Steuerberaterkammer fordert: Steuerberater als offizielle Compliance-Instanz
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 07:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) und der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) setzen sich für eine grundlegende Neuausrichtung des deutschen Steuervollzugs ein. In einem gemeinsamen Forderungspapier, über das am 18.09.2026 berichtet wurde, mahnen die Spitzenorganisationen einen Kurswechsel an.
Im Zentrum der Initiative stehen der Abbau bürokratischer Hürden für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie eine stärkere Kooperation zwischen Steuerpflichtigen, deren Beratern und der Finanzverwaltung.
Forderung nach mehr Kooperation und Rechtssicherheit
Die Verbände plädieren für deutlich mehr Verbindlichkeit und Rechtssicherheit im täglichen Steuervollzug. Ziel der Initiative sei es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass steuerliche Prozesse effizienter und für die Betroffenen transparenter ablaufen. Ein wesentlicher Punkt des Forderungspapiers ist die Abkehr von rein administrativen Hürden hin zu einem kooperativen Ansatz.
Die Zusammenarbeit mit den Finanzbehörden solle demnach künftig stärker von einem partnerschaftlichen Austausch geprägt sein. BStBK und DStV betonen, dass eine verlässliche Kommunikation zwischen der Verwaltung und den Steuerpflichtigen die Grundlage für einen fairen und zeitnahen Vollzug bilde.
Entlastung für KMU durch praxistaugliche Regelungen
Ein Schwerpunkt des Katalogs betrifft die spezifischen Bedürfnisse des Mittelstands. Die Verbände fordern laut den Berichten vom 18.09.2026 die Einführung praxistauglicher Regeln, die explizit auf die Strukturen kleiner und mittlerer Unternehmen zugeschnitten sind. Der gegenwärtige Verwaltungsaufwand werde oft als überproportional belastend empfunden.
Wer sich mit dem Thema Steuervollzug befasst, weiß, dass vor allem die Betriebsprüfung eine enorme administrative Last bedeuten kann. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie sich rechtzeitig absichern und die Prüfung durch eine optimale Vorbereitung deutlich verkürzen können. 12-Punkte-Selbstcheck für Selbstständige jetzt kostenlos sichern
Um die administrative Last zu senken, fordern BStBK und DStV einen konsequenten Abbau von Bürokratie. Dies sei notwendig, um KMU die notwendigen Freiräume für ihre Kernaufgaben zu verschaffen und ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht durch übermäßige steuerliche Dokumentations- und Meldepflichten zu gefährden.
Anerkennung der Steuerberater als Compliance-Instanz
Ein weiterer zentraler Aspekt des gemeinsamen Papiers ist die künftige Rolle der Steuerberater im Besteuerungsverfahren. Die Verbände fordern, dass Angehörige der steuerberatenden Berufe offiziell als Compliance-Instanz anerkannt werden. Da Steuerberater bereits heute durch ihre berufsrechtliche Stellung für die Richtigkeit der Angaben bürgen, solle dieser Umstand im Steuervollzug stärker honoriert werden.
Demnach sollen Unternehmen, die auf eine qualifizierte professionelle Beratung setzen, von konkreten verfahrensrechtlichen Vorteilen profitieren. Werden Steuererklärungen und Compliance-Fragen durch einen Steuerberater betreut, solle dies zu schnelleren Verfahren führen.
Neben der professionellen Beratung hilft auch der sichere Umgang mit digitalen Tools dabei, Steuerprozesse effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Ein kostenloses E-Book erklärt alle wichtigen Funktionen des offiziellen Finanzportals und wie Sie Anträge sowie die Umsatzsteuererklärung fehlerfrei übermitteln. Kostenloses MeinElster-Handbuch jetzt herunterladen
Zudem zielt die Forderung darauf ab, dass diese Unternehmen eine frühere Rechtssicherheit erlangen. Durch beschleunigte Prüfungs- und Festsetzungsprozesse könnten Betriebe schneller Klarheit über ihre steuerliche Situation gewinnen, was die Planungssicherheit für künftige Investitionen und die laufende Geschäftstätigkeit erheblich verbessern würde.
Die Anerkennung der steuerlichen Beratung als Qualitätsmerkmal könne laut den Verbänden zudem die Finanzverwaltung entlasten, da die Qualität der eingereichten Unterlagen durch die professionelle Vorarbeit gesichert sei.
