Suchtprävention, Angebote

Suchtprävention: Nur jedes 7. bayerische Unternehmen hat Angebote

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

LGL-Erhebung zeigt: Großbetriebe führen bei Suchtprävention, während Kleinstfirmen mit 3,4 % deutlich zurückbleiben. Ministerium fordert Ausbau.

Bayerische Studie: Nur jedes siebte Unternehmen bietet Suchtprävention an
Ein moderner, professioneller Büroarbeitsplatz als Symbol für betriebliche Gesundheitsförderung in Bayern. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am 5. August 2026 hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention eine neue Untersuchung des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur betrieblichen Suchtprävention vorgestellt. Die von Gesundheitsministerin Judith Gerlach veröffentlichte Studie zeigt auf, in welchem Umfang bayerische Betriebe Maßnahmen zur Vorbeugung und Unterstützung bei Abhängigkeitserkrankungen implementiert haben. Ein zentrales Ergebnis der Erhebung ist, dass derzeit jedes siebte Unternehmen im Freistaat entsprechende Angebote zur betrieblichen Suchtprävention vorhält.

Deutliches Gefälle nach Unternehmensgröße

Die Daten der LGL-Studie verdeutlichen eine signifikante Diskrepanz zwischen verschiedenen Unternehmensgrößen. Während Großunternehmen eine Vorreiterrolle einnehmen, hinkt der Mittelstand sowie der Kleingewerbesektor deutlich hinterher. Laut den Erhebungen des Ministeriums bieten mehr als 50 % der Großbetriebe strukturierte Programme zur Suchtprävention an. Damit verfügt mehr als jedes zweite große Unternehmen über entsprechende Mechanismen zum Schutz der Belegschaft.

Im Gegensatz dazu ist die Verbreitung solcher Angebote in kleineren Betrieben weitaus geringer. Bei Kleinstbetrieben liegt die Quote der Unternehmen mit Suchtpräventionsmaßnahmen lediglich bei 3,4 %. Auch Kleinbetriebe weisen mit einem Anteil von 7,4 % eine vergleichsweise geringe Abdeckung auf. Diese Zahlen unterstreichen, dass die Implementierung präventiver Strukturen in der Fläche des bayerischen Mittelstands noch am Anfang steht.

Relevanz für den Gesundheitsstandort Bayern

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Der Hintergrund für die Untersuchung und die damit verbundenen Bemühungen des Ministeriums liegt in der gesundheitspolitischen Tragweite von Abhängigkeitserkrankungen. Statistiken zeigen, dass die Alkoholabhängigkeit bundesweit etwa 4,2 % der Bevölkerung in der Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen betrifft. Auf den Freistaat Bayern heruntergebrochen entspricht dieser Prozentsatz rund 130.000 betroffenen Menschen.

Angesichts dieser Zahlen gewinnt die Arbeitswelt als Ort der Früherkennung und Unterstützung an Bedeutung. Da ein erheblicher Teil der Betroffenen im erwerbsfähigen Alter ist, bietet das betriebliche Umfeld Chancen, präventiv einzuwirken oder Hilfestellungen frühzeitig zu vermitteln. Die Studie dient somit als Bestandsaufnahme, um bestehende Lücken in der Versorgungskette zwischen Arbeitsplatz und Gesundheitssystem zu identifizieren.

Forderungen nach Ausbau der Angebote für kleine Firmen

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Auf Basis der Studienergebnisse leitete Ministerin Judith Gerlach konkrete Handlungsbedarfe ab. Sie forderte eine Ausweitung der Angebote zur Suchtprävention, wobei ein besonderer Fokus auf kleinere Unternehmen gelegt werden müsse. Ziel sei es, die Barrieren für Kleinst- und Kleinbetriebe zu senken, damit auch dort Beschäftigte von präventiven Maßnahmen profitieren können.

Die Ministerin sprach sich dafür aus, speziell auf die Bedürfnisse kleinerer Firmen zugeschnittene Konzepte zu fördern, da diese oft nicht über die personellen oder finanziellen Ressourcen verfügen wie Großkonzerne, um eigenständige Abteilungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement zu unterhalten. Die Veröffentlichung der Studie am 5. August 2026 markiert somit den Auftakt für eine verstärkte Sensibilisierung der bayerischen Wirtschaft für die Thematik der Suchtprävention am Arbeitsplatz.

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