Steuererklärung: Frist endet 31. Juli – 11,5 Millionen nutzen Ein-Klick-Lösung
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 18:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine Familie mit zwei Kindern und 60.000 Euro Jahreseinkommen soll rund 600 Euro pro Jahr sparen. Spitzenverdiener müssen dagegen mit höheren Belastungen rechnen. Das Gesetzgebungsverfahren läuft noch.
Doch Finanzwissenschaftler warnen: Steigende Sozialabgaben könnten die Entlastung teilweise auffressen. Für 2028 wird ein Rentenbeitrag von 19,9 Prozent plus 0,5 Prozent Kapitalrentenzuschlag erwartet. Bei kinderlosen Singles könnte das reale Nettoeinkommen trotz Steuersenkungen sinken – wegen höherer Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und der kalten Progression.
Der Bundeskanzler betonte in einer Regierungserklärung das Ziel, die Mitte zu entlasten. Bürokratieabbau und Digitalisierung der Steuerverwaltung sollen neue Impulse setzen. Das Reformpaket umfasst 34 Maßnahmen, darunter Erleichterungen am Arbeitsmarkt und Änderungen beim Kündigungsschutz für Spitzenverdiener ab 2027.
Frist läuft: Steuererklärung bis 31. Juli
Für Millionen Steuerzahler wird es jetzt ernst. Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026. Seit Anfang Juli gibt es eine vereinfachte „Ein-Klick-Steuererklärung“ über das Elster-Portal – für rund 11,5 Millionen Steuerzahler in einfachen Fällen.
Doch Vorsicht: Die automatisierte Lösung erfasst Werbungskosten oder individuelle Abzugsposten oft nicht vollständig. Experten raten, die Daten vor der Übermittlung genau zu prüfen. Wer zu spät abgibt, zahlt mindestens 25 Euro Verspätungszuschlag pro angefangenem Monat.
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BFH-Urteile: Was sich für Unternehmen ändert
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat am 9. Juli mehrere Entscheidungen veröffentlicht. Sie betreffen vor allem Kapitalanlagen und Immobilien. Die detaillierten Begründungen werden derzeit noch ausgewertet.
Bereits früher klärte der BFH eine wichtige Frage zum Investitionsabzugsbetrag (IAB): Entscheidend ist der steuerliche Gewinn, nicht der Bilanzgewinn. Kleine und mittlere Unternehmen können so bis zu 50 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten gewinnmindernd geltend machen – bei einer Gewinngrenze von 200.000 Euro.
Welcher Gewinnwert ist wirklich maßgeblich beim Investitionsabzugsbetrag? Viele Selbstständige machen hier einen teuren Fehler – dieser kostenlose Report klärt auf. Gratis-Download beantwortet die 4 wichtigsten Zweifelsfragen rund um den IAB
Bei Erbschaft- und Schenkungsteuer empfehlen Experten für dieses Jahr eine verstärkte Planung. Freibeträge für Kinder können alle zehn Jahre neu genutzt werden. Gestaltungsmöglichkeiten wie Nießbrauchsregelungen bei Immobilien oder Verschonungsregeln für Unternehmensanteile rücken in den Fokus.
Rentenerhöhung: Mehr Geld, aber auch mehr Steuern
Seit dem 1. Juli 2026 erhalten Ruheständler 4,24 Prozent mehr Rente. Die gute Nachricht hat einen haken: Mehr Rentner überschreiten jetzt die steuerlichen Grundfreibeträge. Für 2026 liegen sie bei 12.348 Euro für Alleinstehende und 24.696 Euro für Verheiratete. Neurentner müssen zudem 84 Prozent ihrer Rente versteuern.
Kindergeld: Automatische Auszahlung ab 2027
Der Bundestag hat bereits Neuerungen beim Kindergeld beschlossen. Ab 2027 soll die Auszahlung für weitere Kinder ohne gesonderten Antrag erfolgen – später auch für das Erstgeborene. Voraussetzung: Ein Elternteil ist erwerbstätig. Bis 2028 steigt das Kindergeld auf 272 Euro.
Kritik kommt von Verbänden: Sie bemängeln den Ausschluss Nichterwerbstätiger von der antragsfreien Auszahlung.
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