Tankrabatt, Entlastung

Tankrabatt endet 30. Juni: Nur 19% spürten Entlastung

04.06.2026 - 11:21:13 | boerse-global.de

Verbraucherschützer kritisieren Tankrabatt als wirkungslos und plädieren für eine nachhaltige Entlastung privater Haushalte durch niedrigere Stromsteuern.

Kali365: FBI warnt vor Phishing-Plattform, die MFA aushebelt - Bild: über boerse-global.de
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Statt kurzfristiger Tankrabatte soll die Stromsteuer für Privathaushalte dauerhaft sinken.

Vom Tankrabatt zur Stromsteuer-Reform

Ramona Pop, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), sieht in einer Senkung der Stromsteuer das wirksamere Instrument zur Entlastung privater Haushalte. Der befristete Tankrabatt läuft am 30. Juni aus – und mit ihm ein milliardenschweres Experiment.

Die Mineralölsteuersenkung, die seit Mai die Spritpreise um rund 16,7 Cent pro Liter drückte, kostete den Bund bis zu 1,6 Milliarden Euro. Doch die Wirkung verpuffte weitgehend: Eine Forsa-Umfrage unter 1.003 Teilnehmern Ende Mai ergab, dass 81 Prozent keine spürbare Entlastung verspürten.

Dabei hatte die große Koalition im Koalitionsvertrag versprochen, die Stromsteuer zu senken. Bislang profitierte davon aber nur die Industrie. „Die Haushalte warten bis heute", kritisiert Pop.

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Energie-Sharing: Fortschritt mit Haken

Seit dem 1. Juni gilt in Deutschland die neue Regelung zum „Energy Sharing" nach §42c Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Sie erlaubt erstmals, Solarstrom über das öffentliche Netz zu teilen, ohne dass der Erzeuger die Vollversorgung des Empfängers übernehmen muss.

Konkret: Für EEG-Anlagen mit bis zu zwei Megawatt Leistung im Umkreis von 4,5 Kilometern entfällt die Stromsteuer von 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Klingt gut – doch der Teufel steckt im Detail.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) spricht von einer „minimalistischen Umsetzung". Die hohen Netzentgelte zwischen acht und zwölf Cent pro Kilowattstunde sowie die Pflicht zu Smart Metern und Bilanzkreissystemen machen das deutsche Modell deutlich teurer als das österreichische. Dort wuchs die Solarbranche von 1,3 Gigawatt (2020) auf 8,2 Gigawatt (2025) – unterstützt von über 11.000 Energie-Communities.

Markt im Aufwind – aber mit Risiken

Der Nahost-Konflikt, der Ende Februar eskalierte, beschert der Solarbranche einen unerwarteten Boom. Im April legten die Neuinstallationen bei privaten Photovoltaik-Anlagen um vier Prozent auf 0,33 Gigawattpeak zu. Enpal verbuchte im März und April Aufträge über 250 Millionen Euro, Eon verzeichnete eine Verdopplung der Kundenanfragen.

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Doch BSW-Solar warnt vor einem möglichen Markteinbruch 2027, falls die geplanten Kürzungen oder die Abschaffung der Einspeisevergütung kommen. Zudem erwägt die Bundesnetzagentur, die Grundgebühren für sogenannte Prosumer – Haushalte, die Solarstrom selbst produzieren und verbrauchen – um bis zu 150 Euro pro Jahr zu erhöhen.

Inflationsrückgang als Chance

Die Inflationsrate sank im Mai auf 2,6 Prozent – nach 2,9 Prozent im April. Experten des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bescheinigen dem Tankrabatt zwar, seinen kurzfristigen Zweck erfüllt zu haben. Verbraucherschützer bleiben jedoch hartnäckig: Nur eine strukturelle Senkung der Stromsteuer sichere langfristig bezahlbare Energie für alle.

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