Tankrabatt endet im Dezember: Dieselsteuer steigt ab Januar um 14,04 Cent
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Bundesregierung schließt angesichts des zum Jahreswechsel auslaufenden Tankrabatts weitere gezielte Entlastungen für Verbraucher wegen der anhaltend hohen Spritpreise nicht aus.
Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte am 19. Oktober auf dem Unternehmertag des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) in Berlin an, dass die Koalition auf Preistreiberei reagieren werde. Welches Instrument zum Einsatz kommt, blieb zunächst offen; ein konkreter Vorschlag soll jedoch sehr bald vorliegen.
Debatte über Direktzahlungen und Preisdeckel
Innerhalb der Bundesregierung zeichnen sich unterschiedliche Ansätze ab. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erteilte einer Verlängerung des Tankrabatts eine Absage und verwies darauf, dass der Koalition hierfür der finanzielle Spielraum fehle.
Stattdessen befürwortet Reiche schnelle und gezielte Direktzahlungen an Geringverdiener, wofür ein entsprechendes Instrument bereits vorhanden sei. Dieser Vorstoß stößt jedoch parteiintern innerhalb der CDU auf Widerspruch.
Parallel bereitet die Regierung einen einkommensbezogenen Direktauszahlungsmechanismus vor. Details wie Betrag, Anspruchsgrenzen oder ein genauer Auszahlungstermin stehen bislang nicht fest.
Von einem gesetzlichen Spritpreisdeckel hält Reiche nach eigenen Angaben wenig und verweist auf rechtliche sowie finanzielle Risiken für den Staat, ist jedoch an die Umsetzung des entsprechenden Vorhabens gebunden. Ein vorübergehender Deckel wird spätestens zum 1. Januar 2027 angestrebt.
Die Maßnahme soll gemeinsam mit der Mineralölwirtschaft entwickelt werden, wobei Modelle aus Belgien und Luxemburg als Orientierung dienen; ein konkreter Höchstpreis ist noch nicht festgelegt. Verkehrsminister Steffen Bilger prüft zudem gezielte Unterstützung für Taxi-, Bus- und Fuhrunternehmen, sollten die Kraftstoffpreise hoch bleiben.
Der Tankrabatt gilt nur noch bis zum 31. Dezember 2026. Ab Januar steigt die Energiesteuer auf Diesel von 33,00 auf 47,04 Cent je Liter — netto 14,04 Cent, inklusive Mehrwertsteuer 16,71 Cent. Wer die Steuerdifferenz für seine Flotte sauber beziffern will, findet im kostenlosen Report die Rechenwege und eine Checkliste zum Steuerlager-Timing. Kostenlosen Report zur Dieselsteuer anfordern
Auslaufen der aktuellen Steuersenkung
Der derzeitige Tankrabatt gilt vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026. In diesem Zeitraum ist die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter gesenkt, was unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer einem rechnerischen Preisvorteil von rund 16,7 Cent je Liter entspricht. Das gesamte Entlastungsvolumen beläuft sich laut Beschlusspapier auf 2,5 Milliarden Euro, wovon die Bundesländer die Hälfte tragen. Die Agrardiesel-Vergütung bleibt hiervon unberührt.
Mit dem Auslaufen der Maßnahme steigt die Energiesteuer auf Diesel ab Januar 2027 von 33,00 auf 47,04 Cent je Liter. Dies entspricht einem Netto-Anstieg von 14,04 Cent beziehungsweise 16,71 Cent inklusive Mehrwertsteuer.
Bei einem Bezug von 30.000 Litern ergibt sich eine Steuerdifferenz von 4.212 Euro netto, bei 10.000 Litern liegt der Unterschied bei 1.404 Euro. Für die Besteuerung ist maßgeblich, wann der Kraftstoff das Steuerlager verlässt.
Kritik an unvollständiger Weitergabe an Zapfsäulen
Untersuchungen weisen darauf hin, dass die bisherige Steuersenkung nicht vollständig bei den Verbrauchern ankommt. Nach Erhebungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin erreichen durchschnittlich nur rund zwei Drittel – etwa 10 bis 11 Cent der Entlastung von 16,7 Cent je Liter – die Kundschaft.
Nur rund zwei Drittel der bisherigen Entlastung von 16,7 Cent je Liter kommen laut DIW-Erhebungen an der Zapfsäule an. Wenn der Tankrabatt ausläuft, trifft die volle Steuerlast den Fuhrpark — ohne dass die Weitergabe gesichert ist. Der kostenlose Report ordnet ein, welche Entlastungen die Bundesregierung prüft und welche Positionen bis 2027 fest eingeplant werden sollten. Kostenlosen Report jetzt anfordern
Tomaso Duso vom DIW sieht darin Anzeichen für einen geschwächten Wettbewerb im Bereich der Raffinerien sowie des Großhandels und plädiert für konsequente Untersuchungen durch das Bundeskartellamt. Dessen Präsident Andreas Mundt stellte fest, dass die Lücke bei Benzin größer ausfalle als bei Diesel.
Auch in der Bevölkerung überwiegt Skepsis: Laut einer Mitte Oktober durchgeführten Civey-Umfrage unter 5.000 Befragten gaben 69 Prozent an, keine spürbare Verbilligung beim Tanken wahrzunehmen, während 24 Prozent eine Entlastung spüren. Am 20. Oktober 2026 lag der bundesweite Durchschnittspreis laut Markttransparenzstelle für Kraftstoffe für Super bei 2,17 Euro je Liter und für Diesel bei 2,25 Euro je Liter.
