Streik, Handel

Streik im Handel: 5,2 Millionen Beschäftigte fordern 7 Prozent mehr

05.06.2026 - 13:22:57 | boerse-global.de

Verdi weitet die Arbeitsniederlegungen im Einzel- und Großhandel deutlich aus. Die Gewerkschaft fordert 7 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber bieten weniger.

Verdi eskaliert Tarifkonflikt im Handel mit bundesweiten Streiks
Streik - Retail workers holding protest signs in a modern shopping mall, advocating for higher wages. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

und 5. Juni mit koordinierten Arbeitsniederlegungen eskaliert. In allen Bundesländern legten Beschäftigte aus Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandel die Arbeit nieder – als Antwort auf aus ihrer Sicht unzureichende Angebote der Arbeitgeber.

Tausende legen die Arbeit nieder

Bereits Mitte Mai hatten mehr als 5.000 Beschäftigte in über 200 Betrieben gestreikt. Anfang Juni weitete Verdi die Aktionen deutlich aus. Am 4. Juni konzentrierten sich die Proteste auf Sachsen, wo rund 100 Mitarbeiter von Zentrallagern den Betrieb unterbrachen, sowie auf eine Demonstration in Kiel mit etwa 200 Teilnehmern.

Anzeige

Tarifkonflikte und Streiks belasten das Betriebsklima – umso wichtiger ist eine starke Arbeitnehmervertretung. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie mit 9 Vorlagen und Checklisten dabei, die rechtlichen Hürden bei der Betriebsratsgründung sicher zu meistern. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Betriebsratsgründung sichern

Am 5. Juni folgten bundesweite Kundgebungen in Berlin, Erfurt, Bochum, Saarbrücken und Ingolstadt. In Hessen rief die Gewerkschaft für diesen und den 6. Juni zu Streiks auf – allein dort wurden rund 800 Teilnehmer erwartet.

Betroffen waren namhafte Unternehmen: Edeka, Rewe, Kaufland, Penny, Metro, Ikea, Douglas sowie die Textilhändler H&M, Zara und Primark.

Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer sagte bei Auftritten in Kiel und Erfurt: „Die aktuellen Angebote der Arbeitgeber bedeuten für die Beschäftigten einen Reallohnverlust."

Forderungen und Angebote klaffen auseinander

Verdi fordert für die rund 5,2 Millionen Beschäftigten eine Entgelterhöhung von 7 Prozent, mindestens jedoch 225 Euro mehr pro Monat – bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für Hessen verlangt die Gewerkschaft konkret 250 Euro mehr für alle Entgeltgruppen und 150 Euro mehr für Auszubildende.

Das Angebot der Arbeitgeber sieht anders aus: Im Einzelhandel soll es nach einer sechsmonatigen Nullrunde 2 Prozent zum 1. November 2026 und weitere 1,5 Prozent zum 1. August 2027 geben. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Im Groß- und Außenhandel liegt das Angebot bei 3,4 Prozent, ebenfalls über zwei Jahre.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) betont, dass kaum Spielraum für Zugeständnisse bestehe. Spürbare Auswirkungen für Kunden erwartet der Verband nicht.

Wirtschaftliche Lage als Argument

Verdi begründet die Forderungen mit der wirtschaftlichen Lage der Unternehmen. Für 2025 weist die Branche einen Umsatz von rund 2,17 Billionen Euro aus, der Gewinn lag bei etwa 82,9 Milliarden Euro. Davon entfielen 25 Milliarden auf den Einzelhandel und 57,9 Milliarden auf den Groß- und Außenhandel.

Ein strukturelles Merkmal bleibt der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigten – im Einzelhandel liegt er bei knapp zwei Dritteln. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass die Beschäftigten nach einem Tarifabschluss für 2023 bis 2025 mit Zuwächsen von insgesamt 14 Prozent nun weiteren Schutz gegen die Inflation benötigten.

Anzeige

Während Gewerkschaften für bessere Löhne kämpfen, müssen Arbeitnehmer ihre Rechte auch im Kleingedruckten kennen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, welche Klauseln in Arbeitsverträgen heute nicht mehr zulässig sind und wie Sie Ihre Ansprüche rechtssicher prüfen. Kostenlosen Ratgeber zum Arbeitsvertrag herunterladen

Nächste Verhandlungen stehen an

Die Tarifauseinandersetzung wird in den kommenden Wochen regional fortgesetzt. Am 8. Juni sind Verhandlungen für den Einzelhandel in Baden-Württemberg angesetzt, am 12. Juni folgt der Groß- und Außenhandel in Niedersachsen und Bremen. Eine zentrale Runde für den Groß- und Außenhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist für den 30. Juni in Dresden geplant.

Bis zu einer Einigung rechnet Verdi mit weiteren punktuellen Arbeitsniederlegungen.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69487152 |