Steuererklärung: 11,5 Millionen Bürger nutzen One-Click ab Juli
27.06.2026 - 07:21:36 | boerse-global.de
Ab dem 1. Juli 2026 wird die Einkommensteuererklärung für Millionen Bürger deutlich einfacher. Die neue „One-Click“-Funktion in der App MeinELSTER+ erlaubt es berechtigten Personen, ihre Steuererklärung mit minimalem Aufwand direkt vom Smartphone einzureichen. Das Finanzamt erstellt dafür eine vorausgefüllte Erklärung auf Basis bereits vorliegender Daten.
Wer profitiert vom neuen Verfahren?
In der ersten Phase richtet sich das Angebot an eine spezifische Gruppe. Rund 11,5 Millionen ledige und kinderlose Arbeitnehmer sowie Rentner und Pensionäre können die Funktion nutzen. Voraussetzung ist ein bestehendes Benutzerkonto bei ELSTER. Die technische Freischaltung erfolgte bereits Ende März 2026 – interessierte Nutzer konnten sich seitdem anmelden.
Die Finanzverwaltung greift für die Erklärung auf Daten zurück, die ihr bereits elektronisch vorliegen. Dazu gehören Lohnsteuerbescheinigungen oder Rentenbezugsmitteilungen. Nutzer der App sehen vor dem Absenden eine Vorschau des zu erwartenden steuerlichen Ergebnisses. Mit einem Klick geht die Erklärung dann raus.
Entwicklung aus Bayern
Die technische Lösung stammt vom Freistaat Bayern. Entwickelt wurde sie im Auftrag von Bund und Ländern im Rahmen des KONSENS-Projekts. Ziel des Projekts ist die Vereinheitlichung und Modernisierung der Software in der deutschen Finanzverwaltung. Nach dem Start Anfang Juli soll das Verfahren bundesweit verfügbar sein. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und dem Saarland sind die Vorbereitungen für den Roll-out bereits abgeschlossen.
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Die Digitalisierung der Steuerprozesse werde durch diesen Schritt weiter vorangetrieben, so Behördenvertreter. Eine Ausweitung des vereinfachten Verfahrens auf weitere Gruppen ist für die Zukunft geplant.
Fristen bleiben – und Kritik der Lohnsteuerhilfevereine
Trotz der technischen Erleichterung gelten die gesetzlichen Fristen weiter. Für die Einkommensteuererklärung des Jahres 2025 endet die reguläre Abgabefrist am 31. Juli 2026. Wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein einschaltet, hat bis zum 30. April 2027 Zeit.
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Experten von Lohnsteuerhilfevereinen sehen das neue Verfahren kritisch. Sie warnen vor möglichen finanziellen Nachteilen. Die App basiere nur auf den Daten, die der Finanzverwaltung bereits bekannt sind. Individuelle Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen blieben unberücksichtigt. Wer die vorausgefüllte Erklärung ungeprüft abschicke, verzichte unter Umständen auf rechtmäßige Steuererstattungen.
