Strukturwandel in der Landwirtschaft

22.01.2020 - 09:42:02 | ad-hoc-news.de

Der Trend zu einer Zentralisierung in der Schweinemast ist ungebrochen

Schweine in Mastbetrieb - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Schweine in Mastbetrieb - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweinehaltung ist im Zeitraum von 2010 bis 2019 um 35 Prozent gesunken. Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlichte am Mittwoch die neuesten Daten zur Entwicklung auf dem landwirtschaftlichen Sektor. Bei den Schweinemastbetrieben tritt der Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft am deutlichsten hervor. Von 33.400 Betrieben im Jahr 2010, gaben zwischenzeitlich 11.800 Betriebe auf. Der Schweinebestand in der Bundesrepublik sank dabei um 2 Prozent auf jetzt ca. 26 Millionen Schweine. Hinter diesen Zahlen versteckt sich ein Konzentrationsprozess in der Tierhaltung. Das „Bauernsterben“ betraf in erster Linie die Kleinbetriebe, die nicht mehr in der Lage waren, gegen die Übermacht der großen Mastbetriebe zu bestehen. Im Jahr 2010 waren unter den damals 33.400 Höfen noch 4200 Betriebe, in denen weniger als 100 Schweine gehalten wurden. Von diesen Betrieben überlebten nur 1700, d.h. mehr als 60 Prozent der Kleinbetriebe gaben die Schweinehaltung auf. Die Schweinehaltung ist dabei nur Vorreiter einer Entwicklung, die beim deutschen Bauernverband auf deutlicher Kritik stößt. Während bei den Kleinbetrieben der Trend besonders deutlich hervortritt, waren laut Statistischem Bundesamt auch die Betriebe mittlerer Größe von der Pleitewelle betroffen. Bei den Betrieben mit einer Schweinehaltung von 500 bis 999 Tieren nahm die Anzahl zwischen 2010 und 2019 um 32 Prozent ab. Bei den Betrieben mit 1000 bis 1999 Tieren, mussten immerhin noch 8 Prozent aufgeben. Bei Mastbetrieben mit Beständen ab 2000 Tieren kehrte sich der Trend seit 2010 um. Gab es im Jahr 2010 noch 2000 Betriebe, die diese magische Marke von 2000 Tieren überschritten, so wuchs deren Zahl seither um 35 Prozent. Noch deutlicher treten die Zentralisierungstendenzen bei den Großbetrieben mit Beständen mit mehr als 5000 Schweinen auf. Ihre Zahl wuchs um 200 Betriebe auf nunmehr 500. Auch bei der Rinderhaltung wird eine ähnliche Entwicklung durch die Daten des Statistischen Bundesamtes belegt. Allerdings erschwert bei der Rinderhaltung die Art der Datenerhebung eine Einschätzung. Im Gegensatz zur Schweinehaltung, wird bei den Rindern nach Haltung unterschieden und nicht nach Betrieben. Die Gesamtzahl landwirtschaftlicher Betriebe sank zwischen 2010 und 2016 von 300.000 Betrieben auf 275.000. Seither dürfte sich dieses Minus von 8 Prozent noch einmal deutlich erhöht haben.

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