Tabaksteuer: Einnahmen fallen um 11,5 Prozent in sieben Monaten
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 19:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Einnahmen aus der Tabaksteuer in Deutschland sind in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres signifikant zurückgegangen. Wie aus aktuellen Daten des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) hervorgeht, summierten sich die Steuereinnahmen im Zeitraum von Januar bis Juli 2026 auf 8.542 Mio. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Deutlicher Absatzrückgang bei Zigaretten und Feinschnitt
Der Rückgang der Steuereinnahmen wird maßgeblich durch die Entwicklung beim versteuerten Zigarettenabsatz getrieben. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums wurden von Januar bis Juli 2026 insgesamt 35,4 Mrd. Stück Zigaretten versteuert, was einem Minus von 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die daraus resultierenden Steuereinnahmen für den Staat beliefen sich auf 6,29 Mrd. Euro, ein Rückgang von 9,9 Prozent.
Auch im Segment des Feinschnitt-Tabaks ist eine rückläufige Tendenz zu verzeichnen, wenngleich diese moderater ausfällt. Hier sank der Absatz in den ersten sieben Monaten des Jahres um 7,7 Prozent. Die Steuereinnahmen aus diesem Bereich gingen um 1,5 Prozent zurück. Erst zum 1. Januar 2026 war die letzte Stufe der vorangegangenen Tabaksteuerreform in Kraft getreten, was den Rahmen für die aktuelle Marktentwicklung bildet.
Branchenverband warnt vor Erstarken des illegalen Marktes
Angesichts der rückläufigen Zahlen äußerte sich der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) besorgt über die Stabilität des legalen Marktes. Der Verband sehe die Grenze der Belastbarkeit für die legalen Marktteilnehmer erreicht. Nach Einschätzung der Branchenvertreter profitiere vor allem der illegale Markt von der sinkenden Nachfrage nach versteuerten Produkten.
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Der Verband wies zudem auf die preislichen Konsequenzen künftiger Steuererhöhungen hin. Eine Anhebung der Steuer um 80 Cent pro Packung würde den Verkaufspreis bereits im Jahr 2027 auf 9,10 Euro steigen lassen. Bis zum Jahr 2030 sei mit einer weiteren Preissteigerung auf fast 12 Euro zu rechnen.
Regierungspläne für zusätzliche Einnahmen bis 2030
Trotz des aktuellen Rückgangs hält die Bundesregierung an Plänen für eine weitere Verschärfung der Tabakbesteuerung fest. Ab dem Jahr 2027 plant das Bundesfinanzministerium vier weitere jährliche Erhöhungen der Tabaksteuer. Ziel dieser Maßnahmen ist es, bis zum Jahr 2030 zusätzliche Einnahmen in einer Gesamthöhe von rund 8,5 Mrd. Euro zu generieren.
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Die Prognosen des Ministeriums sehen dabei eine gestaffelte Entwicklung der Mehreinnahmen vor. Für das Jahr 2027 rechnet der Bund mit zusätzlichen 756 Mio. Euro. In den darauffolgenden Jahren sollen die Mehreinnahmen auf 1,6 Mrd. Euro (2028) und 2,55 Mrd. Euro (2029) ansteigen.
Für das Jahr 2030 werden schließlich zusätzliche Steuereinnahmen von 3,6 Mrd. Euro erwartet. Damit setzt die Regierung darauf, dass die geplanten Steuererhöhungen den aktuellen Trend sinkender Absatzzahlen fiskalisch kompensieren können.
