Stuttgarter, Oper

Stuttgarter Oper: CDU fordert Planungsstopp und Neubau-Prüfung

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 20:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die CDU verlangt eine offene Prüfung von Sanierung und Neubau, während die Projektkosten über 1,5 Milliarden Euro steigen und Stuttgart berät.

Stuttgarter Oper: CDU fordert Neubauprüfung und Planungsstopp
Die historische Fassade der Stuttgarter Staatsoper im goldenen Licht mit detaillierten Säulen und Steinverzierungen. Illustration mit AI erstellt.

Die CDU-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg hat eine weitreichende Kursänderung bei der geplanten Sanierung der Stuttgarter Staatsoper gefordert. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, setzt sich die Fraktion für einen sofortigen Planungsstopp des bisherigen Vorhabens ein und drängt stattdessen auf die Prüfung eines kompletten Neubaus. Damit lehnt die CDU das bisherige Sanierungskonzept ab und fordert eine ergebnisoffene Untersuchung alternativer Konzepte.

Ein zentraler Kritikpunkt der Fraktion richtet sich gegen die Errichtung eines Interimsgebäudes, das während der langjährigen Sanierungsphase als Ausweichspielstätte dienen soll.

Die CDU-Landtagsfraktion hält dieses Provisorium für nicht sinnvoll. Für den Bau und Betrieb dieser Ersatzspielstätte, die für einen Zeitraum von maximal zehn Jahren vorgesehen ist, werden Kosten in Höhe von bis zu 289 Mio. Euro veranschlagt.

Angesichts dieser Summen fordert die Fraktion, dass bis zu einer endgültigen Grundsatzentscheidung zwischen einer Sanierung des Bestands und einem Neubau keine weiteren finanziell oder rechtlich bindenden Beschlüsse gefasst werden dürfen.

Massiver Anstieg der geschätzten Gesamtkosten

Die Forderung nach einer Neubewertung wird insbesondere mit der massiven Kostenentwicklung des Großprojekts begründet. Nach Angaben der CDU-Landtagsfraktion liegen die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt mittlerweile deutlich über 1,5 Mrd. Euro. Hinter den Kulissen werde sogar bereits über eine Summe von mehr als 2 Mrd. Euro spekuliert.

Diese Zahlen verdeutlichen die Dynamik im Vergleich zu früheren Planungsständen. Im Jahr 2019 war man noch von Sanierungskosten in einer Größenordnung von rund 1 Mrd. Euro ausgegangen.

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Die geschätzten Gesamtkosten des Stuttgarter Opernprojekts liegen laut CDU-Landtagsfraktion inzwischen deutlich über 1,5 Mrd. Euro, hinter den Kulissen wird über mehr als 2 Mrd. Euro spekuliert; 2019 war man noch von rund 1 Mrd. Euro ausgegangen. Für Bau- und Immobilien-Entscheider lohnt der Blick auf die Mechanik solcher Kostenentwicklungen. Kostenvergleich Sanierung und Neubau jetzt anfordern

Eine damalige Beispielrechnung für einen fiktiven Neubau belief sich auf einen Korridor zwischen 1,2 und 1,4 Mrd. Euro. Durch die aktuelle Kostenentwicklung sieht die Fraktion die Notwendigkeit, die Neubau-Option nun als ernsthafte und möglicherweise wirtschaftlichere Alternative neu zu bewerten.

Stadt Stuttgart reagiert auf die neuen Forderungen

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat bereits auf die aktuelle Debatte reagiert und den geplanten Vorprojektbeschluss zur Interimsoper vorerst verschoben. Oberbürgermeister Nopper erklärte, er halte an einer zeitnahen Expertenanhörung fest.

In diesem Rahmen sollen die Optionen Sanierung, Interimslösung und Neubau umfassend erörtert werden. Dabei warnte der Oberbürgermeister ausdrücklich vor den Gefahren weiterer Zeitverzögerungen, die zu zusätzlichen Kostensteigerungen führen könnten.

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Seit 27 Jahren wird über die Stuttgarter Oper diskutiert, ein Baubeginn ist weiterhin nicht erreicht — und jede weitere Verzögerung verteuert die Maßnahme. Wer Großprojekte steuert, braucht eine belastbare Checkliste für genau diese Risikofaktoren. Checkliste Großprojekt-Risiken jetzt sichern

Auch aus der Stadtverwaltung wurden mahnende Stimmen laut. Mayer aus Stuttgart wies darauf hin, dass die Diskussion um die Oper bereits seit 27 Jahren andauere. Jede weitere Verzögerung des Baubeginns führe zwangsläufig zu einer weiteren Verteuerung der Maßnahmen.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der geschichtsträchtige Littmann-Bau. Das im Jahr 1912 eröffnete Gebäude ist denkmalgeschützt und prägt das Stuttgarter Stadtbild. Aufgrund des baulichen Zustands gilt die Spielstätte jedoch als dringend sanierungsbedürftig, wobei nun zur Debatte steht, ob dies im Rahmen des Bestands oder durch einen modernen Ersatzbau gelöst werden soll.

Mehr zum Thema bei SWR: „Oper Stuttgart: CDU fordert Neubau statt Sanierung“

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