Tabaksteuer: Union und SPD planen Anhebung auf 38,19 Cent bis 2031
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Regierungsfraktionen von Union und SPD streben eine signifikante Verschärfung der Tabaksteuer an. Ein entsprechender Änderungsantrag, der am 27. August 2026 bekannt wurde, sieht vor, die Abgaben auf Tabakprodukte in den kommenden Jahren deutlich über das bislang geplante Maß hinaus zu erhöhen. Ziel der politischen Initiative ist eine schrittweise Anhebung der Steuerlast, die bis zum Frühjahr 2031 vollumfänglich wirksam werden soll.
Gestaffelte Steuererhöhung für Tabakprodukte
Der vorliegende Entwurf der Koalitionsfraktionen sieht vor, die Steuer für Zigaretten bis zum Februar 2031 auf einen Wert von 38,19 Cent pro Stück anzuheben. Damit korrigiert die Politik ihre bisherigen Planungen nach oben, die ursprünglich eine Steigerung auf lediglich 35,8 Cent bis zum Jahr 2030 vorgesehen hatten. Die Umsetzung soll dabei in mehreren Etappen erfolgen, um eine kontinuierliche Preissteigerung im Markt zu etablieren.
Für das Jahr 2027 ist zunächst eine Anhebung auf 29,49 Cent pro Stück vorgesehen. In den darauffolgenden Jahren sollen weitere Erhöhungsschritte folgen: Für 2028 ist ein Anstieg auf 32,15 Cent geplant, gefolgt von 35,04 Cent pro Stück im Jahr 2029. Diese Dynamik verdeutlicht die Absicht der Fraktionen, die fiskalische Belastung für Tabakwaren innerhalb kurzer Zeiträume spürbar zu intensivieren.
Massive Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise
Die geplanten steuerlichen Anpassungen werden sich unmittelbar auf die Kosten für Konsumenten auswirken. Schätzungen zufolge wird der Preis für eine handelsübliche Packung mit 20 Zigaretten bereits im Jahr 2027 um 1,10 Euro steigen.
Bis zum Jahr 2030 summiert sich die Preissteigerung laut den vorliegenden Berechnungen auf insgesamt 3,78 Euro. Damit würde eine 20er-Schachtel Zigaretten bis zum Ende des Jahrzehnts rund 11,80 Euro kosten.
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Dabei beschränkt sich die Neuregelung nicht allein auf Zigaretten. Die Koalitionsfraktionen planen, auch andere Tabakwaren in die stärkere Besteuerung einzubeziehen. Davon betroffen sind neben Zigarren und Zigarillos auch Feinschnitt sowie Pfeifentabak. Damit wird ein breites Spektrum an Genussmitteln von der steuerlichen Neuausrichtung erfasst, was zu einer flächendeckenden Verteuerung im Tabaksektor führen dürfte.
Signifikante Mehreinnahmen für den Bundeshaushalt
Aus finanzpolitischer Sicht verspricht der Änderungsantrag dem Bund erhebliche Mehreinnahmen. Für das Jahr 2027 kalkulieren die Fraktionen von Union und SPD mit Steuereinnahmen in Höhe von insgesamt 1,5 Mrd. Euro. Dies entspräche einem Plus von 766 Mio. Euro gegenüber dem ursprünglich verfolgten Plan.
Langfristig werden noch deutlich höhere Summen erwartet. Bis zum Jahr 2030 könnten die Einnahmen aus der Tabaksteuer demnach auf 4,4 Mrd. Euro ansteigen. Im Vergleich zur bisherigen Budgetplanung würde dies einen Zuwachs von 846 Mio. Euro bedeuten. Diese zusätzlichen Mittel könnten zur Konsolidierung des Haushalts oder zur Finanzierung anderer politischer Vorhaben beitragen.
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Der Änderungsantrag wird derzeit im Rahmen der aktuellen politischen Beratungen thematisiert. Die Initiative der Regierungsfraktionen unterstreicht den Willen, die Tabaksteuer als Steuerungsinstrument sowie als verlässliche Einnahmequelle für den Bund weiter zu stärken.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass die geplanten Maßnahmen den Druck auf die Tabakindustrie sowie auf das Konsumverhalten der Bürger in den nächsten Jahren maßgeblich erhöhen werden.
