Steuerkriminalität: Behörden zerschlagen Zigarettenfabrik mit 21 Festnahmen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei einem großangelegten Einsatz gegen die organisierte Wirtschaftskriminalität haben Ermittler in Nordrhein-Westfalen eine unterirdisch operierende Zigarettenfabrik stillgelegt.
Nach gemeinsamen Angaben des Zollfahndungsamts Essen und der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wurden bei Durchsuchungen mehrerer Objekte insgesamt 21 Personen festgenommen. Zudem stellten die Einsatzkräfte umfangreiche Beweismittel sicher, wie aus Berichten vom 22. September 2026 hervorgeht.
Großanlage im Gewerbegebiet entdeckt
Die Produktionsstätte befand sich nach Angaben der Behörden in einer Gewerbehalle in Haan bei Düsseldorf. Zuvor hatten Zoll und Staatsanwaltschaft den genauen Standort der Fabrik zunächst nicht öffentlich genannt. Die Anlage wird von den Ermittlern als verhältnismäßig groß eingestuft.
Vor Ort beschlagnahmten die Beamten industrielle Maschinen zur Fertigung von Zigaretten sowie beträchtliche Mengen an geschnittenem Rohtabak. Neben den eigentlichen Produktionsmitteln fanden sich in der Halle zahlreiche Kartons und Paletten, die für den Abtransport der Ware vorbereitet waren.
Den Verdächtigen wird vorgeworfen, Tabakwaren im großen Stil illegal hergestellt, in gefälschte Markenverpackungen abgefüllt und anschließend unversteuert auf dem Schwarzmarkt vertrieben zu haben.
Ermittlungen wegen gewerbsmäßiger Steuerhehlerei
Die strafrechtlichen Nachforschungen gegen das mutmaßliche Täter-Netzwerk laufen bereits seit Mai 2026. Im Raum steht der Vorwurf der Steuerhinterziehung sowie der gewerbsmäßigen Steuerhehlerei. Über die bisher hergestellten Produktionsmengen und das exakte Ausmaß des entstandenen Steuerschadens gibt es derzeit noch keine abschließenden Zahlen; die Auswertung des sichergestellten Materials dauert an.
Der Zoll hat in Nordrhein-Westfalen eine illegal betriebene Zigarettenfabrik stillgelegt und 21 Personen festgenommen; ermittelt wird unter anderem wegen gewerbsmäßiger Steuerhehlerei. Für Einkauf und Compliance stellt sich damit die Frage, wie verlässlich die Herkunft von Tabakwaren und anderen verbrauchsteuerpflichtigen Waren in der eigenen Lieferkette belegt ist. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, welche Nachweise Sie von Lieferanten verlangen und wie Sie Steuerhehlerei-Risiken im Einkauf systematisch prüfen. Leitfaden zur Lieferanten-Steuerprüfung jetzt anfordern
Über die steuerrechtlichen und wirtschaftlichen Schäden hinaus verweisen die Behörden auf erhebliche Risiken für Verbraucher. Eine Sprecherin des Zolls warnte vor akuten Gesundheitsgefahren durch die illegal fabrizierten Glimmstängel. Die hygienischen Zustände an derartigen Produktionsstätten seien erfahrungsgemäß teils katastrophal, da weder Qualitätskontrollen noch gesetzliche Standards eingehalten werden.
Breiter behördlicher Großeinsatz
Der Zugriff erforderte eine koordinierte Zusammenarbeit zahlreicher Sicherheitsorgane. Neben den federführenden Stellen aus Essen und Düsseldorf waren Beamtinnen und Beamte der Hauptzollämter Aachen, Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Köln und Münster im Einsatz.
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Unterstützt wurden sie von externen Zollkräften aus Berlin und Hannover sowie von Spezialkräften des Zollkriminalamts und der Bundespolizei. Zur Bewältigung der logistischen Aufgaben und zur Räumung der schweren Produktionsanlagen war zudem das Technische Hilfswerk (THW) in die Maßnahmen eingebunden.
Die Ermittlungen zu den Vertriebswegen der gefälschten Tabakwaren und den Hintermännern der Organisation werden von der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft und dem Zollfahndungsamt Essen weitergeführt.
Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Auf Schwarzmarkt verkauft - Zoll hebt illegale Zigarettenfabrik aus - 21 Festnahmen - Panorama“
