Steuersenkung, Milliarden

Steuersenkung: 10 Milliarden Euro für Millionen Beschäftigte ab 2027

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Koalition plant milliardenschwere Steuersenkungen, eine höhere Belastung für Topverdiener und das Ende der Riester-Rente ab 2027.

Steuerreform 2027: Entlastungen, höhere Spitzensteuer und neues Vorsorgedepot
Ein moderner Schreibtisch mit Dokumenten zur Steuerreform in einem hellen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das 34-Punkte-Paket für Aufschwung und Beschäftigung soll ab 2027 schrittweise wirksam werden. Im Zentrum stehen milliardenschwere Entlastungen, eine Neuausrichtung der Altersvorsorge und schärfere Regeln gegen Steuerbetrug.

Mehr Netto vom Brutto für Millionen

Die Einkommensteuer soll jährlich um rund 10 Milliarden Euro sinken. Der Grundfreibetrag steigt in zwei Stufen von derzeit 12.348 Euro auf 12.900 Euro bis 2028. Auch der Arbeitnehmerpauschbetrag erhöht sich – um 200 Euro auf dann 1.430 Euro.

Familien profitieren vom höheren Kindergeld. Es soll ebenfalls bis 2028 in zwei Schritten von 259 auf 272 Euro pro Kind angehoben werden.

Doch die Koalition streitet noch über die Gegenfinanzierung. Die SPD will höhere Einkommen ab 100.000 Euro und Erbschaften stärker belasten. Die Union lehnt reine Umverteilung ab und fordert stattdessen Ausgabenkürzungen.

Höhere Steuern für Spitzenverdiener und Minijobber

Der Spitzensteuersatz von 45 Prozent greift künftig schon ab 250.000 Euro – bisher lag die Grenze bei 277.826 Euro. Wer mehr als 280.000 Euro verdient, zahlt sogar 47 Prozent.

Minijobber trifft es ebenfalls: Der Pauschalsteuersatz steigt ab 2027 von 2 auf 5 Prozent. Zudem sollen sie künftig ohne Opt-out in die Rentenversicherung einzahlen – das betrifft rund 6,8 Millionen Beschäftigte. Gastgewerbe und Arbeitgeberverbände laufen Sturm.

Anzeige

Während die Steuerlast für Besserverdiener steigt, können Unternehmer an anderer Stelle aktiv gegensteuern. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Abschreibungen optimal nutzen, um Ihre Liquidität spürbar zu verbessern. Jetzt kostenlosen Abschreibungs-Guide sichern

Eine gute Nachricht gibt es für Schichtarbeiter: Die Steuerfreiheit für Sonn- und Feiertagszuschläge steigt ab Januar 2027 von 50 auf 75 Euro pro Stunde.

Aus für die Riester-Rente

Das größte Projekt ist die Neuordnung der privaten Altersvorsorge. Ab 2027 ersetzt das Altersvorsorgedepot (AVD) die Riester-Rente. Bestehende Verträge bleiben gültig, neue sind nicht mehr möglich.

Das AVD lockt mit einer maximalen Grundzulage von 540 Euro pro Jahr. Der Staat fördert die ersten 360 Euro Eigenbeitrag mit 50 Prozent. Für Kinder gibt es zusätzlich 300 Euro. Die Kosten sind gedeckelt: maximal 1,0 Prozent Effektivkosten.

Ab 2028 plant die Regierung zudem eine kapitalgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Vorbild. Die Beiträge steigen schrittweise auf 2 Prozent bis 2031.

Anzeige

Neben der privaten Vorsorge bleibt die korrekte Abwicklung der laufenden Steuern für Selbstständige eine zentrale Aufgabe. Mit diesem Gratis-E-Book meistern Sie alle Funktionen von MeinElster und erledigen Ihre Steuerangelegenheiten schneller und sicherer. Kostenloses MeinElster E-Book herunterladen

Schluss mit Steuertricks

Parallel zu den Entlastungen verschärft die Regierung den Kampf gegen Steuerkriminalität. Ein 26-Punkte-Plan sieht unter anderem die Abschaffung der strafbefreienden Selbstanzeige vor – künftig gibt es nur noch Strafmilderung.

Der Strafrahmen für Banden-Steuerkriminalität steigt von 10 auf 15 Jahre. Ab 2028 müssen Unternehmen mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz Registrierkassen einsetzen. Und Gewinne aus Kryptowährungen werden künftig unabhängig von der Haltedauer besteuert.

Die Finanzverwaltung rechnet bereits 2027 mit Mehreinnahmen von rund einer Milliarde Euro.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69894847 |