Stadtwerke, ERP-Systemen

Stadtwerke SH: 19 Unternehmen wechseln von drei ERP-Systemen zu Wilken

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Versorgerverbund vereinheitlichte seine ERP-Systeme; Wilken reduziert zugleich Produktlinien und Branchenfokus.

Stadtwerke SH bündeln 19 Unternehmen auf Wilken-Softwareplattform
Ein minimalistischer, moderner Kontrollraum eines Versorgungsunternehmens mit klaren architektonischen Linien und Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Stadtwerke SH haben eine weitreichende Umstellung ihrer zentralen Unternehmenssoftware vorgenommen. Wie das Fachportal zfk.de am 12. Oktober berichtete, migrierte der kommunale Versorgerverbund aus Rendsburg, Eckernförde und Schleswig insgesamt 19 Unternehmen von zuvor drei unterschiedlichen ERP-Systemen auf eine einheitliche Softwarebasis des Anbieters Wilken.

Hoher Umstellungsaufwand vor künftiger Prozessoptimierung

Auf dem Wilken Utility Summit, der am 8. Oktober in Ulm stattfand, thematisierte die Unternehmensführung die operativen Herausforderungen des Großprojekts. Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke SH, bezeichnete die Migration im Rahmen der Veranstaltung als überaus schmerzhaft.

Der Wechsel von drei getrennten Altsystemen auf eine konsolidierte Plattform habe den beteiligten Einheiten erhebliche Anstrengungen abverlangt. Zugleich machte Reichelt deutlich, dass dieser Schritt unumgänglich gewesen sei: Eine effektive Prozessoptimierung sei in dem Verbund überhaupt erst realisierbar, sobald eine einheitliche Systembasis im Betrieb etabliert ist.

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Die Zusammenführung der 19 Gesellschaften spiegelt den Modernisierungsdruck wider, unter dem viele Energie- und Infrastrukturversorger stehen. Heterogene IT-Landschaften und historisch gewachsene Schnittstellen erschweren den administrativen Austausch und treiben die Betriebsaufwände. Die nun geschaffene gemeinsame Daten- und Prozessgrundlage soll die Basis für künftige Rationalisierungs- und Standardisierungsschritte bilden.

Softwarehersteller Wilken strafft Portfolio und fokussiert Plattform

Die Migration bei den Stadtwerken SH ist Teil einer breiteren Bewegung in der Versorgerbranche. So stellen parallel auch die Stadtwerke Schwäbisch Hall ihre Systeme auf die Lösung GY von Wilken um.

Der Ulmer Softwareanbieter selbst befindet sich in einer Phase der Portfoliobereinigung. Wilken hat seine Produktlinien von ehemals 18 auf nunmehr fünf reduziert. Zudem konzentriert sich das Unternehmen künftig auf zwei statt zuvor vier bis fünf Branchen und legt den operativen Schwerpunkt auf die Plattform GY, um Entwicklungsressourcen gezielter einzusetzen und die technologische Weiterentwicklung zu beschleunigen.

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Steigender wirtschaftlicher Druck auf Vertriebsaktivitäten

Die IT-Konsolidierungen fallen in eine Phase zunehmender Marktspannungen für kommunale Anbieter. Sven Garrels, Partner bei der Unternehmensberatung Kearney, legte auf dem Branchentreffen in Ulm dar, dass vor allem der Vertrieb kleinerer Versorger gegenwärtig unter spürbaren Druck gerate.

In diesem herausfordernden Wettbewerbsumfeld bleibe das Geschäft mit dem Netz- und dem Messstellenbetrieb für die Marktteilnehmer unverzichtbar, um die wirtschaftliche Stabilität langfristig abzusichern.

Der Umbau der Kernsysteme gewinnt vor diesem Hintergrund an strategischer Bedeutung, um Verwaltungskosten zu begrenzen und die regulatorischen Aufgaben im Netz- und Messwesen verlässlich abzuwickeln.

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