Taiwan: eine Insel der Informationstechnologie
Veröffentlicht: 19.09.2006 um 10:57 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
von Ingo Lorenz
Gerade einmal 32.260 km² groß ist das südostasiatische Land und beherbergt 22,5 Mio. Menschen.
In den 70er Jahren tauchten auf der Weltwirtschaftsbühne Volkswirtschaften auf, denen man bis dahin wenig Beachtung schenkte. Sie kamen für westliche Unternehmen aus dem fernen Ostasien und hießen Taiwan, Singapur, Südkorea und Hongkong. Aber sie tauchten nicht nur auf, sondern sie griffen an und hatten somit relativ schnell den Begriff „Tigerstaaten“ weg. Mit dem Einstieg Chinas in den 80er Jahren änderte sich deren Bezeichnung in die „kleinen Drachen“.
Arbeitsintensive Produktion, die vor etwa 20 Jahren noch sehr stark in Taiwan vertreten war, wird heute ausgelagert, nach Thailand, Indonesien, Malaysia, Vietnam, in die Philippinen oder die VR China.
Während Südkorea vor allem auf das japanische Wirtschaftsmodell einschwenkte, Singapur transnationale Konzerne Japans und der „alten“ Wirtschaftswelt zu Investitionen einlud und Hongkong, historisch bedingt, dem britischen und US- Wirtschaftssystem folgte, ging Taiwan seinen eignen chinesischen Weg. Es entwickelte sich eine Volkswirtschaft, die sich im Wesentlichen auf kleinere und mittelständische Unternehmen orientierte.
In seiner Startzeit fertigte alle Welt in Taiwan, und Taiwan selbst kopierte diese Produkte. „Made in Taiwan“ wurde weltberühmt. Inzwischen ist „Made in Taiwan“ ein Zeichen für Qualität, von Plagiaten ist man längst abgekommen.
So kamen dann etliche der global player ins Grübeln, als sich Taiwan in den 90er Jahren aufmachte, den Weltmarkt im Computerhardware-Bereich zu erobern. Es dauerte nicht lange, dann folgte, ebenfalls noch in den 90ern, die Halbleiterindustrie. Taiwan selbst hat sich bereits in eine Insel der Informationstechnologie entwickelt. Die Regierung hielt sich weitestgehend aus dem Aufbau von Unternehmen heraus, schaffte aber für diese das optimale Umfeld indem Hochtechnologiezonen errichtet wurden.
Inzwischen stehen die Taiwan-Unternehmen fast unangefochten an vorderster Stelle und machen Weltmarktführern wie Toshiba oder IBM ihren Platz streitig. Nach außen hin wird das dem Verbraucher nicht deutlich. Die Notebooks die man sich kauft, firmieren unter weltbekannten Namen, nur sie wurden bei den Konzernen in Taiwan in Auftrag gegeben.
Inzwischen sind die Weltkonzerne so abhängig von den tausenden kleinen- und mittelständischen Unternehmen Taiwans, dass der Satz von Seitz „Würde Taiwan plötzlich im Meer versinken, dann sänke mit ihm die Weltcomputerindustrie in eine Depression“ voll zutrifft.
Trotz des Erfolges ist Taiwan aber nicht eine Insel der Glückseligkeit. Bis heute ist es der Wunsch und das Ziel der chinesischen Regierung, dass Taiwan wieder an den kommunistischen Staat angeschlossen wird. Auch wenn Politiker versuchen, den richtigen Weg zur Annäherung des Festlandes und der Insel zu beschreiten, hat die Wirtschaft die Grenzen schon längst überwunden. Viele Produktionen, die sehr arbeitsintensiv sind, lagern die Unternehmen bereits nach China aus. Die geringeren Lohnkosten geben den Ausschlag für den Umzug in das Reich der Mitte. China ist andererseits auf die wirtschaftliche Stärke der Unternehmen von der Insel angewiesen.
Einen Blick auf einige taiwanesische Unternehmen aus der Technologie- und High-Tech Branche. Einige Unternehmen sind dem einen oder anderen „Otto Normalverbraucher“ bekannt. Der Überwiegende Teil, dürfte aber wohl eher ein Staunen hervorrufen in dem Sinne, ach so? Ausführliches zu Taiwan als Hochtechnologie - Zentrum und zu seinen Unternehmen die die Welt bedeuten können Sie unter "Taiwan der Chip- und Computergigant" auf www.EMFIS.com nachlesen.
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