Stahlindustrie warnt: 20.000 Jobs gefährdet bei Klimaziel-Abschwächung
12.06.2026 - 08:57:16 | boerse-global.de
Sie kritisieren die Politik scharf.
„Chaos in der deutschen Industrie“
Stefan Rauber, Chef von Dillinger Hütte und Saarstahl, wirft der Bundesregierung und der EU vor, Zusagen nicht einzuhalten. Er spricht von einem „Chaos in der deutschen Industrie“, das durch den politischen Kurs entstehe. Rauber fordert verlässliche Rahmenbedingungen, um die Milliardeninvestitionen abzusichern.
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Allein im Saarland sind 4,6 Milliarden Euro für grüne Stahlprojekte vorgesehen. Davon kommen rund 2,6 Milliarden aus staatlichen Förderungen. Insgesamt hat die Politik der Branche rund 8 Milliarden Euro zugesagt.
Jobverlust bei Aufweichung der Klimaziele
Die IG Metall und die Arbeitskammer des Saarlandes warnen vor einer Abschwächung des EU-Emissionshandels (ETS). Jürgen Kerner, zweiter Vorsitzender der IG Metall, fordert, am Geschäftsmodell des grünen Stahls festzuhalten. Bei zurückgenommenen Klimavorgaben seien bis zu 20.000 Arbeitsplätze bei Vorreitern wie Salzgitter und Saarstahl gefährdet.
Jörg Caspar von der Arbeitskammer Saarland ergänzt: Eine Schwächung des ETS untergrabe die Planungssicherheit für CO?-arme Verfahren. Die Arbeitnehmervertreter fordern stabile politische Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Energiepreise und wirksame Ausgleichsmechanismen. Kerner kritisiert zudem, dass weiterhin rund drei Millionen Tonnen Stahl aus Russland importiert werden – eine zusätzliche Belastung für die heimische Transformation.
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Stahlproduktion auf Tiefstand
Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. 2025 fiel die deutsche Stahlproduktion auf 34,1 Millionen Tonnen – der niedrigste Stand seit 2009. Der Widerstand wächst: In Völklingen demonstrierten mehr als 10.000 Stahlarbeiter für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und die Fortführung der Transformation. In Berlin kamen rund 1.000 Menschen zu einer Kundgebung.
Auf EU-Ebene gibt es Bestrebungen, Preissprünge bei CO?-Zertifikaten zu begrenzen. Geplant ist, die Marktstabilitätsreserve länger beizubehalten und zusätzliche Zertifikate freizugeben, wenn der Preis pro Tonne CO? 45 Euro übersteigt. Ab 2028 sollen auch Brennstoffe wie Benzin und Erdgas in das System einbezogen werden. Branchenexperten befürchten jedoch, dass solche Eingriffe die Lenkungswirkung des Emissionshandels schwächen.
