Stichprobeninventur: Unternehmen können den Zählaufwand um bis zu 95 Prozent senken
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachbeiträge thematisieren aktuell den verstärkten Einsatz digitaler Prozesse, um den betrieblichen Inventuraufwand mithilfe statistischer Verfahren spürbar zu verringern, sowie die Einführung neuer Finanzsoftware zur Entlastung der Kassenführung an öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen. Die fortschreitende Digitalisierung soll dabei sowohl gesetzliche Vorgaben erfüllen als auch Fehlerquellen in der Buchhaltung reduzieren.
Einsparpotenziale durch Stichprobeninventur und Zertifizierungen
Wie Fachberichte darlegen, kann eine statistisch optimierte Stichprobeninventur den Zählaufwand in Unternehmen um bis zu 95 Prozent senken. Bei einem exemplarischen Bestand von 10.000 Lagerpositionen müssen demnach lediglich 1.000 Positionen physisch erfasst werden. Ausgehend von einer Ersparnis von 3 Euro je nicht gezählter Position ergibt sich daraus bereits im ersten Jahr eine Einsparung von rund 27.000 Euro.
Rechtliche Sicherheit ist dabei eine zentrale Voraussetzung: Für die Software INVENT XPERT liegt laut Berichten eine Zertifizierung durch PwC nach dem Prüfungsstandard IDW PS 880 vor, womit die Anforderungen des § 241 Handelsgesetzbuch (HGB) erfüllt werden.
Mobile Erfassung und Prozessunterstützung im Lager
Neben mathematischen Verfahren gewinnt die mobile Datenerfassung an Bedeutung. Das Unternehmen COSYS beschreibt eine Inventursoftware, die ohne Programmieraufwand konfigurierbar ist und mobile Erfassungsmasken, Rollen, Inventurpläne sowie Auswertungen über ein sogenanntes WebDesk bereitstellt.
Ergänzend kann ein integrierter KI-Assistent Differenzen anhand der Prozessdaten analysieren; für Mehrfilialisten wird vorab ein Vergleich typischer Filialen empfohlen. Voraussetzung für belastbare KI-Abfragen sei die positionsgenaue Erfassung von Warenbewegungen wie Wareneingang, Umlagerung und Retouren per Scan inklusive Zeitstempel, Benutzer- und Standortdaten sowie Rückkanal ins ERP-System.
Hardwareseitig verweist COSYS auf den Einsatz robuster Mobilgeräte wie dem Honeywell CT32 zur Ersatzteilverfolgung. Das Gerät verfügt über ein 6-Zoll-Display, wiegt 269 Gramm mit Standardakku, ist nach IP65 und IP68 geschützt, sturzfest bis 1,8 Meter und ab Werk mit Android 14 ausgestattet, bei Upgradepfaden bis Android 18. Auch bauliche und organisatorische Hilfsmittel spielen eine Rolle: Ein nicht näher benanntes E-Commerce-Fulfillment-Center konnte durch mobile Personenlifte die Zeit für Bestandsprüfungen um 30 Prozent verkürzen. Vor solchen Installationen sollten Betriebe jedoch Lagerlayout, Tragfähigkeit und Bedienerschulungen prüfen.
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Zudem unterstützen PDA-Barcodescanner in Point-of-Sale-Systemen schnellere Kassiervorgänge und Bestandsaktualisierungen in Echtzeit, wobei Kriterien wie Scantechnik, Akkulaufzeit und Middleware-Integration ausschlaggebend sind.
Auch der Mittelstand nutzt Digitalisierungsprogramme: Das luxemburgische Bauunternehmen Bonaria & Frères modernisierte seine Abläufe im Rahmen des Programms Fit 4 Digital von Luxinnovation durch ERP-Einführung und Inventarmanagement. Das Programm fördert Diagnose und Fahrplan mit einem Zuschuss von 5.000 Euro.
Digitale Kassenführung in Bildung und Verwaltung
Auch im öffentlichen Sektor ersetzen standardisierte Softwarelösungen manuelle Abläufe. Das Land Rheinland-Pfalz plant, im kommenden Kalenderjahr allen mehr als 1.660 Schulen eine Finanzsoftware zur digitalen Verwaltung von Klassengeldern über Schulgirokonten zur Verfügung zu stellen, wofür zunächst eine europaweite Ausschreibung vorgesehen ist. Das entsprechende Pilotprojekt war im November 2024 an mehr als 230 Schulen gestartet. Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig berichtete von durchweg positiven Rückmeldungen aus der Testphase.
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Im kirchlichen Bereich entschied sich der Verband der Evangelischen Kirchenkreise Bielefeld, Gütersloh, Halle und Paderborn für das System KiS.1. Das Verwaltungsamt nutzt die Lösung künftig für Liegenschaften, Mietnebenkosten, Baumaßnahmen, Energiemanagement und Haushaltsplanung.
Ergänzend wurde eine Schnittstelle zum Dokumentenmanagementsystem der Landeskirche beauftragt, um eingehende Rechnungen automatisiert zu kontieren und mit Buchungsdaten zurückzuübermitteln.
