Suva erstattet 20 Prozent: 2,2 Millionen Beschäftigte sparen Prämien
13.06.2026 - 21:02:33 | boerse-global.de
Rund 140.000 Unternehmen mit über 2,2 Millionen Berufstätigen profitieren von sinkenden Prämien.
Der Versicherer erstattet 20 Prozent der Nettoprämien zurück. Möglich macht das ein Überschuss von 308 Millionen Franken im Jahr 2025 bei einer Anlagerendite von 4,3 Prozent. Die Prämien für die Berufsunfallversicherung sinken um 0,8 Prozent, für die Nichtberufsunfallversicherung um 0,7 Prozent.
Die Unfallzahlen entwickeln sich unterschiedlich: Berufsunfälle gingen um 0,9 Prozent auf rund 166.000 Fälle zurück. Gleichzeitig stiegen die Nichtberufsunfälle um 2,8 Prozent auf 296.000 Fälle.
Qualitätslabel gewinnt an Bedeutung
Im betrieblichen Gesundheitsmanagement setzt sich das Label „Friendly Work Space" als Standard durch. 110 Unternehmen in der Schweiz tragen diese Auszeichnung und erfassen damit über 209.000 Mitarbeitende.
Beim Branchentreffen im KKL Luzern Mitte Juni 2026 tauschten sich rund 80 Fachleute über Praxismodelle aus. Firmen wie die Schindler Aufzüge AG und die Obwaldner Kantonalbank zeigten, wie frühzeitige Unterstützung Absenzen senkt. Erstmals gab es Workshops zu gesundem Arbeitsklima.
Wenn Unternehmen Absenzen senken und die Gesundheit ihrer Belegschaft nachhaltig fördern wollen, ist ein professionelles Eingliederungsmanagement der Schlüssel. Dieser kostenlose Ratgeber bietet praxiserprobte Leitfäden und Muster, um Mitarbeiter nach längerer Krankheit rechtssicher und erfolgreich zurück in den Betrieb zu führen. Kostenlose BEM-Anleitung inklusive Gesprächsleitfaden herunterladen
Teamkultur als Erfolgsfaktor
Die nationale BGM-Tagung Mitte September 2026 in Bern stellt die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt. Titel: „Gesunde Teams – Wie Zusammenarbeit gelingt". Experten wie der ehemalige NASA-Wissenschaftsdirektor Prof. Dr. Thomas Zurbuchen betonen die Bedeutung von Klarheit, Diversität und Teamkultur.
Gesundheit wird zunehmend als Gemeinschaftsaufgabe verstanden. Ein bewusster Rhythmus zwischen Belastung und Erholung sowie verbindliche Ruhezeiten sollen die Leistungsfähigkeit sichern.
Auch die ZHAW treibt das Thema voran. Das Departement Gesundheit feierte im Juni 2026 sein 20-jähriges Bestehen und forscht verstärkt zu Fahrkompetenz im Alter und grenzüberschreitender Versorgung.
Neue Themen: Reproduktive Gesundheit und psychische Erste Hilfe
Das betriebliche Gesundheitsmanagement weitet sich auf spezifische Lebensphasen aus. Der Automobilzulieferer Georg Schlegel in Süddeutschland bietet in Kooperation mit einem Partner Unterstützung bei Kinderwunschbehandlungen und Wechseljahresbeschwerden. Ziel: Fehlzeiten reduzieren und Arbeitgeberattraktivität steigern.
Im Kanton Schwyz starten im Herbst 2026 ensa-Kurse für Erste Hilfe bei psychischen Problemen. Auch das IGZ EqualITy-Event thematisierte die Integration mentaler Gesundheit in den Arbeitsalltag.
Der Bund passt die Rahmenbedingungen an: Das Eidgenössische Departement des Innern beschloss Tarifsenkungen bei Laboranalysen und vereinfachte Impfzugänge. Die Einsparungen in der Grundversicherung liegen im Millionenbereich. Zudem bereitet der Bundesrat eine Neuregelung für die Finanzierung der Palliativpflege ab 2027 vor.
