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Statische Elektrizität: BAuA warnt vor 0,5-Millijoule-Explosionsgefahr

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 10:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die BAuA analysiert Risiken statischer Elektrizität und zeigt Schutzmaßnahmen für Unternehmen auf, von Kleidung bis zur Gefährdungsbeurteilung.

BAuA-Dossier: Elektrostatik-Gefahren und Schutzmaßnahmen im Überblick
Ein Techniker in antistatischer Schutzkleidung arbeitet in einem industriellen Umfeld an elektrischen Anlagen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Schon kleine elektrostatische Entladungen können schmerzhaft sein – und in explosiven Umgebungen tödlich enden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat in einem aktuellen Dossier die Risiken durch statische Elektrizität detailliert aufgeschlüsselt. Ab 2 Kilovolt (kV) werden Entladungen für den Menschen spürbar, ab etwa 10 kV verursachen sie Schmerzen. Für ernsthafte Gesundheitsschäden sind Ladungen ab 50 Mikrocoulomb oder eine Energie von 350 Millijoule nötig.

Besonders kritisch: Bereits Entladungen ab 0,5 Millijoule können in explosionsfähigen Atmosphären ausreichen, um Brände oder Explosionen auszulösen. Als wirksame Gegenmaßnahmen empfehlen die Experten konsequente Erdung, höhere Luftfeuchtigkeit und leitfähige Kleidung.

Schutzkleidung: Zwei Welten treffen aufeinander

Beim Schutz vor elektrostatischen Gefahren müssen Unternehmen zwei Ziele unterscheiden: Personenschutz und Bauteilschutz. Energieversorger wie die Pfalzwerke Netz AG setzen für ihre rund 250 Techniker auf Multinorm-Kollektionen. Diese Kleidung ist nach verschiedenen Normen zertifiziert – unter anderem für den Schutz gegen Störlichtbögen (IEC 61482-2) und elektrostatische Eigenschaften (EN 1149-5).

Anders sieht es bei der spezialisierten ESD-Schutzkleidung (Electrostatic Discharge) aus. Sie wird nach Norm EN 61340-5-1 gefertigt und nutzt leitfähige Fasern, um Ladungen kontrolliert abzuleiten. Ihr Ziel: sensible elektronische Bauteile vor Beschädigung schützen. Ein expliziter Personenschutz ist hier nicht vorgesehen. Üblich ist ein Austausch der Kleidung spätestens alle sieben Jahre.

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85 Milliarden Euro Produktionsverluste durch Arbeitsunfälle

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Steuerungselement des Arbeitsschutzes. Die BAuA-Zahlen aus dem Jahr 2018 zeigen die Dimension: 949.309 Arbeitsunfälle und 541 Todesfälle wurden dokumentiert. Die Gesamtzahl der Arbeitsunfähigkeitstage lag bei 708,3 Millionen.

Volkswirtschaftlich schlagen diese Ausfälle massiv zu Buche. Die Produktionsverluste beliefen sich auf geschätzt 85 Milliarden Euro, der Ausfall an Bruttowertschöpfung auf 145 Milliarden Euro. Klar: Präventive Maßnahmen sind nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Wirtschaftlichkeit.

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Neue Technologien, neue Risiken

Die Elektromobilität stellt die Sicherheitsexperten vor zusätzliche Herausforderungen. Beim Laden von Elektro-Transportern und Lkw rückt das Fehlerstrommanagement in den Fokus. Gleichstrom-Fehlerströme (DC) können herkömmliche Schutzeinrichtungen (RCDs) beeinträchtigen. Ein Monitoring pro Ladepunkt wird daher für einen störungsfreien Betrieb empfohlen.

Noch komplexer wird es in der Robotik. Humanoide Roboter, wie sie etwa bei Schaeffler für einen Einsatz ab 2027 trainiert werden, fallen voraussichtlich ab dem 20. Januar 2027 unter die neue EU-Maschinenverordnung. Diese stuft solche Systeme als Hochrisiko-Technologie ein. Das Problem: Spezifische Sicherheitsnormen wie die ISO 25785-1 stehen noch aus. Die betriebliche Gefährdungsbeurteilung gewinnt damit weiter an Bedeutung – unterstützt durch digitale Zwillinge und simulierte Trainingsumgebungen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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