Tabaksteuer: Einnahmen um 10,8 Prozent gesunken, Erhöhungen ab 2027
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 14:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Einnahmen aus der Tabaksteuer in Deutschland sind in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 massiv zurückgegangen. Laut dem aktuellen Monatsbericht des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) für September 2026 beliefen sich die Einnahmen im Zeitraum von Januar bis August auf insgesamt 9.789 Mio. Euro. Dies entspricht einem Minus von 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Deutlicher Absatzrückgang bei Zigaretten und Feinschnitt
Der Rückgang der Steuereinnahmen korrespondiert mit sinkenden Absatzzahlen auf dem deutschen Markt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis August 2026 insgesamt 40,6 Mrd. Stück Zigaretten versteuert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem noch 46,5 Mrd. Stück abgesetzt wurden, stellt dies ein Minus von 12,6 Prozent dar.
Die Netto-Tabaksteuereinnahmen, die speziell auf den Verkauf von Zigaretten entfallen, sanken in den ersten acht Monaten des Jahres um 11,3 Prozent auf 7,42 Mrd. Euro. Auch beim Feinschnitt ist eine rückläufige Tendenz erkennbar, wenn auch in geringerem Ausmaß.
Die versteuerte Menge sank hier von 16.267 Tonnen im Vorjahreszeitraum auf 15.395 Tonnen zwischen Januar und August 2026, was einem Rückgang von 5,4 Prozent entspricht. Die daraus resultierenden Steuereinnahmen beliefen sich auf 1,50 Mrd. Euro, ein Minus von 4,6 Prozent.
Tabaksteuer im Kontext der allgemeinen Steuereinnahmen
Betrachtet man ausschließlich den Monat August 2026, lagen die Einnahmen aus der Tabaksteuer bei 1.247 Mio. Euro. Dies ist ein Rückgang von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Tabaksteuer entwickelte sich damit schwächer als das gesamte Steueraufkommen (ohne Gemeindesteuern), das im August 2026 um 1,7 Prozent auf 64.323 Mio. Euro stieg. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis August 2026 verzeichneten die Steuereinnahmen insgesamt ein leichtes Plus von 0,9 Prozent auf 581.782 Mio. Euro.
Die Tabaksteuer-Einnahmen sind in den ersten acht Monaten 2026 um 10,8 Prozent gesunken, gleichzeitig sind ab 2027 vier weitere Erhöhungen bis 2030 vorgesehen. Wer als Händler Preise und Margen rechtzeitig anpasst, verliert weniger. Der kostenlose Leitfaden ordnet die geplanten Steuerschritte ein und zeigt, wie Sie Ihr Sortiment darauf ausrichten. Kostenlosen Tabaksteuer-Leitfaden anfordern
Innerhalb der Bundessteuern im August 2026, die insgesamt um 5,9 Prozent auf 7.853 Mio. Euro fielen, zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen: Während die Energiesteuer mit 2.570 Mio. Euro ein Minus von 13,4 Prozent verzeichnete – begründet durch temporäre Senkungen in den Monaten Mai und Juni –, sank der Solidaritätszuschlag um 14,1 Prozent auf 532 Mio. Euro. Die Stromsteuer hingegen stieg deutlich um 27,3 Prozent auf 572 Mio. Euro.
Für das gesamte Jahr 2026 rechnete der Arbeitskreis Steuerschätzungen bereits im Mai mit einem Gesamtaufkommen von 912.705 Mio. Euro, was einer Steigerung von 1,2 Prozent entsprechen würde.
Geplante Steuererhöhungen und Kritik der Branche
Trotz der rückläufigen Zahlen hält die Bundesregierung an ihren Plänen zur weiteren Erhöhung der Tabaksteuer fest. Ab dem 1. Januar 2027 sind bis zum Jahr 2030 insgesamt vier weitere Steuererhöhungen vorgesehen.
Die Tabaksteuerbelastung pro durchschnittlicher Zigarettenpackung soll dabei von derzeit rund 4 Euro auf mehr als 6 Euro steigen. Experten gehen davon aus, dass der Preis für eine Packung Zigaretten von aktuell rund 7,80 Euro bis zum Jahr 2030 auf gut 12 Euro ansteigen wird.
Der versteuerte Zigarettenabsatz lag von Januar bis August 2026 bei 40,6 Mrd. Stück — ein Minus von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sinkende Mengen und steigende Preise verschieben Nachfrage zunehmend in den illegalen Handel, wie der Europäische Rechnungshof warnt. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie Umsatzverluste im Tabakhandel abfedern und Ihr Sortiment robuster aufstellen. Leitfaden gegen Umsatzverlust im Tabakhandel sichern
Die Bundesregierung erwartet durch diese Maßnahmen im Jahr 2027 Mehreinnahmen von rund 1,5 Mrd. Euro. Diese Prognose liegt deutlich über dem ursprünglichen Gesetzentwurf, der lediglich Mehreinnahmen von rund 756 Mio. Euro vorgesehen hatte.
Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), bewertete die Kombination aus rückläufigem Absatz und steigender Haushaltsplanung als erhebliches Risiko. Mücke verwies in diesem Zusammenhang auf Warnungen des Europäischen Rechnungshofs bezüglich des illegalen Tabakhandels, der durch steigende Preise weiter befeuert werden könnte.
