, dass die "Preissenkungen nicht durch spätere Erhöhungen wieder einkassiert werden" dürften.

Die Preise waren bereits am Dienstag und Mittwoch gefallen. Am Mittwoch hatte ein Liter E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt laut ADAC 2,242 Euro gekostet - das waren 3,4 Cent weniger als am Montag, ein Liter Diesel hatte mit 2,390 Euro zu Buche geschlagen und war damit 3,5 Cent billiger als am Montag.

Schon beim vorigen Tankrabatt war umstritten, wie vollständig er weitergegeben wurde. Auch damals hatte sich aber bereits mitten in der Nacht ein deutlicher Rückgang gezeigt. Forscher des Ifo-Instituts haben bereits angekündigt, dass sie die Weitergabe - wie schon beim ersten Tankrabatt - genau analysieren wollen.

September war mit Abstand teuerster Tankmonat bisher

Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt als Reaktion auf die aktuell extrem hohen Spritpreise auf den Weg gebracht. Der September war der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher. Das hatte sich sogar in der Inflationsrate niedergeschlagen.

Die Maßnahme ist umstritten. Der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso kritisierte, dass man aus dem letzten Tankrabatt "nichts gelernt" habe. "Schon damals kam nicht die gesamte Steuersenkung an der Zapfsäule an. Trotzdem geben Bund und Länder erneut rund 2,5 Milliarden Euro Steuergelder aus, ohne dass das Geld gezielt bei denen landet, die es am nötigsten brauchen. Wer viel tankt und ein großes Auto fährt, bekommt am meisten." Statt an der Zapfsäule zu experimentieren, sollte die Bundesregierung direkte Zahlungen an einkommensschwache Haushalte und kleine Betriebe vorbereiten.

Auch der Chef des Ifo-Instituts in München, Clemens Fuest, sagte auf Anfrage, der Tankrabatt sei nicht die richtige Antwort. Unter den profitierenden Vielfahrern mit großen Autos seien "viele, die sich die hohen Preise leisten können und bei denen es nicht zu rechtfertigen ist, dass zu ihren Gunsten Lasten umverteilt werden."

Die Mineralölwirtschaft widerspricht dem Vorwurf, dass der Nachlass nicht komplett ankomme. Befürworter des Rabatts verweisen unter anderem darauf, dass es aktuell kein besseres Mittel gebe, um Autofahrer zu entlasten.

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