Steuerreform, Klingbeil

Steuerreform: Klingbeil plant 10 Milliarden Euro Entlastung ab 2027

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 19:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Bundesfinanzministerium plant Steuerentlastungen von zehn Milliarden Euro, lässt die kalte Progression jedoch unberücksichtigt. Höhere Sätze für Spitzenverdiener sollen die Reform gegenfinanzieren.

Steuerreform 2027/2028: Entlastung von 10 Milliarden Euro und höhere Reichensteuer
Ein Schreibtisch mit Taschenrechner und offiziellen Finanzdokumenten in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Bundesfinanzministerium will die Steuerzahler in zwei Stufen entlasten – verzichtet aber auf den Ausgleich der kalten Progression. Der Referentenentwurf von Finanzminister Klingbeil sieht Anhebungen bei Freibeträgen und eine schärfere Reichensteuer vor.

Entlastung in zwei Phasen

Für 2027 ist zunächst ein Volumen von rund 3 Milliarden Euro vorgesehen. 2028 sollen weitere 7 Milliarden Euro folgen. Damit summiert sich die Entlastung auf insgesamt rund 10 Milliarden Euro pro Jahr. Der Grundfreibetrag steigt 2027 um 216 Euro, 2028 um weitere 336 Euro.

Auch Familien profitieren: Das Kindergeld soll 2027 um 8 Euro pro Monat und 2028 um weitere 5 Euro steigen. Zusätzlich ist eine Anhebung des Kinderfreibetrags um 300 Euro geplant.

Reichensteuer als Gegenfinanzierung

Die kalte Progression – jener Effekt, bei dem Inflation die Lohnerhöhungen durch den progressiven Steuertarif auffrisst – bleibt vorerst unangetastet. Stattdessen setzt das Ministerium auf höhere Einnahmen bei Top-Verdienern.

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Ab 250.000 Euro Einkommen sollen künftig 45 Prozent Steuern fällig werden, ab 280.000 Euro sogar 47 Prozent. Der Spitzensteuersatz greift allerdings erst bei höheren Einkommen als bisher.

Heftige Kritik aus Opposition und Koalition

Die Pläne sorgen umgehend für Widerstand. FDP-Chef Kubicki spricht von einem Bruch politischer Versprechen. Auch aus der Union kommt scharfe Kritik: Die versprochenen Entlastungssummen würden faktisch nicht erreicht, heißt es aus der Fraktion.

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Besserverdienende sollten die geplante Reichensteuer im Blick behalten: Ab 250.000 Euro Einkommen drohen 45 Prozent, ab 280.000 Euro sogar 47 Prozent. Unser Leitfaden erklärt, wie Sie sich rechtzeitig strategisch aufstellen. Steuerstrategien für Besserverdienende sichern

Experten rechnen vor, dass nach Abzug der Gegenfinanzierung nur 4,9 Milliarden Euro tatsächliche Entlastung übrig bleiben. Der Bund der Steuerzahler fordert für 2027 einen Ausgleich der kalten Progression von 8 Milliarden Euro, um die inflationsbedingten Mehrbelastungen fair abzufedern.

Zusätzlich könnten Vereine, Handwerker, Betriebsinhaber und Minijobber durch neue Regelungen belastet werden. Die Details des Entwurfs stoßen bereits jetzt auf breite Diskussionen – die Debatte dürfte spannend werden.

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