Tankrabatt ab 1. Oktober: Rund 17 Cent weniger pro Liter für drei Monate
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 16:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBundestag und Bundesrat haben den Weg für einen befristeten Tankrabatt freigemacht: Vom 1. Oktober bis Ende Dezember sollen die Energiesteuern auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter sinken.
Steuersenkung startet am 1. Oktober
Zusammen mit der Mehrwertsteuer ergibt sich eine rechnerische Entlastung von 16,7 Cent je Liter, meist gerundet als 17 Cent bezeichnet. Für Diesel lässt die Europäische Union keine stärkere Senkung zu; aus Gründen der Gleichbehandlung wird derselbe Betrag auch auf Benzin angewandt.
Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss es noch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgefertigt werden. Die Regelung ist bis zum Ende des Jahres befristet.
Preise dürften nicht überall sofort sinken
Tankstellen müssen die Steuersenkung nicht vollständig an die Kundschaft weitergeben. Nach den Erfahrungen mit dem weitgehend gleich ausgestalteten Tankrabatt im Mai und Juni ist jedoch damit zu rechnen, dass die Preise in der Nacht zum 1. Oktober vielerorts rasch sinken.
Der Steuervorteil gilt nur für Kraftstoff, der nach Mitternacht die Raffinerien oder Großtanklager verlässt. Deshalb kann es mehrere Tage dauern, bis überall verbilligter Sprit in den Lagern angekommen ist. Der Wettbewerb dürfte die Preise dennoch schrittweise nach unten bewegen.
Frühes Tanken ist nicht nötig
Wer noch ausreichend Kraftstoff im Tank hat, muss am 1. Oktober nicht früh zur Tankstelle fahren. Wegen der Vorgabe, dass Preiserhöhungen erst ab 12.00 Uhr zulässig sind, können die Preise am Vormittag nur sinken. Erfahrungsgemäß ist der späte Vormittag häufig der günstigste Zeitpunkt.
Weitergabe an Verbraucher umstritten
Ob der Rabatt vollständig bei den Autofahrern ankommt, ist umstritten. Bei der vorherigen Maßnahme hatten das Ifo-Institut, die Monopolkommission und das Bundeskartellamt eine unvollständige Weitergabe errechnet. Die Mineralölwirtschaft wies diese Einschätzung zurück; zudem erschweren schwankende Kraftstoffpreise eine eindeutige Zuordnung.
Ein Preisvergleich kann sich deshalb gerade in der Startphase lohnen. Beim Tankrabatt im Mai und Juni hatte der zusätzliche Andrang zwar zu längeren Schlangen geführt, größere Versorgungsprobleme waren jedoch ausgeblieben.
Durchschnittsfahrer spart etwa 35 Euro
Die Bundesregierung rechnet mit 2,485 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen. Die Hälfte der Kosten sollen die Länder übernehmen, indem der Bund ihnen weniger Umsatzsteuereinnahmen überlässt.
Ein durchschnittliches Auto wird nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes rund 900 Kilometer im Monat bewegt. Bei einem Verbrauch von sieben bis acht Litern auf 100 Kilometer ergibt sich über die drei Monate eine grobe Ersparnis von 32 bis 36 Euro. Je nach Fahrleistung, Verbrauch und Tankzeitpunkt kann der Betrag deutlich abweichen.
Preis bleibt über Vorkriegsniveau
Eine Rückkehr zu den Kraftstoffpreisen vor dem Krieg ist trotz des Rabatts kaum zu erwarten. Vor dem Kriegsbeginn Ende Februar kostete Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,78 Euro je Liter, Diesel 1,75 Euro. Der Abstand zu den aktuellen Preisen ist damit größer als die geplante Steuerentlastung.
Kritik an Kosten und Zielgenauigkeit
Ökonomen kritisieren vor allem, dass die Maßnahme teuer und wenig zielgenau ist. Sie entlastet auch Menschen, die nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, während Personen ohne Auto bei hohen Heiz- oder anderen Energiekosten nicht direkt profitieren.
Außerdem dämpft ein künstlich niedrigerer Spritpreis den Anreiz, Kraftstoff zu sparen. Als weiterer Kritikpunkt gilt, dass die vollständige Weitergabe an die Verbraucher nicht garantiert ist. Befürworter verweisen dagegen auf die schnelle Umsetzbarkeit angesichts der starken Preisbelastung.
Entlastung mit begrenzter Reichweite
Der beschlossene Tankrabatt soll die kurzfristig stark gestiegenen Kraftstoffkosten infolge des Irankriegs dämpfen. Die Entlastung setzt direkt am Literpreis an und erreicht damit vor allem Menschen und Betriebe, die regelmäßig auf Auto, Transporter oder Lastwagen angewiesen sind. Wer kein Fahrzeug nutzt, profitiert von der Maßnahme nicht unmittelbar.
Mit erwarteten Mindereinnahmen von 2,485 Milliarden Euro ist der Rabatt eine fiskalisch große, zugleich zeitlich befristete Reaktion. Die Hälfte der Kosten sollen die Länder tragen. Für einen durchschnittlichen Verbrennerfahrer ergibt sich über drei Monate nach der Modellrechnung eine Ersparnis von etwa 32 bis 36 Euro; die tatsächliche Summe hängt von Fahrleistung, Verbrauch und dem Zeitpunkt des Tankens ab.
Weitergabe bleibt entscheidend
Die gesetzliche Steuersenkung garantiert keinen identischen Preisrückgang an jeder Tankstelle. Kraftstoffpreise schwanken auch wegen Rohölkosten, Wechselkursen und regionalem Wettbewerb. Zudem wird der vergünstigte Kraftstoff erst schrittweise in den Lagern ankommen. Deshalb können Preisunterschiede zwischen Tankstellen in den ersten Tagen besonders deutlich ausfallen.
Politischer Zielkonflikt
Der Rabatt entlastet kurzfristig, schwächt aber zugleich den Anreiz, Kraftstoff zu sparen. Die Maßnahme ist außerdem weniger zielgenau als direkte Hilfen für besonders belastete Haushalte, weil auch Menschen mit hohem Einkommen und geringem Unterstützungsbedarf profitieren. Für Autofahrer bedeutet das: Der Preisvergleich bleibt wichtig, und die Entlastung wird voraussichtlich deutlich kleiner ausfallen als die Lücke zu den Kraftstoffpreisen vor Kriegsbeginn.
