Tankrabatt, Benzinpreise

Tankrabatt: Benzinpreis sinkt, Diesel bleibt drei Cent zurück

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 11:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Steuernachlass von knapp 17 Cent je Liter kommt bei Benzin inzwischen fast vollständig an. Bei Diesel bleibt eine Lücke von rund drei Cent, während die Preise insgesamt sinken.

Die wichtigsten Tankrabatt-Werte

  • Das Ifo-Institut berechnete für Super E5 in der Woche vom 14. bis 20. Oktober eine Weitergabe von rund 17 Cent je Liter.
  • Bei E10 kamen nach der Auswertung 16 Cent und bei Diesel rund 14 Cent des Steuernachlasses bei den Autofahrern an.
  • Der Tankrabatt gilt seit dem 1. Oktober und bleibt bis zum Jahresende in Kraft.
Der Tankrabatt ist seit Anfang Oktober in Kraft. (Symbolbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa

Ifo sieht Tankrabatt bei Benzin nahezu vollständig

Der neue Tankrabatt kommt inzwischen besser bei den Autofahrern an: Bei Benzin wird der Steuernachlass von knapp 17 Cent je Liter nach Berechnungen des Ifo-Instituts praktisch vollständig weitergegeben. Bei Diesel erhalten die Autofahrer dagegen nur rund 14 der 17 Cent.

Volle Weitergabe bei Super E5

Für die Woche vom 14. bis 20. Oktober errechneten die Münchner Experten bei Super E5 eine Weitergabe der vollen rund 17 Cent. Bei der günstigeren gängigen Sorte E10 kamen 16 Cent bei den Kunden an.

Der stellvertretende Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, Florian Neumeier, sagte, bei Diesel bleibe die Weitergabe unvollständig. Damit wiederhole sich die Erfahrung mit dem Tankrabatt aus dem Frühjahr, als die Entlastung bei Diesel ebenfalls hinter den angekündigten 17 Cent zurückblieb.

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Spritpreise gehen vor allem bei Benzin zurück

Parallel zu den Berechnungen des Ifo-Instituts sinken die Spritpreise, besonders bei Benzin. Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter E10 am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,088 Euro und damit 5,8 Cent weniger als eine Woche zuvor.

Damit erreichte E10 den niedrigsten Tagespreis seit Mitte Juli. Diesel verbilligte sich im Wochenvergleich dagegen nur um 0,9 Cent auf durchschnittlich 2,246 Euro je Liter. Der ADAC geht inzwischen ebenfalls davon aus, dass bei Benzin ein Großteil des Tankrabatts an den Zapfsäulen ankommt.

Tankrabatt soll Inflation dämpfen

Für die Auswertung vergleicht das Ifo deutsche Benzinpreise mit den Preisen in Frankreich, wo kein vergleichbarer Tankrabatt eingeführt wurde. Grundlage sind Daten der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts und des französischen Wirtschaftsministeriums.

Der Vergleich bezieht sich auf die drei Wochen vor Beginn des Tankrabatts. Das DIW kommt für den Zeitraum vom 1. bis 21. Oktober auf niedrigere Weitergabewerte von jeweils rund zwei Dritteln, wobei die Institute unterschiedliche Details ihrer Berechnung zugrunde legen.

Die Bundesregierung führte den Rabatt wegen der stark gestiegenen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs ein; er gilt bis zum Jahresende. Im September stieg die Inflationsrate wegen der hohen Spritpreise auf 3,3 Prozent, den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Die Bundesbank rechnet damit, dass die Inflation bis ins nächste Jahr hinein merklich erhöht bleibt.

Der Tankrabatt soll die Belastung durch die stark gestiegenen Kraftstoffpreise begrenzen. Die aktuelle Ifo-Auswertung zeigt dabei ein geteiltes Bild: Bei Benzin erreicht die Entlastung die Verbraucher inzwischen nahezu vollständig, während Diesel-Fahrer weiterhin nicht den gesamten Steuernachlass erhalten.

Für Autofahrer ist der Unterschied finanziell relevant, weil Diesel trotz des jüngsten Preisrückgangs teurer bleibt als Benzin. Besonders für Pendler und Haushalte mit hoher Fahrleistung summieren sich wenige Cent je Liter über längere Zeit zu spürbaren Beträgen.

Benzin entlastet, Diesel bleibt zurück

Die Entwicklung erklärt auch, weshalb sinkende Durchschnittspreise nicht automatisch bedeuten, dass der staatliche Rabatt vollständig an der Zapfsäule ankommt. Beim Diesel können neben der Weitergabe des Steuernachlasses auch saisonale Einflüsse, insbesondere die Nachfrage nach Heizöl, die Preisbildung beeinflussen.

Die unterschiedlichen Berechnungen von Ifo und DIW zeigen zudem, dass die genaue Höhe der Weitergabe von Vergleichszeitraum und Methode abhängt. Beide Institute kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass die Entlastung bei Diesel geringer ausfällt als bei Benzin.

Entlastung bleibt befristet

Der Tankrabatt gilt bis zum Jahresende. Für die allgemeine Teuerung bedeutet das nur eine zeitlich begrenzte Entlastung, zumal Energiepreise die Inflationsrate schnell beeinflussen können und nach dem Ende der Maßnahme wieder stärker durch den Markt bestimmt werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Tankrabatt bei Benzin fast vollständig weitergegeben – bei Diesel nur teilweise“ (22.10.2026)

Der Beitrag bestätigt die Ifo-Zahlen zur nahezu vollständigen Weitergabe bei Benzin und zur Lücke bei Diesel. Zusätzlich hebt er die Wiederholung des Musters aus dem früheren Tankrabatt und die weiterhin erhöhte Inflation hervor.

Stern: „Auto: Ifo: Tankrabatt wirkt bei Benzin, bei Diesel nur teilweise“ (22.10.2026)

Der Bericht stellt ebenfalls die unterschiedlichen Weitergabewerte für E5, E10 und Diesel heraus. Sein Schwerpunkt liegt stärker auf der Ifo-Vergleichsmethode mit Frankreich und der Bedeutung der Energiepreise für die Inflation.

Einigkeit besteht damit beim Grundbefund: Benzin erreicht die Entlastung deutlich besser als Diesel. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung von Preisentwicklung, Vergleichsmethode und Inflationsfolgen.

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