Steuererklärung: 40% vertrauen KI-Systemen blind – Bitkom-Umfrage
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 23:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Digitalverband Bitkom veröffentlichte am 30. August 2026 neue Umfrageergebnisse zur Digitalisierung des Steuerwesens in Deutschland. Ein zentraler Befund der Erhebung ist das hohe Vertrauen in automatisierte Prozesse: Demnach gaben 40 Prozent der Steuerpflichtigen an, sie würden eine durch künstliche Intelligenz (KI) erstellte Steuererklärung ungeprüft übernehmen und einreichen.
Diese Bereitschaft zur Delegation an technologische Systeme spiegelt sich auch in anderen Bereichen wider. So erklärten 47 Prozent der Befragten, dass sie eine bereits vorausgefüllte Steuererklärung nutzen würden.
Die tatsächliche Anwendung von KI-Werkzeugen ist in der Praxis bereits angekommen, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau als die theoretische Akzeptanz. Laut Bitkom nutzen aktuell 15 Prozent der Teilnehmer KI-basierte Anwendungen für ihre steuerlichen Angelegenheiten.
Zunehmende Bedeutung mobiler Anwendungen
Ein deutlicher Trend zeigt sich bei der Nutzung von Smartphones für die Steuererklärung. Während im Vorjahr lediglich 7 Prozent der Befragten angaben, eine entsprechende App für diesen Zweck zu verwenden, stieg dieser Anteil in der aktuellen Erhebung auf 13 Prozent.
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Besonders in der jüngeren Generation ist die Affinität zu digitalen und automatisierten Lösungen ausgeprägt. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen nutzen bereits 20 Prozent eine Smartphone-App, um ihre Steuerdaten zu übermitteln. Die Anwendung von künstlicher Intelligenz liegt in dieser demografischen Gruppe mit 26 Prozent sogar noch deutlich über dem Gesamtdurchschnitt.
Traditionelle Verfahren und der Generationengrabens
Trotz des digitalen Fortschritts bleiben klassische Methoden weiterhin relevant. Die Nutzung des Elster-Portals am PC stellt mit 27 Prozent die am häufigsten genutzte Variante dar. Kommerzielle Steuersoftware und die Inanspruchnahme einer professionellen Steuerberatung liegen mit jeweils 21 Prozent gleichauf.
Ein erheblicher Teil der Steuerpflichtigen hält jedoch an analogen Prozessen fest. Insgesamt 17 Prozent der Befragten geben ihre Steuererklärung nach wie vor in Papierform ab. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Generationen: Bei den über 65-Jährigen greifen 43 Prozent auf die Einreichung per Post oder persönlicher Abgabe in Papierform zurück.
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Aufschub und Fristversäumnisse prägen den Steueralltag
Die Umfrage beleuchtet zudem die allgemeine Einstellung zur Steuererklärung, die für viele Bürger eine organisatorische Hürde darstellt. Laut den Daten von Bitkom schieben 59 Prozent der Steuerpflichtigen die Bearbeitung ihrer Steuerangelegenheiten auf.
Diese Prokrastination führt bei einem signifikanten Teil der Bevölkerung zu konkreten Problemen mit den Behörden: 34 Prozent der Befragten gaben an, die offiziellen Abgabefristen bereits überschritten zu haben.
Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage unter 1006 Personen. Die Datenerhebung fand in den Kalenderwochen 28 bis 32 des laufenden Jahres statt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass künstliche Intelligenz und mobile Anwendungen zunehmend als Werkzeuge wahrgenommen werden, um die Komplexität und den Zeitaufwand der steuerlichen Pflichten zu reduzieren.
