Südkorea Börse, Kospi

Südkorea: Kospi stürzt um mehr als acht Prozent ab

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 02:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Ausverkauf an den US-Technologiemärkten erreicht die asiatischen Börsen. In Seoul reagieren besonders die schwer gewichteten Chipwerte, während Sorgen über Öltransporte durch die Straße von Hormus den Druck verstärken.

Marktreaktion in Ostasien

  • Der Kospi verlor im Frühhandel mehr als acht Prozent und löste eine 20-minütige Handelsunterbrechung aus.
  • SK Hynix büßte elf Prozent ein, Samsung Electronics verlor acht Prozent.
  • Auch Nikkei 225, Hang-Seng-Index und CSI-300 gaben im Frühhandel nach.
Der südkoreanische Leitindex Kospi ist am Freitag eingebrochen. - Bild: Lee Jin-man/AP/dpa

Kospi verliert mehr als acht Prozent

Die südkoreanische Börse ist im Zuge eines weltweiten Ausverkaufs von Tech-Aktien massiv unter Druck geraten. Der Leitindex Kospi brach im Frühhandel um mehr als acht Prozent ein, worauf die Börse in Seoul den Handel für 20 Minuten aussetzte.

Chipwerte geben zweistellig nach

Die Aktien der Speicherchip-Hersteller SK Hynix und Samsung Electronics verloren ebenfalls deutlich. SK Hynix büßten elf Prozent ein, Samsung Electronics acht Prozent.

Circuit Breaker soll Verkäufe bremsen

Der sogenannte Circuit Breaker soll verhindern, dass Panikverkäufe den Markt weiter destabilisieren. Die Maßnahme begrenzte die unmittelbare Handelsdynamik nach dem starken Einbruch.

US-Märkte geben den Impuls

Die Anleger reagierten auf Verluste an der Wall Street und Sorgen über die weitere Entwicklung der Investitionen in Künstliche Intelligenz. Der Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen verstärkte Befürchtungen, dass sich der Ausbau von Rechenzentren verlangsamen könnte.

Ölpreise erhöhen den Druck

Als weiteren Grund für die Kursverluste wurden die Risiken steigender Ölpreise genannt. Nach iranischen Angaben waren erneut mehrere Tanker in der Straße von Hormus beschädigt worden.

Südkorea ist als energiearmes Industrieland stark auf Ölimporte aus dem Nahen Osten angewiesen. Zugleich macht das hohe Gewicht der Halbleiterbranche die südkoreanische Börse besonders anfällig für Schwankungen im KI-Sektor.

Auch andere asiatische Märkte verlieren

Der japanische Nikkei 225 sank im Frühhandel um rund 6,5 Prozent. Der Hang-Seng-Index in Hongkong fiel kurz nach Handelsstart um rund 1,3 Prozent, der CSI-300-Index an den chinesischen Festlandbörsen gab etwa 1,7 Prozent nach.

Der Kurssturz in Seoul verbindet zwei Risikofaktoren, die für die südkoreanische Wirtschaft besonders relevant sind: die hohe Abhängigkeit der Börse von Halbleiterwerten und die starke Abhängigkeit des Landes von Energieimporten. Samsung Electronics und SK Hynix gehören zu den weltweit bedeutenden Speicherchip-Herstellern. Ihre Kurse reagieren deshalb besonders empfindlich auf Erwartungen an die Nachfrage nach Rechenzentren, Servern und KI-Anwendungen.

Die jüngsten Bewegungen zeigen zugleich, wie eng die asiatischen Märkte inzwischen mit der US-Technologiebörse verbunden sind. Wenn Anleger die hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur, deren Finanzierung oder die erwarteten Erträge neu bewerten, trifft das zunächst die großen Technologiewerte. Über Indexfonds und globale Portfolios können sich solche Verkäufe anschließend rasch auf andere Handelsplätze ausweiten.

Ölrisiko verstärkt den Druck

Steigende Ölpreise würden Südkorea zusätzlich belasten, weil das Land einen großen Teil seines Energiebedarfs importieren muss. Höhere Einfuhrkosten können Unternehmensgewinne, Handelsbilanz und Inflation unter Druck setzen. Schäden an Tankern in der Straße von Hormus erhöhen dabei die Bedeutung geopolitischer Risiken für die Märkte.

Der 20-minütige Handelsstopp sollte die unmittelbare Verkaufsdynamik bremsen. Für Anleger und Unternehmen bleibt entscheidend, ob sich die Neubewertung auf einzelne KI- und Chipwerte beschränkt oder auf breitere Konjunkturerwartungen übergreift. Die Kursverluste an weiteren asiatischen Börsen zeigen, dass die Bewegung regional bereits Wirkung entfaltet.

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