SWEG-Streik: Verdi ruft vom 30. September bis 2. Oktober zum Ausstand auf
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Verkehrsunternehmens SWEG für den Zeitraum vom 30. September bis einschließlich 2. Oktober 2026 zu einem dreitägigen Warnstreik aufgerufen. Damit weitet die Arbeitnehmervertretung ihren Arbeitskampf deutlich aus.
Ziel der Maßnahmen ist es, den Druck in den laufenden Tarifauseinandersetzungen zu erhöhen, nachdem vorangegangene Streikphasen nach Angaben der Gewerkschaft keine Reaktion der Arbeitgeberseite hervorgerufen hatten.
Umfangreiche Beeinträchtigungen im regionalen Busverkehr erwartet
Der angekündigte Warnstreik betrifft eine Vielzahl von Standorten des Verkehrsunternehmens. Zu den bestreikten Depots und Betriebsstätten gehören Lahr, Offenburg, Schutterwald und Kehl. Ebenso sind die Standorte Endingen, Emmendingen, Weil am Rhein sowie Müllheim von den Arbeitsniederlegungen betroffen. Auch in Dörzbach, Lauda, Wiesloch, Sinsheim und Gammertingen müssen Fahrgäste mit erheblichen Einschränkungen rechnen.
Die SWEG teilte hierzu mit, dass auf den betroffenen Linien voraussichtlich weitestgehend keine Busse verkehren werden. Das Unternehmen kritisierte die geplante dreitägige Arbeitsniederlegung zudem ausdrücklich und bezeichnete den Streik als unverhältnismäßig.
Seitens der Gewerkschaft Verdi wird die Notwendigkeit des Streiks mit der bisherigen Haltung der Geschäftsführung begründet. Zuvor hatten bereits zwei jeweils zweitägige Streiks stattgefunden, die jedoch zu keiner Annäherung geführt hätten.
Im Zentrum der gewerkschaftlichen Forderungen steht der Schutz der Beschäftigten vor betriebsbedingten Kündigungen. Verdi verlangt entsprechende Garantien insbesondere für den Fall von Neuausschreibungen von Verkehrsleistungen, um die soziale Absicherung des Personals bei Betreiberwechseln zu gewährleisten.
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Parallel laufende Arbeitskämpfe in der Bahnindustrie bei Alstom
Zusätzlich zu den Auseinandersetzungen im Busverkehr verschärft sich die Lage in der Bahnbranche. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat die rund 280 Beschäftigten des Alstom-Werks in Stendal zu einem Warnstreik aufgerufen. Dieser soll am kommenden Montag um 5.00 Uhr beginnen und insgesamt 25 Stunden andauern. Neben dem Hauptwerk in Stendal sollen nach Angaben der Gewerkschaft auch die Außenstandorte in Chemnitz und Waibstadt bestreikt werden.
Die EVG fordert für die Beschäftigten bei Alstom eine Angleichung der Löhne innerhalb des Konzerns. Nach Berechnungen der Gewerkschaft verdient ein Mitarbeiter am Standort Stendal derzeit rund 500 Euro brutto weniger als Kollegen in vergleichbaren Positionen an anderen Standorten des Herstellers.
Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter sei die Geschäftsführung von Alstom bisher nicht bereit gewesen, ein ausreichendes Angebot vorzulegen, das diese Lohnlücke schließe.
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Die gleichzeitigen Streikaufrufe bei der SWEG und Alstom unterstreichen eine zunehmende Dynamik in den Tarifkonflikten des Mobilitätssektors zum Ende des dritten Quartals.
Während bei der SWEG die Sicherheit der Arbeitsplätze bei Ausschreibungen im Fokus steht, konzentriert sich die Auseinandersetzung bei Alstom auf die Angleichung regionaler Lohnunterschiede. In beiden Fällen ist vorerst keine zeitnahe Einigung zwischen den Tarifparteien abzusehen.
