Spritpreise steigen wieder: Tankrabatt wirkt am zweiten Tag schwächer
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 10:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Einen Tag nach dem Start des Tankrabatts sind die Spritpreise in Deutschland wieder leicht gestiegen, liegen aber weiterhin unter dem Niveau vor der Energiesteuersenkung.
Benzin und Diesel verteuern sich
Nach Angaben des ADAC kostete Super E10 am Freitag um 8.00 Uhr bundesweit durchschnittlich 2,098 Euro je Liter. Das waren 3,6 Cent mehr als am Donnerstag zur gleichen Zeit.
Diesel verteuerte sich um 3,9 Cent auf 2,248 Euro je Liter. Gegenüber dem Morgen des 30. September war E10 damit noch 10,9 Cent günstiger, Diesel 11,3 Cent.
Entlastung fällt geringer aus
Am ersten Tag des Tankrabatts waren die Preise deutlich stärker gefallen. Der ADAC hatte am Donnerstagmorgen im Vergleich zum Vortag einen Rückgang von 14,5 Cent bei E10 und 15,2 Cent bei Diesel ermittelt.
Im Tagesdurchschnitt kostete E10 am Donnerstag 2,114 Euro je Liter, Diesel 2,262 Euro. Damit lagen die Preise rund 13 Cent unter dem Durchschnitt des Vortags.
ADAC sieht weiteren Spielraum
Der ADAC erklärte, die Energiesteuersenkung sei in den aktuellen Preisen noch nicht vollständig abgebildet. Es gebe deshalb weiterhin Spielräume für niedrigere Kraftstoffpreise.
Der Steuernachlass beträgt für Kraftstoffe, die seit dem 1. Oktober die Tanklager und Raffinerien verlassen, 16,7 Cent je Liter. Am Ölmarkt gab es zuletzt keinen neuen deutlichen Preisschub. Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kostete am Freitagvormittag rund 99,34 US-Dollar, nachdem der Preis am Donnerstag zeitweise auf 96,55 Dollar gefallen und anschließend wieder über 100 Dollar gestiegen war.
Entlastung bleibt hinter dem Steuervorteil zurück
Die am 1. Oktober gestartete Energiesteuersenkung soll Benzin und Diesel bis zum Jahresende verbilligen. Der rechnerische Vorteil beträgt einschließlich Mehrwertsteuer 16,7 Cent je Liter. Die aktuellen ADAC-Werte zeigen jedoch, dass dieser Betrag an der Zapfsäule bislang nicht vollständig sichtbar ist.
Für Autofahrer bedeutet der erneute Preisanstieg, dass der Zeitpunkt des Tankens weiterhin eine große Rolle spielt. Die seit längerem geltende sogenannte 12-Uhr-Regel erlaubt Tankstellen nur einmal täglich eine Preiserhöhung, während Preissenkungen jederzeit möglich sind. Dadurch können sich innerhalb eines Tages erhebliche Unterschiede ergeben.
Ölpreis und Weitergabe entscheidend
Die Wirkung des Tankrabatts hängt zudem vom Rohölpreis, Wechselkursen, Lagerbeständen und der Wettbewerbssituation zwischen Tankstellen ab. Ein Brent-Preis um 100 US-Dollar je Barrel begrenzt den Spielraum für sinkende Endverbraucherpreise, auch wenn die Steuerbelastung vorübergehend niedriger ist.
Die Maßnahme ist bis zum 31. Dezember befristet und kostet den Staat voraussichtlich mehrere Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Sie entlastet vor allem Menschen, die auf ein Auto angewiesen sind, wirkt aber nach dem Gießkannenprinzip und setzt keinen Anreiz zum geringeren Kraftstoffverbrauch. Für Verbraucher bleiben deshalb Preisvergleiche und eine flexible Wahl des Tankzeitpunkts besonders relevant.
