Strompreise, Gaspreise

Strompreise: Verivox erwartet 20 Prozent Anstieg für Neukunden

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Strompreis für Neukunden liegt laut Verivox bundesweit bei knapp 31 Cent je Kilowattstunde. Beim Gas rechnet das Vergleichsportal wegen hoher Einkaufskosten und niedriger Speicherstände mit Erhöhungen von bis zu 20 Prozent zum Jahreswechsel.

Verivox-Chef erwartet deutlich steigende Strom- und Gaspreise
Stromzähler (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Verivox erwartet wegen des anhaltenden Iran-Kriegs deutlich steigende Strom- und Gaspreise in Deutschland. Der Strompreis für Neukunden liegt bundesweit bereits bei knapp 31 Cent je Kilowattstunde und damit 20 Prozent über dem Niveau von Anfang März, sagte Verivox-Chef Daniel Puschmann der „Rheinischen Post“.

Strompreise ziehen für Neukunden an

Nach Einschätzung des Vergleichsportals müssen in den kommenden Wochen und Monaten auch Bestandskunden mit deutlichen Strompreiserhöhungen rechnen. Ursache seien die anhaltend hohen Gaspreise, weil der Strompreis häufig durch das teuerste Kraftwerk bestimmt werde und dies oft ein Gaskraftwerk sei.

Eine vierköpfige Familie zahlt laut Puschmann derzeit in der Grundversorgung durchschnittlich 1.594 Euro jährlich für Strom. Durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter könne sie rund 360 Euro sparen; ein Tarif mit Preisgarantie könne zudem vor weiteren erwarteten Anstiegen schützen.

Gas könnte zum Jahreswechsel teurer werden

Auch beim Gas rechnet Verivox mit steigenden Preisen. Puschmann verwies auf den historisch niedrigen Füllstand der Speicher für einen September, erwartete aber keine neue Mangellage: Deutschland werde nicht frieren, das Gas werde jedoch teurer.

Bislang hätten erst wenige Versorger bundesweit Gaspreiserhöhungen angekündigt. Verivox rechne damit, dass weitere Anbieter spätestens zum Jahreswechsel nachziehen; wegen der hohen Einkaufspreise seien Erhöhungen von bis zu 20 Prozent möglich.

Für eine Familie im Einfamilienhaus könne die jährliche Gasrechnung dadurch im Schnitt auf etwa 2.400 Euro steigen. Das wären rund 400 Euro mehr als vor dem Iran-Krieg, wobei die Belastung je nach Tarif auch deutlich höher ausfallen könne.

Die angekündigten Preisrisiken treffen auf einen Energiemarkt, der bereits durch geopolitische Unsicherheit belastet ist. Der Strompreis für Neukunden liegt laut der dts-Meldung bundesweit bei knapp 31 Cent je Kilowattstunde und damit 20 Prozent über dem Niveau von Anfang März. Für Bestandskunden werden höhere Kosten typischerweise erst sichtbar, wenn Preisbindungen auslaufen oder Versorger ihre Tarife anpassen.

Beim Strom wirkt der Gaspreis indirekt über den europäischen Großhandel. Weil Gaskraftwerke in angespannten Marktphasen häufig das jeweils teuerste noch benötigte Kraftwerk stellen, können höhere Gasbeschaffungskosten den Strompreis mit nach oben ziehen. Zugleich lagen die deutschen Gasspeicher Ende September mit knapp 58 Prozent deutlich unter dem Füllstand des Vorjahres von rund 77 Prozent. Die Bundesregierung hat deshalb das staatliche Unternehmen Sefe angewiesen, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern.

Belastung für Haushalte

Eine unmittelbare Mangellage ist damit nicht verbunden; die entscheidende Belastung liegt zunächst im Preis. Für eine vierköpfige Familie in der Strom-Grundversorgung nennt Verivox durchschnittlich 1.594 Euro im Jahr. Beim Gas könnten sich höhere Großhandelskosten zeitversetzt auf Haushalte auswirken, insbesondere wenn bestehende Preisgarantien enden. Eine Preisgarantie kann kurzfristig vor weiteren Erhöhungen schützen, bindet Verbraucher aber häufig an bestimmte Vertragslaufzeiten. Für Haushalte werden damit Verbrauch, Tariflaufzeit und Wechselzeitpunkt zu den wichtigsten Stellgrößen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Staatliches Energieunternehmen Reiche ordnet Befüllung der Gasspeicher an“ (30.09.2026)

Der Beitrag bestätigt den niedrigen Füllstand der deutschen Gasspeicher und berichtet über den Auftrag an Sefe, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden einzulagern. Der Schwerpunkt liegt auf der staatlichen Vorsorge und dem Risiko eines kalten Winters, während konkrete Endkundenpreise nicht im Mittelpunkt stehen.

n-tv: „Betriebe reichen Kosten weiter: Verbrauchern drohen steigende Preise durch teure Energie“ (30.09.2026)

Der Artikel ordnet die erwarteten Preissteigerungen in die Entwicklung der Öl-, Gas- und Strommärkte ein und verweist auf steigende Preiserwartungen der Unternehmen. Anders als die dts-Meldung richtet sich der Blick stärker auf die Weitergabe höherer Energiekosten an Waren und Dienstleistungen sowie auf die Inflation.

Übereinstimmend wird ein erheblicher Preisdruck durch geopolitische Risiken beschrieben. Offen bleibt vor allem, wie schnell die Großhandelspreise in konkrete Tarifanpassungen für Bestandskunden durchschlagen und wie stark ein milder oder kalter Winter die Versorgungslage beeinflusst.

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