Steuererklärung: Ein-Klick-System für 11,5 Millionen ab Juli
22.06.2026 - 05:02:36 | boerse-global.de
Eine aktuelle Studie der Bundesbank zeigt: Der Anteil bargeldloser Transaktionen stieg auf 55 Prozent. Die Girokarte und Smartphone-Zahlungen treiben diesen Wandel an.
Der Bargeldanteil sank von 51 Prozent (2023) auf 45 Prozent. Trotzdem sprechen sich rund 80 Prozent der Befragten für den Erhalt von Scheinen und Münzen aus. Ein Problem: Die Zahl der Geldautomaten schrumpfte seit 2020 von 57.000 auf unter 50.000.
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Europas Antwort auf US-Dienste
Mit Wero wächst eine europäische Alternative zu Anbietern wie PayPal. Das System der Sparkassen und Genossenschaftsbanken zählt in Deutschland bereits 8 Millionen Downloads. Europaweit sind es 43,5 Millionen Nutzer. Bis Ende 2026 soll Wero auch flächendeckend im stationären Handel funktionieren.
Die Stadt Paderborn prüft aktuell, Wero für städtische Online-Zahlungen zu integrieren. Ziel: mehr Unabhängigkeit von internationalen Konzernen.
E-Rechnung wird zur Pflicht
Der Empfang elektronischer Rechnungen ist seit dem 1. Januar 2025 für alle Unternehmen verpflichtend. Für den Versand gelten Übergangsfristen. Ab 1. Januar 2027 müssen Firmen mit über 800.000 Euro Umsatz digital rechnen. Ein Jahr später gilt das für alle.
Neue technische Standards untermauern den Kurs. Die Version ZUGFeRD 2.5 erschien am 10. Juni 2026 und bringt branchenspezifische Erweiterungen. XRechnung 4.0 bereitet auf europäische ViDA-Vorgaben vor. Ab 1. Februar 2026 müssen Kassendaten direkt in die elektronische Rechnung integriert werden.
Steuererklärung per Klick
Bundesfinanzminister Klingbeil plant ein Reformpaket für den 1. Juli 2026. Kernpunkte: eine neue Arbeitstagepauschale für Fahrt- und Homeoffice-Kosten sowie eine vereinfachte Unternehmensteuer mit rund 25 Prozent Zielbelastung. Die Entlastungen liegen zwischen 10 und 20 Milliarden Euro.
Teil der Reform ist die „Ein-Klick-Steuererklärung“. Über die App „MeinELSTER+“ startet am 1. Juli ein Pilotprojekt. Rund 11,5 Millionen Steuerpflichtige – darunter ledige Arbeitnehmer und Rentner – sollen ihre Erklärung mit minimalem Aufwand abgeben können.
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Hessen hat das Modell „Die Steuer macht das Amt“ bereits getestet. Seit dem 10. April 2026 wurden über 210.000 Steuervorschläge verschickt. Bürger können sie bis zum 31. Juli per QR-Code annehmen.
Internationale Perspektive
Auch andere Länder treiben die Verknüpfung von Zahlungsverkehr und Steuerverwaltung voran. Vietnam implementierte ab April 2026 eine automatisierte Dateninteroperabilität für Steuererstattungen zwischen Banken und Behörden. Das Finanzamt in Dong Nai betonte am 21. Juni: Bargeldlose Zahlungen seien das Lebenselixier der digitalen Wirtschaft und erschwerten Steuerhinterziehung.
Bargeld bleibt, aber mit Einschränkungen
Der EU-Währungsausschuss stimmt voraussichtlich am 23. Juni 2026 über eine finale Bargeldverordnung ab. Diese sieht eine grundsätzliche Annahmepflicht für Münzen und Scheine vor – mit Ausnahmen für unbemannte Verkaufsstellen wie Automaten. Verbände kritisieren diese Ausnahmen bereits als potenzielle Hürde für die soziale Teilhabe.
