Spritpreise, Tankrabatt

Spritpreise: September wird teuerster Tankmonat

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der September wird nach ADAC-Daten zum teuersten Tankmonat seit Beginn der Aufzeichnungen. Ab Oktober soll ein staatlicher Tankrabatt Benzin und Diesel rechnerisch um knapp 17 Cent je Liter entlasten.

Der September ist der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher. (Archiv) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Der September ist der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher. (Archiv) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Der September wird nach Daten des ADAC zum mit Abstand teuersten Tankmonat bisher, selbst bei einer kostenlosen Abgabe von Benzin und Diesel am letzten Tag.

Rekordwerte deutlich übertroffen

Für Superbenzin der Sorte E10 ist zum Monatsende ein Durchschnittspreis von etwa 2,27 Euro je Liter zu erwarten. Diesel dürfte im Monatsmittel bei rund 2,38 bis 2,39 Euro liegen.

Damit überträfen die Preise die bisherigen Monatsrekorde deutlich: Bei E10 lag dieser bei 2,145 Euro aus dem August, bei Diesel bei 2,263 Euro aus dem April. Der neue Monatsdurchschnitt bliebe selbst dann über diesen Marken, wenn der Kraftstoff am letzten Septembertag verschenkt würde.

Iran-Krieg und Raffinerien als Preistreiber

Als wichtigsten Grund für die hohen Preise nennt der ADAC den Iran-Krieg. Dadurch seien die Ölexporte aus der Golf-Region massiv eingeschränkt. Zusätzlich verschärfe ein Mangel an Raffineriekapazitäten die Lage.

Tankrabatt startet im Oktober

Im Oktober könnten die Spritpreise wieder sinken. Ab Donnerstag um 0.00 Uhr gilt ein neuer Tankrabatt, durch den die Steuerlast auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent je Liter zurückgeht.

Warum die Preise im September so stark gestiegen sind

Der Rekordmonat fällt in eine Phase erheblicher Verwerfungen an den Energiemärkten. Der Krieg mit iranischer Beteiligung und die eingeschränkten Transporte durch die Straße von Hormus begrenzen das Angebot an Rohöl und Treibstoffen aus der Golf-Region. Die Meerenge ist für den weltweiten Energiehandel zentral; alternative Transportwege können die dort bewegten Mengen nur teilweise ersetzen.

Zusätzlich verschärfen knappe Raffineriekapazitäten den Druck auf Benzin und Diesel. Für den Preis an deutschen Tankstellen zählt deshalb nicht allein der Rohölkurs: Auch Raffineriemargen, Großhandelspreise, der Euro-Dollar-Wechselkurs und regionale Logistik beeinflussen die Entwicklung. Niedrigwasser oder begrenzte Lagerbestände können regionale Ausschläge verstärken.

Was der Tankrabatt ab Oktober bedeutet

Die ab Donnerstag geltende Steuersenkung soll die Energiesteuer bis Jahresende um 14,04 Cent je Liter reduzieren. Einschließlich der dadurch niedrigeren Mehrwertsteuer ergibt sich rechnerisch ein Entlastungseffekt von rund 16,7 Cent. Der Rabatt gilt jedoch für Kraftstoff, der nach Mitternacht ausgeliefert wird, und muss nicht überall sofort vollständig an der Zapfsäule ankommen.

Für Autofahrer bedeutet das: Ein Preisrückgang ist wahrscheinlich, aber nicht automatisch im vollen Umfang und nicht zwingend dauerhaft. Hohe Nachfrage zum Start, unterschiedliche Lagerbestände und weiter schwankende Ölpreise können die Weitergabe verzögern oder regional verändern. Ein Vergleich der Tankstellen bleibt daher besonders wichtig.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WEB.DE: „Was man zum Start des neuen Tankrabatts wissen muss“ (29.09.2026)

Der Beitrag bestätige den bevorstehenden Tankrabatt und erkläre, dass der rechnerische Nachlass einschließlich Mehrwertsteuer 16,7 Cent je Liter betrage. Er hebe zugleich hervor, der Rabatt gelte für nach Mitternacht ausgelieferten Kraftstoff, weshalb die Preise nicht an jeder Tankstelle sofort und vollständig sinken müssten; außerdem könnten sie nach dem Start wieder anziehen.

Frankfurter Rundschau: „Iran bietet USA überraschenden Öl-Deal: Fällt jetzt der Benzinpreis in Deutschland?“ (28.09.2026)

Der Artikel ordne die hohen Kraftstoffpreise in die eingeschränkten Öltransporte durch die Straße von Hormus und die politischen Gespräche zwischen Iran und den USA ein. Anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt auf mögliche diplomatische Veränderungen und deren Wirkung auf den Ölpreis; offen bleibe, ob eine Entspannung tatsächlich zu einer schnellen Entlastung an deutschen Tankstellen führe.

Beide Beiträge bestätigten den Zusammenhang zwischen der angespannten Lage im Persischen Golf und den hohen Energiepreisen. Während WEB.DE die praktische Wirkung und Grenzen des Tankrabatts erläutere, konzentriere sich die Frankfurter Rundschau stärker auf geopolitische Risiken und mögliche Verhandlungen.

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