Steuerlücken: Finanzminister plant 1,4 Milliarden Euro Mehreinnahmen
19.06.2026 - 16:33:24 | boerse-global.de
Bis 2029 erwartet er Mehreinnahmen von 1,4 Milliarden Euro. Das Maßnahmenpaket kombiniert Personalaufstockung mit digitaler Vernetzung und schärferen Kontrollen.
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80 neue Stellen gegen Steuerbetrug
Die Finanzbehörden bekommen Verstärkung: 45 neue Mitarbeiter für die Finanzämter, 35 weitere speziell für die Bekämpfung von Registrierkassenbetrug. Erste Effekte zeigt das ab 2027 mit erwarteten 25 Millionen Euro Mehreinnahmen. Ab 2028 sollen es jährlich 50 Millionen sein.
Parallel dazu vernetzt das Ministerium Grundbuchs- und Steuerdaten enger. Das verbessert Risikoanalysen. Allein diese Maßnahme soll bis 2029 jährlich bis zu 15 Millionen Euro bringen.
Schärfere Regeln für Unternehmen
Die Auftraggeberhaftung wird ausgeweitet – auf die Umsatzsteuer und lohnabhängige Abgaben. Ab 2028 rechnet das Finanzressort mit 12 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr.
Gegen Karussellbetrug erhalten Finanzämter künftig mehr Macht: Sie können das unbare Einfuhrumsatzsteuer-Verfahren bei Verdacht aussetzen. Auch Gesellschafterverrechnungskonten geraten ins Visier. Nicht ausgeglichene Konten sollen konsequenter als Gewinnausschüttung gelten – mit entsprechender Kapitalertragsteuerpflicht.
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E-Commerce und Influencer im Fokus
Die Praxis zeigt: Spezialeinheiten im digitalen Raum wirken. In Bayern wertete eine E-Commerce-Einheit rund 60.000 Datensätze aus den Jahren 2024 und 2025 aus. Ergebnis: Steuernachzahlungen von 550.000 Euro. KI-gestützte Software prüfte Transaktionen im Volumen von 1,4 Milliarden Euro.
Auch Influencer rücken ins Visier der Fahnder. In Hessen stieg die Zahl abgeschlossener Prüfungen von 17 (2024) auf 50 (2025). Neben einer Million Euro Steuernachzahlungen gab es acht Strafverfahren. Nordrhein-Westfalen gründete 2025 eine eigene „Influencer-Taskforce“.
Finanzexperten sehen besonders bei sozialen Medien Unsicherheit: Wo endet private Darstellung, wo beginnt unternehmerische Tätigkeit? Behörden betonen: Unwissenheit schützt nicht vor Steuernachzahlungen. Das neue Paket soll nun die strukturellen Voraussetzungen schaffen, um solche Fälle systematisch zu verfolgen.
