EMFIS EM Stocks Review: Asien uneinheitlich
Veröffentlicht: 16.11.2006 um 13:32 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Die asiatischen Aktienmärkte konnten am Donnerstag die guten US-Vorgaben nur zum Teil in Kursaufschläge ummünzen. Insbesondere der japanische Nikkei 225 blieb deutlich zurück, nachdem die Bank of Japan dort den Leitzins bei 0,25 Prozent belassen hatte. Viele Marktteilnehmer sahen dies als weiteres Indiz dafür an, dass die dortige wirtschaftliche Erholung ins Stocken geraten sein könnte.
In den USA hatte sich der Empire State Index, der die Aktivität des produzierenden Gewerbes im Großraum New York erfasst, deutlich besser als erwartet entwickelt. Zudem waren die Protokolle der letzten Zinssitzung der FED veröffentlicht worden. Daraus ließ sich ersehen, dass die Notenbanker offenbar davon überzeugt sind, dass die amerikanische Wirtschaft mittelfristig weiter wachsen werde. Allerdings äußerten sich nach wie vor viele der Zins-Entscheider über die dortige Inflationsentwicklung besorgt.
Der japanische Nikkei 225 gab nach anfänglichen Aufschlägen schlussendlich 0,49 Prozent auf 16.163 Punkte ab; der breitere Topix fiel um 0,63 Prozent auf 1582 Zähler. Vor allem Bankenwerte standen unter Beschuss. Bei den großen Bankkonzernen hätten sich höhere Zinssätze positiv auf die Gewinnentwicklung auswirken können. Mitsubishi UFJ gaben 2,7 Prozent und Shinsei Bank 2,3 Prozent ab. Im Mobilfunksektor stiegen KDDI um 1,2 Prozent, nachdem das Unternehmen mobile Radioübertragungen angekündigt hat. Die Titel des Konkurrenten Softbank reagierten darauf mit einem Abschlag von 1,07 Prozent.
Dagegen konnte sich in Taipeh der TAIEX um weitere 0,29 Prozent auf 7257 Punkte verbessern. Vor allem die Technologiewerte konnten bei hohen Umsätzen weiter zulegen und vollzogen damit die Kursgewinne an der Nasdaq nach. Gerade für den Halbleiter-Bereich ist man angesichts des baldigen Marktauftritts von Microsofts Betriebssystem „Vista“ und des derzeitigen Spielkonsolen-Booms optimistischer geworden. So verbesserte sich der DRAM-Speicher-Spezialist Nanya Technology um weitere 0,19 Prozent auf ein neues 2-Jahres-Hoch. Taiwan Semiconductor Manufacturing stiegen um 0,65 Prozent und United Microelectronics um 1,59 Prozent. Die Titel von Mediatek profitierten von der Meldung, dass der Chip-Designer über eine Wandelanleihen-Emission beim LCD-Bildschirm-Hersteller Amtran Technology einsteigen wird, und stiegen um 1,74 Prozent.
In Südkorea geriet der Markt dagegen nach den Kursgewinnen der vergangenen drei Handelstage unter Abgabedruck. Dies brachte den Kospi um 0,13 Prozent nach unten auf 1410 Stellen. Vor allem der Bankensektor belastete, nachdem die Regierung erklärt hatte, künftig die Vergabe von Hypothekendarlehen durch höhere Mindestanforderungen einzudämmen. Ziel dieser Maßnahme ist es offensichtlich, den allmählich heißlaufenden koreanischen Immobiliensektor in seiner Entwicklung zu bremsen. Kookmin Bank reagierten darauf aber mit einem Abschlag von 1,9 Prozent, Woori Financial Group gaben 2,4 Prozent ab. Auch bei den Aktien von LG.Philips LCD wurden nach der jüngsten Erholung wieder Gewinne mitgenommen. Die Titel gaben 2,66 Prozent ab.
In Hongkong stieg der Hang Seng Index um weitere 0,32 Prozent auf 19.154 Zähler. Zwar herrschte zu Handelsbeginn eine gewisse Zurückhaltung vor, nachdem die Aktie von China Life vom Handel ausgesetzt worden war. Allmählich setzte sich die Überzeugung durch, dass der Versicherer vermutlich seinen Einstieg bei der Guangdong Development Bank bestätigen werde. Dies wurde als weiteres positives Signal für den chinesischen Bankensektor bewertet, was einigen Titeln erneut mächtig Auftrieb verlieh. So zogen Bank of China um 4,93 Prozent an. Die Aktie des Hongkonger Instituts Bank of East Asia stieg sogar um 5,06 Prozent. Cosco Holdings legten um 5,87 Prozent zu, nachdem Goldman Sachs die Papiere des Schifffahrtkonzerns auf „buy“ aufgestuft hatten.
Gerhard Heinrich
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