Swiss-Tarifvertrag: Arbeitswoche für Bodenpersonal auf 40 Stunden gekürzt
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss senkt die wöchentliche Sollarbeitszeit für ihr Bodenpersonal von 42 auf 40 Stunden. Der neue Gesamtarbeitsvertrag (GAV) tritt am 1. Januar 2027 in Kraft und hat eine Laufzeit von fünf Jahren.
Was sich konkret ändert
Neben der Arbeitszeitverkürzung gibt es finanzielle Verbesserungen. Für Samstagsarbeit erhalten Mitarbeiter künftig 7,50 CHF pro Stunde extra. Ab 2028 steigen die Zulagen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit um 20 Prozent.
Swiss-CEO Jens Fehlinger spricht von einer „ausgewogenen Lösung“ für beide Seiten. Der Personalverband VPOD lobte vor allem die bessere Entschädigung für unregelmäßige Arbeitszeiten.
Spagat zwischen Personalsuche und Kostendruck
Die Zugeständnisse kommen zu einer Zeit, in der der Mutterkonzern Lufthansa spart. Während die Kernmarke in Deutschland bis Ende 2028 rund 550 Verwaltungsstellen streicht, kündigte Swiss bereits im Mai 2026 an, die eigene Verwaltung um etwa 10 Prozent zu reduzieren.
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Ziel der Konzernstrategie: Die Rendite soll bis 2030 auf 8 bis 10 Prozent steigen – 2025 lag sie bei rund fünf Prozent. Der Stellenabbau soll primär über freiwillige Abgänge und Abfindungen laufen. Die operativen Bereiche wie das Bodenpersonal werden dagegen durch den neuen Tarifvertrag gestärkt.
Gesellschaftlicher Trend zur kürzeren Arbeitswoche
Die Swiss-Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die Debatte um kürzere Arbeitszeiten Fahrt aufnimmt. Eine Statista-Umfrage vom Juli 2026 zeigt: Rund zwei Drittel der Erwerbstätigen wünschen sich weniger Arbeit. Etwa die Hälfte hält eine Viertagewoche für sinnvoll. Viele Arbeitnehmer knüpfen Mehrleistung an finanzielle Anreize oder mehr Wertschätzung.
Gleichzeitig verändert Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt. Die Accenture-Studie „Pulse of Change“ bescheinigt der Schweiz eine führende Rolle bei der KI-Nutzung in Europa. Fast die Hälfte der Schweizer Arbeitnehmer setzt KI-Tools täglich ein. Die Mehrheit berichtet von Produktivitätssteigerungen – Experten warnen jedoch vor negativen Folgen für Berufseinsteiger.
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Der Schweizer Temporärmarkt zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen stabil. Im ersten Halbjahr 2026 legten die Einsatzstunden leicht zu, während die Vermittlung von Feststellen deutlich sank. Unternehmen setzen vermehrt auf Zeitarbeit, um flexibel auf Wachstum zu reagieren. Fast 80 Prozent der Dienstleister nutzen dabei bereits KI in der Rekrutierung.
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