Tankrabatt, Spritpreise

Tankrabatt: Ifo sieht Lücke bei E10 und Diesel

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 13:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Tankrabatt kommt nach einer Ifo-Auswertung der ersten fünf Tage bislang nicht vollständig bei den Autofahrern an. Besonders bei E10 bleibt eine Lücke, während die Preise zuletzt wieder leicht nachgaben.

  • So billige Spritpreise sind derzeit nur sehr selten zu finden. (Archivbild) - Bild: Robert Michael/dpa
    So billige Spritpreise sind derzeit nur sehr selten zu finden. (Archivbild) - Bild: Robert Michael/dpa
  • Am ersten Tag des Tankrabatts waren die Preise schnell gefallen. (Archivbild) - Bild: Bodo Marks/dpa
    Am ersten Tag des Tankrabatts waren die Preise schnell gefallen. (Archivbild) - Bild: Bodo Marks/dpa
So billige Spritpreise sind derzeit nur sehr selten zu finden. (Archivbild) - Bild: Robert Michael/dpa Am ersten Tag des Tankrabatts waren die Preise schnell gefallen. (Archivbild) - Bild: Bodo Marks/dpa

Der Tankrabatt wird nach einer Auswertung des Ifo-Instituts und nach Einschätzung des ADAC bislang nur teilweise an die Verbraucher weitergegeben.

Diesel und Benzin unterschiedlich betroffen

Beim Diesel gaben Tankstellen in den ersten fünf Tagen durchschnittlich 15 der 17 Cent Steuersenkung je Liter weiter, sagte Ifo-Experte Florian Neumeier. Bei Superbenzin E5 waren es gut 16 Cent, bei E10 15 Cent.

Der ADAC sieht vor allem bei E10 eine deutlichere Lücke zum rechnerisch möglichen Preisrückgang von rund 17 Cent. Bei Diesel komme die Entlastung dagegen zu einem großen Teil bei den Verbrauchern an, zugleich gebe es weiter Spielraum für niedrigere Preise.

Weitergabe schwankt von Tag zu Tag

Nach Ifo-Angaben wurde der Rabatt am 1. Oktober vollständig weitergegeben, am Wochenende dagegen nur unvollständig. Bei E10 sank die errechnete Weitergabe von Donnerstag bis Sonntag um rund sieben Cent; am Montag lag sie wieder bei mehr als 15 Cent.

Bei Diesel verlief die Kurve ähnlich, allerdings mit geringeren Ausschlägen. Die unterschiedliche Bewertung durch Ifo und ADAC erklärt sich auch durch abweichende Vergleichszeiträume und Methoden: Das Ifo vergleicht die deutsche Preisentwicklung mit Frankreich, während der ADAC die tatsächlichen Marktpreise in Deutschland betrachtet.

Preise geben zuletzt nach

Nach ADAC-Daten kostete E10 am Dienstag bundesweit durchschnittlich 2,126 Euro je Liter. Das waren 0,6 Cent weniger als am Montag, aber weiterhin mehr als am ersten Tag des Tankrabatts.

Diesel kostete 2,233 Euro je Liter und damit 1,2 Cent weniger als am Vortag sowie weniger als zum Start des Rabatts. Auch für Mittwoch deuteten Daten des Portals Tankerkönig auf einen weiteren leichten Rückgang hin.

Branchenverband widerspricht

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie en2x weist die Einschätzungen von Ifo und ADAC zurück. Die gesamte Steuerentlastung von 17 Cent je Liter komme durchweg und vollständig bei den Tankkunden an, erklärte der Verband.

Bei den Gegenberechnungen würden unter anderem wechselnde Kosten für die gesetzliche Bioquote und Transporte berücksichtigt. Der Tankrabatt gilt seit dem 1. Oktober; der Bund verzichtet dabei auf Energie- und Mehrwertsteuer in Höhe von 16,7 Cent pro Liter.

