Steuerkriminalität, Milliarde

Steuerkriminalität: 26-Punkte-Plan bringt ab 2027 eine Milliarde Euro

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 12:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Kabinett plant drastischere Strafen, mehr Zoll-Befugnisse und 1500 neue Stellen, um Steuerkriminalität ab 2027 massiv einzudämmen.

26-Punkte-Plan: Regierung verschärft Kampf gegen Steuerbetrug
Ein offener Aktenkoffer mit juristischen Dokumenten und einem Füllfederhalter auf einem modernen Schreibtisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Finanzminister Klingbeil und Justizministerin Hubig haben einen 26-Punkte-Plan gegen Steuerkriminalität vorgelegt. Das Paket soll dem Staat ab 2027 eine Milliarde Euro Mehreinnahmen bringen.

Strafen werden drastisch erhöht

Schwere Steuerhinterziehung soll künftig als Verbrechen gelten – mit mindestens einem Jahr Haft. Bisher war das nur ein Vergehen. Bei organisierter Steuerkriminalität steigt der maximale Strafrahmen von zehn auf 15 Jahre.

Die Ermittler bekommen mehr Macht: Der Zoll kann Vermögenswerte künftig bis zu 180 Tage beschlagnahmen – ohne vorherige Verurteilung. Klingbeil machte klar: „Bei begründetem Verdacht stellen wir auch Luxusuhren oder Sportwagen sicher."

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Selbstanzeige wird eingeschränkt

Das bewährte Instrument der strafbefreienden Selbstanzeige steht vor einer Reform. Wer künftig große Summen hinterzieht, kann nicht mehr mit voller Straffreiheit rechnen. Oberhalb einer noch festzulegenden Schwelle gibt es nur noch Strafmilderung.

Für Unternehmen steigen die Hürden: Die Aufbewahrungsfrist für Geschäftsunterlagen soll von zehn auf 15 Jahre steigen. Geplant sind zudem ein elektronisches Meldesystem für die Umsatzsteuer und eine spezielle Besteuerung von Kryptogewinnen.

Zoll bekommt 1500 neue Stellen

Bargeldintensive Branchen müssen sich auf schärfere Kontrollen einstellen: Ab 2028 sind alle Firmen mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz zu zertifizierten Kassensystemen verpflichtet.

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Die Behörden rüsten auf: Ein neues „Gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität" entsteht beim Zoll. Künstliche Intelligenz soll auf einer zentralen Datenplattform Betrugsmuster erkennen. 1500 neue Stellen werden geschaffen.

Internationale Zusammenarbeit wird ausgebaut

Parallel dazu treibt Berlin den automatischen Informationsaustausch mit Drittstaaten voran. Ein Gesetzentwurf zur Ratifizierung einer entsprechenden Vereinbarung liegt bereits vor. Ziel: grenzüberschreitende Steuerhinterziehung wirksamer bekämpfen.

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