Strompreise 2026, Gaspreise Haushalte

Strompreise sinken 2026 auf 37,97 Cent je Kilowattstunde

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 08:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Strom und Erdgas waren für private Haushalte im ersten Halbjahr 2026 günstiger als im zweiten Halbjahr 2025. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2021 liegen die Preise jedoch weiterhin deutlich höher.

Strom- und Gaspreise für Haushalte im 1. Halbjahr niedriger
Heizung (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Private Haushalte in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 im Durchschnitt 11,58 Cent je Kilowattstunde für Erdgas gezahlt. Die Gaspreise sanken damit gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 um 5,3 Prozent, während Strom im Schnitt 37,97 Cent je Kilowattstunde kostete.

Strompreise sinken in allen Verbrauchsgruppen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Gaspreise 4,5 Prozent unter dem Wert des ersten Halbjahres 2025, aber 80,7 Prozent über dem ersten Halbjahr 2021. Strom verbilligte sich gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 um 6,4 Prozent und gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 zahlten Haushalte dennoch 16,4 Prozent mehr.

Die Strompreise gingen in allen Verbrauchsgruppen zurück. Haushalte mit einem Jahresverbrauch von weniger als 1.000 Kilowattstunden zahlten 57,99 Cent je Kilowattstunde, 2,5 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2025. Bei einem Verbrauch von mehr als 15.000 Kilowattstunden lag der Durchschnittspreis bei 30,55 Cent und damit 6,9 Prozent niedriger.

Netzentgelte und Gasspeicherumlage beeinflussen Preise

Als wichtigen Grund für den Rückgang bei Strom nennt das Statistische Bundesamt niedrigere Netzentgelte infolge der Bundesbezuschussung der Netzbetreiber. Beim Erdgas wirkte sich die Abschaffung der Gasspeicherumlage aus. Haushalte mit einem Jahresverbrauch von weniger als 20 Gigajoule zahlten 15,17 Cent je Kilowattstunde, 6,1 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2025. Bei mehr als 200 Gigajoule lag der Preis bei 10,92 Cent und damit 3,5 Prozent niedriger.

Unternehmen zahlen weniger für Strom, aber mehr für Gas

Nicht-Haushalte zahlten für Erdgas ohne Mehrwertsteuer und abzugsfähige Steuern durchschnittlich 6,29 Cent je Kilowattstunde. Das waren 1,8 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2025, aber 6,8 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 lag der Preis 106,2 Prozent höher; laut Destatis zeigten sich dabei erste Auswirkungen der Krise in der Meerenge von Hormus.

Für Strom zahlten Nicht-Haushalte vorläufig durchschnittlich 17,64 Cent je Kilowattstunde. Der Preis sank binnen Halbjahresfrist um 8,3 Prozent und binnen Jahresfrist um 8,7 Prozent, lag aber 18,4 Prozent über dem Niveau des ersten Halbjahres 2021. Der geplante Industriestrompreis konnte bei der Erhebung noch nicht berücksichtigt werden.

Die Destatis-Zahlen zeigen eine kurzfristige Entlastung bei den Energiepreisen, beseitigen aber den langfristigen Kostensprung seit der Energiekrise nicht. Haushalte zahlten für Erdgas im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 11,58 Cent je Kilowattstunde und damit 80,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2021. Beim Strom lag der Abstand zum Vergleichszeitraum vor dem russischen Angriff auf die Ukraine bei 16,4 Prozent.

Für die aktuelle Entwicklung waren nicht allein die Beschaffungskosten entscheidend. Beim Strom wirkten niedrigere Netzentgelte infolge der Bundesbezuschussung der Netzbetreiber preisdämpfend. Beim Gas entlastete die Abschaffung der Gasspeicherumlage. Die Durchschnittswerte verdecken zudem erhebliche Unterschiede: Haushalte mit weniger als 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlten 57,99 Cent je Kilowattstunde, während der Preis bei einem Verbrauch von mehr als 15.000 Kilowattstunden 30,55 Cent betrug.

Internationale Risiken bleiben bestehen

Die Preisentwicklung bleibt eng mit dem europäischen Gasmarkt verbunden. Niedrige Speicherstände und die angespannte Lage rund um die Meerenge von Hormus können Beschaffungskosten und damit mittelbar auch Strompreise erhöhen. Gas wird häufig zur Absicherung der Stromnachfrage eingesetzt; höhere Gaskosten können deshalb auf den Großhandel und spätere Tarife durchschlagen. Für Verbraucher bedeutet der Rückgang im ersten Halbjahr somit eine Entlastung, aber keine Rückkehr zum Preisniveau von 2021.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FOCUS online: „Leser fragen: Warum bleibt Strom trotz Erneuerbaren teuer?“ (29.09.2026)

Der Beitrag ordnet die weiterhin hohen Strompreise über Netzkosten, Speicherbedarf und die Rolle gasbetriebener Kraftwerke ein. Er bestätigt damit den strukturellen Abstand zu früheren Preisniveaus, setzt den Schwerpunkt jedoch auf die Preisbildung und mögliche Einsparungen durch Tarifwechsel statt auf die Destatis-Durchschnittswerte.

Euronews: „Geht uns das Gas aus? So sicher ist die EU für den Winter“ (28.09.2026)

Euronews beschreibt niedrige europäische Gasspeicherstände, höhere Beschaffungskosten und Risiken durch die Lage rund um die Meerenge von Hormus. Anders als die Destatis-Meldung, die den zurückliegenden Preisrückgang für Haushalte dokumentiert, richtet sich der Schwerpunkt auf mögliche Belastungen im kommenden Winter und die Abhängigkeit von internationalen Gaslieferungen.

Beide Beiträge stellen den kurzfristig niedrigeren Haushaltskosten strukturelle Belastungen gegenüber. Offen bleibt, wie stark internationale Versorgungsrisiken und politische Entlastungsmaßnahmen die nächsten Preisperioden beeinflussen.

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