Steueraufkommen August: Bund profitiert, Länder verlieren bei Erbschaften
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie finanzielle Situation des deutschen Staates wies im August 2026 eine leicht positive Tendenz auf. Einem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums (BMF) zufolge, über den am 21. und 22. September 2026 berichtet wurde, stiegen die Steuereinnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat moderat an.
Das Plus belief sich demnach auf 1,7 Prozent. Damit setzten die Einnahmen ihren Wachstumskurs auf Bundesebene fort, wenngleich die Entwicklung je nach Steuerart und Gebietskörperschaft deutliche Unterschiede aufzeigte.
Wachstumstreiber bei den Gemeinschaftsteuern
Den Analysen des Bundesfinanzministeriums zufolge stützten insbesondere die großen Gemeinschaftsteuern das Gesamtaufkommen im August 2026. Ein Anstieg wurde dabei vor allem bei der Lohnsteuer sowie der Umsatzsteuer registriert. Diese Steuerarten hängen eng mit der Entwicklung des Arbeitsmarktes und dem Konsumverhalten zusammen.
Neben den verbrauchsorientierten Steuern verzeichnete der Fiskus laut dem Bericht vom 22. September 2026 auch bei der Abgeltungsteuer Zuwächse. Auf Ebene der Bundessteuern leisteten zudem die Stromsteuer sowie die Versicherungssteuer einen positiven Beitrag zum Gesamtergebnis. Die Daten verdeutlichen, dass die Einnahmen aus dem Energiesektor trotz spezifischer Sondereffekte eine stabilisierende Rolle spielten.
Rückgänge und Sondereffekte bei Ertragsteuern
Trotz des allgemeinen Aufwärtstrends wies das Bundesfinanzministerium in seinem Bericht auf signifikante Rückgänge in anderen Bereichen hin. So verzeichneten die nicht veranlagten Steuern vom Ertrag sowie die veranlagte Einkommensteuer im August 2026 ein geringeres Aufkommen als im Vorjahresmonat.
Das Bundesfinanzministerium meldet für August 2026 ein Einnahmenplus von 1,7 Prozent — doch die reinen Ländersteuern sanken um 3,2 Prozent, getragen von Erbschaftsteuer (-7,9 Prozent) und Grunderwerbsteuer (-2,4 Prozent). Wer Mandanten mit Vermögensübertragungen oder Immobilienkäufen betreut, sollte die Verschiebung zwischen Bund und Ländern kennen. Der kostenlose Report fasst den Monatsbericht in fünf Kennzahlen zusammen und liefert eine Checkliste zur Erbschaftsteuer-Optimierung. Kostenlosen Steuer-Report jetzt anfordern
Auch die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer waren rückläufig. Diese Entwicklung spiegelte sich konsequent im Solidaritätszuschlag wider, der ebenfalls Einbußen verbuchte.
Zusätzlich zu den ertragsabhängigen Steuern sanken die Einnahmen aus der Tabaksteuer und der Kfz-Steuer. Ein besonderer Fokus der Analyse lag auf der Energiesteuer.
Hier machten sich noch im August-Aufkommen die Auswirkungen der temporären Energiesteuersenkung auf Kraftstoffe bemerkbar, die ursprünglich für die Monate Mai und Juni vorgesehen war. Aufgrund der üblichen Zeitverzögerung bei der steuerlichen Abrechnung und Buchung wirkten diese Entlastungsmaßnahmen noch bis in den Spätsommer 2026 hinein nach.
Divergierende Entwicklung auf Länderebene
Während das Gesamtaufkommen stieg, standen die Haushalte der Bundesländer im August 2026 vor größeren Herausforderungen. Die reinen Ländersteuern sanken im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent. Dieser Rückgang wurde maßgeblich durch zwei zentrale Steuerarten getrieben, die eng mit Vermögensübertragungen und dem Immobilienmarkt verknüpft sind.
Die Grunderwerbsteuer ist im August 2026 um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen — ein Indikator für die anhaltende Zurückhaltung am Immobilienmarkt. Für Berater heißt das: Käufer und Verkäufer brauchen belastbare Antworten zur Steuerlast, bevor der Notartermin steht. Unser kostenloser Praxisleitfaden führt durch die Grunderwerbsteuer beim Immobilienkauf und zeigt, welche Punkte Sie vor Vertragsabschluss klären sollten. Praxisleitfaden Grunderwerbsteuer sichern
Besonders deutlich zeigte sich der Abwärtstrend bei der Erbschaftsteuer, deren Aufkommen um 7,9 Prozent zurückging. Auch die Grunderwerbsteuer, die als wichtiger Indikator für die Dynamik am Immobilienmarkt gilt, verzeichnete ein Minus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Diese Zahlen unterstreichen eine Abkühlung in Bereichen, die für die Finanzierung der Länderhaushalte von wesentlicher Bedeutung sind, während die bundesweiten Einnahmen primär durch lohn- und konsumbezogene Steuern getragen wurden.