Kritik an der Zielgenauigkeit

Ifo-Experten bewerten die Maßnahme kritisch, weil sie den Verbrauchsanreiz dämpfe und Kaufentscheidungen verzerren könne. Haushalte mit geringem Einkommen, kleinen Autos und geringer Kilometerleistung profitierten nach Einschätzung des Instituts kaum.

Das Ifo will erneut einen Tracker zur Weitergabe des Rabatts veröffentlichen. Schon beim Tankrabatt im Mai und Juni waren die Wirtschaftsforscher zu dem Ergebnis gekommen, dass die Entlastung nicht vollständig weitergegeben worden sei; en2x hatte auch damals widersprochen.

Was die Zahlen zeigen

Die ersten fünf Tage des Tankrabatts ergeben kein einheitliches Bild. Der vom Bund gewährte Steuernachlass beträgt rund 16,7 Cent je Liter, doch die beobachtete Weitergabe unterscheidet sich nach Kraftstoffsorte und Wochentag. Besonders bei E10 schwankten die Preise deutlich.

Für Verbraucher bedeutet das: Die Entlastung hängt nicht nur vom gesetzlichen Steuerrabatt ab, sondern auch von Einkaufskosten, regionalem Wettbewerb und dem Zeitpunkt des Tankens. Preisvergleiche bleiben deshalb wichtig. Ein bundesweiter Durchschnitt bildet zudem nicht ab, wie stark sich einzelne Tankstellen voneinander unterscheiden.

Streit über die richtige Messung

Ifo und ADAC bewerten die Entwicklung unterschiedlich, weil sie verschiedene Zeiträume und Methoden verwenden. Das Ifo gleicht allgemeine Marktschwankungen über einen Vergleich mit Frankreich aus; der ADAC betrachtet die tatsächlichen Preisverläufe in Deutschland. Der Branchenverband en2x hält dagegen, Kosten für Bioquote, Transporte und Weltmarktpreise beeinflussten die Durchschnittswerte.

Politische Bedeutung

Der Streit knüpft an die Debatte über die Zielgenauigkeit des Rabatts an. Die Maßnahme entlastet auch Haushalte mit hohem Kraftstoffverbrauch, während Menschen ohne Auto oder mit geringer Fahrleistung kaum profitieren. Zugleich kann ein niedrigerer Preis den Sparanreiz beim Verbrauch mindern. Für die weitere Bewertung werden daher die kommenden Wochen und die Entwicklung von Rohöl-, Wechselkurs- und Transportkosten entscheidend sein.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Preise für Benzin und Diesel steigen wieder leicht“ (05.10.2026)

Der Bericht bestätige, dass die Preise wenige Tage nach dem Start wieder gestiegen seien, und hebe hervor, dass es keine Verpflichtung zur vollständigen Weitergabe des Steuernachlasses gebe. Anders als die aktuelle dpa-Meldung konzentriere er sich auf die ADAC-Bewertung und den Vergleich mit dem Startniveau; die spätere Ifo-Auswertung sei darin noch nicht enthalten.

BR24: „ADAC: Tankrabatt verpufft teilweise schon wieder“ (05.10.2026)

BR24 schreibe, die anfängliche Entlastung schrumpfe besonders bei Super E10 bereits wieder, und nenne konkrete regionale Beispiele für selten gewordene Preise unter zwei Euro. Der Beitrag stelle zusätzlich frühere Erfahrungen mit Tankrabatten und die unterschiedlichen Berechnungsmethoden gegenüber; die vollständige Weitergabe bleibe zwischen en2x und Wirtschaftsforschern umstritten.

Die beiden Berichte stimmten darin überein, dass der anfängliche Preisrückgang nicht dauerhaft in gleicher Höhe sichtbar geblieben sei. Unterschiede lägen vor allem im zeitlichen Fokus: Während die Beiträge die Entwicklung bis zum 5. Oktober beschrieben, erfasse die dpa-Meldung zusätzlich die Ifo-Berechnung bis zum folgenden Montag.

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