Künstliche Intelligenz, Finanzdienstleistung

Von der Filiale zur digitalen Finanzinfrastruktur

08.06.2026 - 08:15:00 | presseportal.de

Stuttgart - Banken haben nach wie vor einen wesentlichen Stellenwert beim Zugang in den Finanzmarkt, doch das klassische Bild einer Bank mit vielen Filialen und persönlichem Schaltergeschäft hat sich stark verändert. Zwar ist das Grundprinzip - Einlagen entgegennehmen und Kredite vergeben - im Kern gleichgeblieben, doch heute ist das Bankgeschäft weitgehend digitalisiert, Filialen spielen eine deutlich kleinere Rolle, und selbst Beratung findet zunehmend telefonisch oder online statt. Gleichzeitig sind neue Wettbewerber in den Markt eingetreten, etwa PayPal im Zahlungsverkehr oder Buy-now-pay-later-Anbieter im Konsumentenkreditbereich. Diese Unternehmen übernehmen Teile klassischer Bankdienstleistungen, waren lange weniger stark reguliert und konnten dadurch schneller agieren. Inzwischen wird jedoch auch hier die Regulierung verschärft, insbesondere um Überschuldung - gerade bei jungen Kundinnen und Kunden - zu verhindern.

Von der Filiale zur digitalen Finanzinfrastruktur - Bild: presseportal.de
Von der Filiale zur digitalen Finanzinfrastruktur - Bild: presseportal.de

Karim el Abiary, Chief Operating Officer der Creditplus Bank AG, spricht über die herausfordernde Rolle der Banken und den Einsatz von KI im Bankwesen.

Herr el Abiary, welche Rolle spielen Banken heute noch als Gatekeeper zum Finanzmarkt?

Bill Gates hat schon im Jahr 1994 gesagt: "Banking is necessary, banks are not." Das ist eine Weile her - und Banken gibt es immer noch, es gibt sogar mehr als weniger. Der größte Unterschied zu früher liegt im Kund:innenerlebnis: Kredite laufen heute digital und automatisiert direkt am Point of Sale ab, das Finanzprodukt selbst rückt in den Hintergrund. Entscheidend ist, dass Kund:innen ihr Wunschprodukt sofort erhalten. Banken bleiben zentral im Finanzsystem, stehen aber unter hohem Wettbewerbsdruck - und um zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie radikal digitalisieren.

Banken sind heute nicht mehr primär klassische Filialanbieter, sondern regulierte Finanzdienstleister, die innerhalb klarer gesetzlicher Vorgaben agieren. Dazu gehört insbesondere die Pflicht zu prüfen, ob Kundinnen und Kunden sich einen Kredit überhaupt leisten können. Die Kreditprozesse selber sind weitgehend digital, manuelle Eingriffe erfolgen nur bei regulatorischer Notwendigkeit. Zudem verstärkt Open Banking den Wettbewerb: Banken müssen mit Kund:inneneinwilligung Kontodaten zugänglich machen, wodurch Entscheidungen schneller und digital erfolgen können. Dazu zählen auch digitale Signaturen und datenbasierte Prüfungen.

Worin unterscheiden sich die finanziellen Erwartungen von der Gen Z von denen der älteren Kund:innen?

Banking muss einfach, schnell und vollständig digital verfügbar sein. Klassische Banken stehen vor der doppelten Herausforderung, persönlichen Kontakt zu ermöglichen und gleichzeitig eine leistungsfähige, integrierte digitale Infrastruktur bereitzustellen. Bankprodukte sollten nahtlos in die Lebens- und Konsumprozesse der Kundinnen und Kunden integriert sein.

Für die jüngere Generation ist Digitalisierung besonders entscheidend. Sie erwartet, dass Produkte vollständig digital und einfach gestaltet sind und intuitiv in den Alltag eingebunden werden können. Einfachheit ist dabei zentraler Erfolgsfaktor. Mit diesem Generationenwandel verschiebt sich Banking immer stärker weg vom traditionellen Filialmodell hin zu einer digital integrierten, regulierten Finanzinfrastruktur, bei der direkte Gespräche und Telefonate zunehmend durch digitale Kommunikation wie Messaging oder Sprachnachrichten ersetzt werden.

Kommen wir noch kurz zu KI. Wo sehen Sie den größten realen Mehrwert von KI im Finanzsektor?

Wir bei der Creditplus setzen KI heute bereits gewinnbringend ein, weit über Chatbots hinaus. Ein zentrales Einsatzfeld ist beispielsweise die Unterstützung der Kreditentscheidung durch KI, weitere Felder sind Betrugsprävention, Risikomanagement, Informationssicherheit sowie Prozessoptimierung.

Zukünftig bietet KI vor allem zwei Potenziale: Erstens weitere Effizienzsteigerung durch KI-gestützte Automatisierung manueller Prozesse, zweitens die gezielte Bereitstellung maßgeschneiderter Angebote für Kundinnen und Kunden. Die Herausforderung wird darin liegen, Individualisierung zu erhöhen, ohne die Standardisierung und Einfachheit der Produkte zu verlieren.

Welche Entscheidung muss definitiv noch von einem Menschen getroffen werden?

Entscheidend ist die Kontrolle über das gesamte KI-System. Falsch trainierte Modelle können verzerrte Entscheidungen treffen, daher müssen sie kontinuierlich überwacht, nachvollziehbar gemacht und gesteuert werden. Regulatorisch müssen Banken jederzeit erklären können, wie KI zu ihren Ergebnissen kommt.

KI zeigt bereits heute Vorteile, etwa bei der Betrugserkennung, und sie kann perspektivisch selbstständig Prozesse auslösen - solange die Kontrolle gewährleistet bleibt. Intern setzen wir in Stabsfunktionen zusätzlich KI-Tools wie Copilot ein, um Routineaufgaben wie Recherchen, Analysen und ähnliches zu beschleunigen, und künftig auch für die Softwareentwicklung, natürlich unter striktem Datenschutz.

Grundsätzlich gilt: KI bietet großes Potenzial für Unternehmen, die ihre Daten und Prozesse im Griff haben und gleichzeitig die Entwicklung der Kund:innenbedürfnisse verstehen. Es erfordert aber einen verantwortungsvollen und kontrollierten Einsatz.

Es gibt Banken. Es gibt Kreditbanken. Und es gibt die Creditplus - Spezialist in Sachen Finanzierung.

Pressekontakt:

Silke Maaß
T: +49 711 6606 6345
E: presse@creditplus.de
W: https://www.creditplus.de/

Original-Content von: CreditPlus Bank AG übermittelt durch news aktuell

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