Steuererhöhung, Spirituosen

Steuererhöhung 2027: Spirituosen und Sekt werden 20 Prozent teurer

Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 20:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Spirituosen und Sekt sollen ab 2027 um 20 Prozent teurer werden. Mediziner fordern eine Ausweitung auf alle alkoholischen Getränke.

Bundesfinanzministerium plant höhere Steuern auf Alkohol und Tabak
Eine grafische Darstellung von steigenden Steuern auf ungesunde Produkte und Alkohol mit Münzen und stilisierten Abbildungen von Genussmitteln. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mediziner fordern Nachbesserungen.

20 Prozent mehr auf Spirituosen und Sekt

Ab 2027 sollen die Steuersätze für Spirituosen und Sekt um 20 Prozent steigen. Das sieht ein Gesetzentwurf aus dem Bundesfinanzministerium vor. Parallel dazu ist eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer geplant.

Die Maßnahmen sind Teil des Bundeshaushalts 2027. Dieser sieht Gesamtausgaben von 555,4 Milliarden Euro vor, bei einer Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro.

Unterstützung kommt von der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten. Der Verband wies darauf hin, dass Rauchen den Staat jährlich rund 97 Milliarden Euro kostet. 66 Prozent der Bevölkerung befürworten laut Umfragen eine höhere Tabaksteuer, 73 Prozent sogar eine spezielle Herstellerabgabe.

Ärztekammer fordert Ausweitung

Die Bundesärztekammer begrüßte die Pläne am Samstag grundsätzlich, verlangte aber Nachbesserungen. Die geplante Steuererhöhung beschränke sich auf Spirituosen und Sekt – das sei zu kurz gesprungen.

Anzeige

Der geplante Preisaufschlag für zuckerhaltige Getränke und Alkohol unterstreicht die gesundheitlichen Risiken für das Herz-Kreislauf-System. Wie Sie Ihren Blutdruck auch ohne Verzicht ganz natürlich regulieren, erfahren Sie in diesem Leitfaden von Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid. 7 Tipps zur natürlichen Blutdrucksenkung kostenlos herunterladen

Die Mediziner befürchten, dass Konsumenten auf Bier und Wein ausweichen. Sie fordern deshalb, die Steuererhöhung auf alle alkoholischen Getränke auszuweiten. Zudem verlangt die Bundesärztekammer, auch E-Zigaretten-Liquids deutlich höher zu besteuern.

Zuckersteuer kommt 2028

Für 2028 plant die schwarz-rote Koalition die Einführung einer Zuckersteuer auf Getränke. Die erwarteten Mehreinnahmen: rund 450 Millionen Euro pro Jahr.

Die Getränkewirtschaft lehnt das Vorhaben ab. Der Deutsche Städtetag hingegen hat bereits konkrete Forderungen: Die 450 Millionen Euro sollen direkt an die Kommunen fließen, um lokale Präventionsangebote zu finanzieren.

Anzeige

Besonders der hohe Zuckerkonsum gilt als unterschätzter Risikofaktor für die Gefäßgesundheit und dauerhaft erhöhte Werte. Dieser Spezialreport enthüllt, welche Faktoren viele Betroffene völlig unterschätzen und wie Sie aktiv gegensteuern können. Gratis-Report: Was viele Ärzte über Bluthochdruck nicht sagen

Die genaue Ausgestaltung der Zuckersteuer ist noch offen. Die Ärzteschaft betont jedoch die gesundheitspolitische Bedeutung einer solchen Abgabe.

Mediziner fordern Zweckbindung

Ein zentrales Anliegen der Bundesärztekammer: Die Steuereinnahmen müssen zweckgebunden sein. Die Kammer schlägt einen Public-Health-Fonds vor. In diesen sollen die Zusatzeinnahmen aus Tabak-, Alkohol- und Zuckersteuer fließen, um Gesundheitsvorsorge und Prävention zu finanzieren.

Die Branchenverbände der Genussmittelindustrie warnen derweil vor einer übermäßigen Belastung von Unternehmen und Verbrauchern. Der Bundeshaushalt sieht zudem Kürzungen beim Wohngeld und bei der Heizungsförderung vor.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69690978 |