Standort Konstanz: IG Metall warnt vor Verlagerung und möglicher Schließung
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Arbeitnehmervertretungen des Hamburger Anlagenbauers Körber üben deutliche Kritik an der Unternehmensführung. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen geplante Verlagerungen von Fertigungskapazitäten an ausländische Standorte sowie ein drohender Verlust von Arbeitsplätzen an deutschen Produktionsstätten.
Die Betriebsräte warnen vor den weitreichenden Konsequenzen dieser Schritte für die betroffenen Belegschaften und die industrielle Basis des Konzerns in Deutschland.
Vorwurf eines Strategie-Vakuums in der Konzernführung
Die betrieblichen Interessenvertreter werfen dem Management des Konzerns nach Medienberichten vom 30. Oktober 2026 ein Strategie-Vakuum vor. Aus Sicht der Betriebsräte mangele es an einer zukunftsfähigen Perspektive, die bestehende Standorte im Inland sichert und weiterentwickelt, statt auf die Verlagerung von Wertschöpfungsketten ins Ausland zu setzen. Die aktuelle Ausrichtung gefährde das über Jahre aufgebaute Know-how und schwäche die Position der deutschen Werke im internationalen Wettbewerb.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die strategische Grundausrichtung der Geschäftsführung. Statt in technologische Weiterentwicklung und Prozessoptimierung an den etablierten Standorten zu investieren, dominiere ein Kurs der Kostenreduktion, der die Produktionsstandorte in Deutschland zunehmend aushöhle.
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Ungewissheit am Bodensee-Standort Konstanz
Besonders angespannt stellt sich die Situation in Konstanz dar. Körber führt an dem Standort im Süden Baden-Württembergs seit über vier Jahren das ehemalige Siemens-Geschäft für Brief- und Paketsortieranlagen.
Bei den Beschäftigten vor Ort sind die ursprünglichen Hoffnungen auf eine langfristige Stabilisierung unter dem neuen Eigentümer inzwischen zerstoben. Vor Ort werden Arbeitsplätze abgebaut, während Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden sollen.
Die örtliche Arbeitnehmervertretung und die Gewerkschaft IG Metall schlagen daher Alarm. Beide Seiten befürchten, dass die schrittweise Reduzierung der Aktivitäten und die Auslagerung von Fertigungsprozessen dazu führen könnten, dass der traditionsreiche Bodensee-Standort Konstanz bald vollständig geschlossen wird.
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Eine solche Entwicklung würde nicht nur den direkten Verlust von Industrie- und Entwicklungsarbeitsplätzen bedeuten, sondern auch die regionale Wertschöpfung spürbar beeinträchtigen.
Schleichender Niedergang eines traditionsreichen Technologiestandorts
Der Standort Konstanz galt über viele Jahre hinweg als führende Technologie- und Fertigungsadresse für Sortier- und Automatisierungstechnik im süddeutschen Raum. Aus Sicht von Beobachtern und Arbeitnehmervertretern markiert die gegenwärtige Entwicklung jedoch einen schleichenden Niedergang dieses einstigen industriellen Aushängeschilds.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die gewerkschaftlichen Vertreter steht fest, dass der Erhalt industrieller Kernkompetenzen eine Kurskorrektur des Managements erfordert. Sollten die Verlagerungspläne unverändert umgesetzt werden, drohe eine nachhaltige Schwächung der betroffenen Region sowie ein endgültiger Abschied von einem traditionsreichen Maschinenbaustandort.
Die Arbeitnehmervertreter fordern daher tragfähige Konzepte, die den Erhalt der Arbeitsplätze und eine klare industrielle Perspektive für die deutschen Standorte in den Mittelpunkt stellen.
