Spritpreise: Nach Tankrabatt-Ende nähern sich Benzin und Diesel Rekorden
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 13:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Spritpreise klettern: Nach dem Auslaufen staatlicher Entlastungen nähern sich Benzin und Diesel neuen Rekordwerten. Die politische Debatte um weitere Hilfen wird schärfer.
Marktdruck durch Krise und Engpässe
Am 24. Juli erreichten die Preise ein Niveau knapp unter den bisherigen Höchstständen. Für Super E10 zahlten Autofahrer im Bundesdurchschnitt 2,168 Euro pro Liter – ein Plus von 1,3 Cent zum Vortag. Diesel legte um 2 Cent auf 2,199 Euro zu. Damit fehlen zum Allzeithoch vom März 2022 nur noch 3,5 Cent. In Dresden lagen die Preise regional bereits zwischen 2,34 und 2,49 Euro für E10, Diesel kostete bis zu 2,47 Euro.
Der Grund: Eine explosive Mischung aus globalen Krisen und regionalen Problemen. Der Rohölpreis (Sorte Brent) liegt bei über 100 Dollar pro Barrel. Der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus treiben die Kosten. Zerstörte Raffinerien im Nahen Osten und in Russland belasten vor allem die Dieselversorgung. Hinzu kommt die hohe Nachfrage in der Urlaubszeit.
Streit um neue Entlastungen
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Der staatliche Tankrabatt lief Ende Juni aus. Eine Neuauflage lehnt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ab. Die Kosten von 1,6 Milliarden Euro für zwei Monate seien zu hoch. Stattdessen verweist sie auf die 12-Uhr-Regel und kartellrechtliche Kontrollen.
Die Opposition sieht das anders. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter fordert einen Steuerdeckel. Linken-Politiker Dietmar Bartsch kritisiert die Bundesregierung scharf. Laut ADAC entfallen derzeit 45 bis 55 Prozent des Spritpreises auf Steuern und Abgaben.
Verhalten der Autofahrer ändert sich kaum
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Überraschend: Die hohen Preise beeinflussen das Fahrverhalten kaum. Laut MDR-Analyse blieben die Geschwindigkeiten auf Autobahnen stabil – auch während des Tankrabatts. Allerdings steigen die Fahrgastzahlen in Regionalbahnen: Im April 2022 waren es zehn Prozent mehr.
Forscher wie Mark Andor vom RWI schlagen gezielte Hilfen für Geringverdiener vor. Diskutiert werden ein Tempolimit von 130 km/h und günstigere ÖPNV-Tickets außerhalb der Stoßzeiten. Der ADAC rät Autofahrern, kurz vor Mittag zu tanken – dann sind die Preise oft am niedrigsten. Das Bundeskartellamt beobachtet die Mineralölkonzerne weiter genau.
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