IG Metall, Stahlindustrie

Stahlbranche: IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 17:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die zuständige Tarifkommission der IG Metall hat für die nordwestdeutsche Stahlindustrie eine Lohnforderung von fünf Prozent beschlossen. Im Mittelpunkt stehen die Belastungen der Beschäftigten und erste positive Signale bei den Auftragseingängen.

Tarifrunde für 60.000 Stahlbeschäftigte

  • Die zuständige Tarifkommission der IG Metall beschloss fünf Prozent mehr Geld für die nordwestdeutsche Stahlindustrie.
  • Der geltende Tarifvertrag läuft Ende 2026 aus und hatte zunächst drei Nullmonate vorgesehen.
  • Die Tarifregion umfasst Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hessen sowie Unternehmen wie Thyssenkrupp und Salzgitter.
Auch er soll mehr Geld bekommen: ein Stahlarbeiter an einem Hochofen von Thyssenkrupp Steel Europe. - Bild: Federico Gambarini/dpa

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn im Stahl

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für die Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie. Die zuständige Tarifkommission begründet die Forderung mit den Belastungen der vergangenen Jahre und ersten Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung.

Tarifvertrag läuft Ende 2026 aus

Der derzeitige, 15 Monate gültige Stahl-Tarifvertrag endet mit Ablauf dieses Jahres. Er enthielt drei Nullmonate und danach einen Lohnaufschlag von 1,75 Prozent.

Die Forderung entspricht der Position, mit der die Gewerkschaft auch in die getrennten Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie gegangen ist. Insgesamt geht es in der nordwestdeutschen Stahlindustrie um rund 60.000 Beschäftigte.

Hohe Energiepreise belasten Unternehmen

Die Stahlunternehmen kämpfen mit hohen Kosten, vor allem für Energie. Zugleich verschärft die Konkurrenz aus Asien den Druck auf die deutsche Branche.

Die Tarifregion umfasst Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hessen. Zu den bedeutenden Unternehmen zählen die Duisburger Stahlsparte von Thyssenkrupp und Salzgitter in Niedersachsen; für Stahlbetriebe im Saarland und in Ostdeutschland gelten andere Tarifverträge.

Gewerkschaft sieht Erholung bei Aufträgen

Die IG Metall erkennt die schwierige wirtschaftliche Lage der Branche an, verweist aber auf positive Entwicklungen bei den Auftragseingängen. Verhandlungsführer Knut Giesler erklärte, Beschäftigte hätten in den vergangenen Jahren erhebliche Belastungen getragen und müssten an einer wirtschaftlichen Erholung beteiligt werden.

Die Gewerkschaft bezeichnet ihre Forderung als maßvoll und erwartet ein Angebot, das der Leistung der Beschäftigten und den gestiegenen Belastungen Rechnung trägt.

Die Forderung der IG Metall fällt in eine Phase, in der die deutsche Stahlindustrie gleichzeitig unter Kostendruck und unter dem Zwang zur technologischen Erneuerung steht. Besonders Energiepreise, internationale Überkapazitäten und die schwache Nachfrage europäischer Abnehmer belasten die Unternehmen. Zugleich müssen Stahlhersteller Milliarden in emissionsärmere Produktionsverfahren investieren, etwa in wasserstoffbasierte Direktreduktion und neue Elektrostahlkapazitäten.

Tarifkonflikt mit besonderer Belastung

Für die Beschäftigten ist die Tarifrunde deshalb mehr als eine gewöhnliche Lohnverhandlung. Der vorherige Vertrag sah zunächst drei Nullmonate und anschließend 1,75 Prozent mehr Geld vor. Bei weiterhin hohen Ausgaben für Energie, Mobilität und Lebensmittel steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie stark die Einkommen real an Wert verloren haben und wie die wirtschaftliche Erholung verteilt werden soll.

Die nordwestdeutsche Stahlindustrie umfasst rund 60.000 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hessen. Betroffen sind unter anderem große Standorte in Duisburg und Salzgitter. Da für das Saarland und Ostdeutschland andere Tarifverträge gelten, ist die Forderung regional begrenzt und nicht unmittelbar auf alle deutschen Stahlbetriebe übertragbar.

Folgen für Standorte und Beschäftigte

Der Ausgang der Verhandlungen dürfte über die Einkommen hinaus Bedeutung für die industrielle Stabilität der Regionen haben. Ein höherer Tarifabschluss würde die Personalkosten der Unternehmen steigern, könnte aber zugleich die Kaufkraft der Beschäftigten stützen und ein Signal für die Bindung qualifizierter Fachkräfte setzen. Für die Unternehmen bleibt entscheidend, wie dauerhaft die positive Entwicklung der Auftragseingänge ist und ob sie die zusätzlichen Kosten neben Energie- und Transformationsaufwendungen tragen können.

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