Tankbruch in Washington: Elf Tote nach Chemikalien-Katastrophe
29.05.2026 - 04:06:59 | boerse-global.deRettungskräfte haben weitere Opfer geborgen.
Katastrophe bei Nippon Dynawave Packaging
Am Morgen des 26. Mai 2026 gegen 7:15 Uhr Ortszeit ereignete sich der schwere Industrieunfall im Werk der Nippon Dynawave Packaging in Longview. Ein Lagertank mit rund 3,4 Millionen Litern sogenannter "White Liquor" – einer ätzenden Mischung aus Natriumhydroxid und Natriumsulfid – barst oder implodierte. Zum Zeitpunkt des Unglücks war der Behälter zu etwa 60 Prozent gefüllt.
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Zwischen 550.000 und 570.000 Gallonen (rund 2,1 Millionen Liter) der hochkorrosiven Chemikalie traten aus. Das Unternehmen ist eine Tochter des japanischen Nippon Paper Group. Gouverneur Ferguson bezeichnete das Ereignis als die schwerste Industriekatastrophe in der modernen Geschichte des Bundesstaates.
Keine Überlebenden mehr zu erwarten
Bereits am 27. Mai bestätigten die Behörden zwei Todesfälle und meldeten neun Vermisste. Einen Tag später bargen Suchtrupps die Leichen von sechs weiteren Personen. Die bestätigte Opferzahl stieg damit auf acht. Feuerwehrchef Goldstein erklärte, es gebe keine Hoffnung mehr, Überlebende unter den noch Vermissten zu finden. Insgesamt gehen die Ermittler von elf Todesopfern aus.
Unter den Toten wurde der 52-jährige Gilbert Bernal identifiziert. Mindestens sieben weitere Mitarbeiter wurden mit Verätzungen und Atemwegsproblemen in Krankenhäuser eingeliefert. Auch ein Feuerwehrmann erlitt bei den ersten Rettungsmaßnahmen Verletzungen.
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Die Nationalgarde steht in Bereitschaft, um die Bergungsarbeiten zu unterstützen. Diese gestalten sich schwierig: Der beschädigte Tank droht weiter einzustürzen. Rund 25.000 Gallonen Flüssigkeit befanden sich noch in dem Behälter und liefen langsam aus, während die Einsatzkräfte einen Plan zur kontrollierten Entleerung entwickelten.
Umweltauswirkungen und Ermittlungen
Die Chemikalie gelangte in den nahegelegenen Columbia River. Große Mengen der White Liquor flossen in den Fluss. Die regionalen Behörden betonen jedoch, dass keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Luftqualität und die Trinkwasserversorgung seien nicht beeinträchtigt.
Die US-amerikanische Chemikaliensicherheitsbehörde hat Ermittlungen zur Unglücksursache eingeleitet. Erste Unterlagen zeigen, dass das Werk in der Vergangenheit bereits behördlicher Kritik ausgesetzt war. Im März und Mai 2026 wurden Sicherheitsbeschwerden gegen das Unternehmen eingereicht. Ein direkter Zusammenhang mit dem Tankbruch steht bislang nicht fest. Seit 2021 musste die Firma rund 3.400 Euro an Geldstrafen für frühere Verstöße zahlen.
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