Tankrabatt: Spritpreise fallen nachts um bis zu 11 Cent – E10 vielerorts unter 2 Euro
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 05:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer neue Tankrabatt hat die Spritpreise in der Nacht zum 1. Oktober vielerorts deutlich sinken lassen.
Preise fallen binnen einer Stunde
Auf dem Portal Tankerkönig gingen die deutschlandweiten Durchschnittspreise für Benzin und Diesel zwischen 23.41 Uhr und 0.41 Uhr um rund 10 bis 11 Cent je Liter zurück. Auch am frühen Morgen lag die Preisdifferenz im Vergleich zum selben Zeitpunkt am Mittwoch in dieser Größenordnung.
Superbenzin der günstigeren Sorte E10 wurde an vielen Tankstellen für weniger als zwei Euro je Liter angeboten. Das zeigen Daten aus dem Portal des ADAC. Die Verteilung war regional unterschiedlich.
Große Unterschiede zwischen Städten
In München, Stuttgart und Leipzig gab es besonders viele Angebote unter zwei Euro. In Berlin waren solche Preise zahlreich, in Hamburg dagegen nur vereinzelt zu finden. In Köln wurde am Morgen keine Tankstelle mit einem entsprechenden Angebot angezeigt.
Die bundesweiten Durchschnittspreise lagen bei Tankerkönig dennoch deutlich über zwei Euro. Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel, die Tanklager und Raffinerien verlassen, ein Steuernachlass von 16,7 Cent je Liter.
Weitergabe nicht vorgeschrieben
Ob der gesamte Steuervorteil an den Zapfsäulen ankommt, soll sich in den nächsten Tagen zeigen. Eine direkte Verpflichtung der Tankstellen zur vollständigen Preissenkung gibt es nicht. Zudem waren die Preise bereits am Dienstag und Mittwoch zurückgegangen.
Schon beim früheren Tankrabatt war umstritten, wie umfassend die Entlastung weitergegeben wurde. Der September war nach Angaben aus der dpa-Meldung der bislang teuerste Tankmonat. Die Bundesregierung hatte den neuen Rabatt als Reaktion auf die außergewöhnlich hohen Spritpreise beschlossen.
Kritik an der Maßnahme
Kritiker bemängeln unter anderem, der Rabatt sei ungenau, schwäche den Anreiz zum Spritsparen und komme möglicherweise nicht vollständig bei den Verbrauchern an. Die Mineralölwirtschaft widerspricht dem Vorwurf einer unzureichenden Weitergabe. Befürworter verweisen darauf, dass es derzeit kein besseres Instrument zur schnellen Entlastung von Autofahrern gebe.
Entlastung trifft auf hohes Preisniveau
Der Tankrabatt senkt die Energiesteuer vom 1. Oktober bis zum Jahresende um 14,04 Cent je Liter. Weil darauf zusätzlich weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von rund 16,7 Cent. Für eine Tankfüllung von 50 Litern entspricht das etwa 8,35 Euro, sofern der Vorteil vollständig weitergegeben wird.
Die Maßnahme setzt an einem außergewöhnlich hohen Ausgangsniveau an. Der September war der bislang teuerste Tankmonat; im bundesweiten Durchschnitt kostete E10 zuletzt rund 2,27 Euro, Diesel etwa 2,38 bis 2,39 Euro je Liter. Als wichtige Preistreiber gelten die Folgen des Krieges im Nahen Osten für die Ölexporte sowie begrenzte Raffineriekapazitäten.
Keine Garantie für den Endpreis
Der Steuernachlass wird innerhalb der Lieferkette wirksam und ist nicht als direkte Auszahlung an Autofahrer ausgestaltet. Eine gesetzliche Pflicht, den gesamten Betrag an der Zapfsäule weiterzugeben, besteht nicht. Deshalb können Einkaufspreise, Transportkosten, Margen und die regionale Wettbewerbssituation den tatsächlichen Preis beeinflussen.
Für Verbraucher bleiben Preisvergleich und der Zeitpunkt des Tankens entscheidend. Nach der geltenden Zwölf-Uhr-Regel können Tankstellen ihre Preise mittags erhöhen, aber jederzeit senken. Zugleich belastet der Rabatt den Staatshaushalt mit voraussichtlich knapp 2,5 Milliarden Euro und setzt den Anreiz zum Spritsparen teilweise herab.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR: „Tankrabatt: Kommt diesmal mehr Entlastung beim Verbraucher an?“ (30.09.2026)
Der Bericht bestätige den rechnerischen Steuervorteil von rund 16,7 Cent je Liter, hebe aber hervor, dass es keine gesetzliche Pflicht zur vollständigen Weitergabe gebe. Anders als die aktuelle dpa-Meldung, die bereits beobachtete Preisrückgänge beschreibt, richte der Beitrag den Schwerpunkt auf die rechtlichen Grenzen und die Erfahrungen mit dem ersten Tankrabatt.
Berliner Zeitung: „Tankrabatt ab dem heutigen Donnerstag – was Autofahrer heute Früh wissen müssen“ (30.09.2026)
Der Artikel bestätige den Start des Rabatts und die rechnerische Entlastung von 16,7 Cent, stelle jedoch die vollständige Weitergabe infrage. Zusätzlich erläutere er die Zwölf-Uhr-Regel und verweise auf die Erwartung, dass die Preise kurz vor Mittag besonders niedrig seien; offen bleibe damit, wie stark die regional unterschiedlichen Rückgänge dauerhaft beim Verbraucher ankämen.
Beide Beiträge stimmten mit der dpa-Meldung beim Steuermechanismus und bei der fehlenden Garantie für den Endpreis überein. Unterschiede lägen vor allem im Schwerpunkt: Während der aktuelle Bericht die unmittelbaren Preisbewegungen zum Start dokumentiere, betonten die Fremdberichte die Weitergabe, die Kosten für den Staat und das Verbraucherverhalten.
