Tankrabatt, Cent

Tankrabatt endet 30. Juni: 16,7 Cent Steuerentlastung fällt weg

16.06.2026 - 02:39:53 | boerse-global.de

Bundesregierung beendet Steuerentlastung an Tankstellen. Trotz fallender Ölpreise drohen höhere Spritkosten zu Ferienbeginn.

Tankrabatt endet: Steuererhöhung zum Ferienstart im Juli
Tankrabatt - Eine Nahaufnahme einer Zapfpistole, die Benzin in ein Auto füllt, mit einer digitalen Preisanzeige im Hintergrund. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Wie Vertreter der Koalition aus Union und SPD bestätigten, endet die Maßnahme planmäßig zum 30. Juni 2026. Trotz sinkender Rohölpreise wächst die Sorge vor einer sprunghaften Verteuerung an den Tankstellen zu Beginn der Sommerferien.

Milliardenbelastung für den Haushalt

Der sogenannte Tankrabatt senkt seit Anfang Mai die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um brutto 16,7 Cent pro Liter. Nach zwei Monaten Laufzeit ist jetzt Schluss. Die Fraktionsvizes Müller (CDU) und Zorn (SPD) bekräftigten den Verzicht auf eine Verlängerung. Der Grund: Die Maßnahme belastete den Staatshaushalt mit rund 1,6 Milliarden Euro.

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Ziel der befristeten Entlastung war es, die wirtschaftlichen Folgen der hohen Energiepreise abzufedern. Parallel zur Beendigung des Rabatts verschärft die Koalition ihren Ton gegenüber der Mineralölwirtschaft. Es ergingen deutliche Warnungen vor übermäßigen Preiserhöhungen zum Stichtag.

Sollte es zu einer Preisexplosion kommen, behalte sich die Regierung Sondersitzungen vor. Diskutiert werden auch eine Verschärfung des Kartellrechts sowie eine Übergewinnsteuer für die Mineralölbranche. Die EU-Kommission prüft derzeit beides.

Rohöl günstiger – Tankstellen geben Einsparungen nicht weiter

Trotz der bevorstehenden Steuererhöhung gibt es Entspannungssignale von den Rohstoffmärkten. Nach einer Einigung zwischen den USA und dem Iran sanken die Preise für die Sorte Brent Anfang Juni auf etwa 83 US-Dollar pro Barrel – der tiefste Stand seit März. Der ADAC kritisiert jedoch, dass die deutschen Tankstellen diese Senkungen nicht schnell genug weitergeben.

Mitte Juni lagen die Preise für Diesel im bundesweiten Durchschnitt bei 1,829 Euro pro Liter, Super E10 kostete 1,877 Euro. Damit rangieren die Preise für Diesel etwa 8,3 Cent und für E10 rund 9,9 Cent über dem Niveau vor Beginn der aktuellen Krise.

Experten beobachten, dass der noch geltende Steuerverzicht die Preise drückt. Die Inflation sank im Mai auch dank des Tankrabatts auf 2,6 Prozent, nachdem sie im April noch bei 2,9 Prozent gelegen hatte.

Autofahrer lassen das Auto häufiger stehen

Die anhaltend hohen Kraftstoffpreise verändern das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung spürbar. Eine aktuelle Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Teambank zeigt: Fast ein Drittel der Autofahrer in Deutschland lässt das Fahrzeug wegen der Kosten häufiger stehen. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 35 Prozent.

Zudem berichten 41 Prozent der Befragten von geringeren frei verfügbaren Mitteln durch die Belastung an der Zapfsäule. Jeder fünfte Autofahrer würde seine monatlichen Ausgaben für Kraftstoff um 100 Euro reduzieren, falls dies möglich wäre.

Alternative Entlastungsmodelle genießen hohe Sympathiewerte: 47 Prozent der Umfrageteilnehmer favorisieren eine Senkung der Mehrwertsteuer, 32 Prozent befürworten eine staatliche Spritpreisbremse.

Opposition und Koalitionsmitglieder fordern Nachbesserungen

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Angesichts des auslaufenden Tankrabatts fordern Oppositionspolitiker und einzelne Koalitionsmitglieder weitere Entlastungsschritte. Daniel Peters, CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, schlug vor, die CO?-Abgabe ab dem 1. Juli auszusetzen. Das würde einen Preissprung von geschätzt 20 Cent zum Ferienbeginn verhindern. Innerhalb der SPD wurden zudem Forderungen nach einem staatlichen Preisdeckel für Kraftstoffe laut.

In der Diskussion befinden sich außerdem höhere Pendlerpauschalen oder Zuschüsse für Geringverdiener. Bereits im April wurde nach dem Vorbild Österreichs eine Regelung eingeführt: Tankstellen dürfen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Laut Marktbeobachtern und Automobilclubs ist der günstigste Zeitpunkt zum Tanken seither meist kurz vor dieser täglichen Anpassung.

Weitere steuerliche Entlastungen für untere und mittlere Einkommen sind im Rahmen einer größeren Reform jedoch erst für Anfang 2027 vorgesehen.

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