Süßwarenindustrie: 6.000 Beschäftigte erhalten 6,1% Lohnplus
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der südwestdeutschen Süßwarenindustrie ist eine weitreichende Einigung im Tarifstreit erzielt worden. Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sowie der Arbeitgeberverband Ernährung Genuss am 29. Juli 2026 bekannt gaben, verständigten sich die Verhandlungspartner auf einen neuen Tarifvertrag für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Von dem Abschluss profitieren rund 6.000 Beschäftigte in den regionalen Produktionsbetrieben.
Drei Stufen und 24 Monate Laufzeit
Das Kernstück der Einigung ist eine schrittweise Anhebung der Entgelte. Nach Angaben der beteiligten Organisationen steigen die Löhne und Gehälter in insgesamt drei Stufen um 6,1 Prozent. Diese Erhöhungen werden über den gesamten Zeitraum des neuen Tarifvertrags verteilt, dessen Laufzeit auf 24 Monate festgeschrieben wurde.
Bereits am Tag vor der umfassenden Bekanntgabe, dem 28. Juli 2026, hatten sich die Gewerkschaft NGG und der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) speziell für den Standort Hessen auf die Eckpunkte verständigt. Dieser Abschluss sieht ebenfalls eine Anhebung der Entgelte in mehreren Schritten vor, was nun durch die Bestätigung für die angrenzenden Bundesländer Rheinland-Pfalz und das Saarland auf eine breitere regionale Basis gestellt wurde.
Steuerfreie Erholungsbeihilfen als Zusatzleistung
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Neben der prozentualen Steigerung der monatlichen Bezüge beinhaltet das Verhandlungsergebnis zusätzliche finanzielle Leistungen für die Arbeitnehmer. Der neue Tarifvertrag sieht die Auszahlung von steuerfreien Erholungsbeihilfen vor. Diese Beihilfen werden in zwei Teilzahlungen geleistet, die jeweils einen Betrag von 80 Euro umfassen.
Durch diese Einmalzahlungen sollen die Beschäftigten eine zusätzliche Entlastung erfahren, während die Unternehmen von der Steuerfreiheit dieser spezifischen Vergütungsform profitieren können. Die Gewerkschaft und der Arbeitgeberverband bestätigten, dass diese Regelungen fester Bestandteil des nun gültigen Vertragswerks sind.
Betroffene Unternehmen und regionale Bedeutung
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Der Tarifabschluss umfasst namhafte Akteure der Branche, die in den drei betroffenen Bundesländern Produktionsstandorte unterhalten. Zu den Unternehmen, für die der neue Vertrag gilt, zählen unter anderem der Süßwarenhersteller Ferrero, die Marke Magnum sowie die Firmen Waffel Löser und Intersnack. Damit deckt die Vereinbarung wesentliche Teile der Produktion von Süßwaren und Knabbergebäck im Südwesten Deutschlands ab.
Branchenexperten werten den Abschluss als ein wichtiges Signal für die Stabilität in der Lebensmittelproduktion der Region. Die Festlegung auf eine Laufzeit von zwei Jahren verschafft den beteiligten Unternehmen Planungssicherheit in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld. Gleichzeitig tragen die stufenweisen Erhöhungen der Kaufkraft der Beschäftigten Rechnung, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe unmittelbar durch einen einmaligen massiven Kostensprung zu gefährden.
Mit der Bestätigung durch den Arbeitgeberverband Ernährung Genuss und die Gewerkschaft NGG sind die Tarifverhandlungen für diesen Sektor in der Region vorerst abgeschlossen. Die Umsetzung der ersten Stufe der Entgelterhöhung wird gemäß den vereinbarten Fristen in den kommenden Monaten in den Betrieben wirksam.
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