Spritpreise, ADAC

Spritpreise in Deutschland: Super E10 klettert auf 2,300 Euro

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 12:14 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Super E10 erreicht mit 2,300 Euro je Liter einen neuen Rekordwert, auch Diesel legt deutlich zu. Der ADAC sieht Ölpreis und Wechselkurs als unzureichende Erklärung und fordert mehr Transparenz bei der Preisbildung.

Spritpreise erreichen erneut neue Höchststände
Zapfsäule (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Spritpreise an deutschen Tankstellen sind erneut deutlich gestiegen. Super E10 und Diesel kosten im bundesweiten Durchschnitt so viel wie nie zuvor oder fast so viel wie zu früheren Höchstständen.

Super E10 erreicht neues Allzeithoch

Laut der aktuellen wöchentlichen Auswertung des ADAC kostet Super E10 im Bundesdurchschnitt 4,1 Cent mehr als in der Vorwoche und liegt nun bei 2,300 Euro pro Liter. Damit erreicht der Benzin-Kraftstoff erneut ein neues Allzeithoch. Besonders auffällig ist, dass der Preis für Super E10 vier Tage in Folge neue Höchststände markiert hat.

Der Automobilclub weist darauf hin, dass diese Entwicklung erfolgt, obwohl der Rohölpreis derzeit unter früheren Spitzenwerten liegt. Dies verstärkt die Diskussion über weitere Einflussfaktoren auf die Preisbildung an den Tankstellen.

Diesel nahe am Rekordwert von April 2026

Auch Diesel hat sich deutlich verteuert: Der Durchschnittspreis stieg binnen einer Woche um 10,1 Cent auf 2,422 Euro pro Liter. Damit liegt Diesel knapp unter seinem bisherigen Höchststand aus dem April 2026. Die Verteuerung trifft vor allem Vielfahrer, Spediteure und andere gewerbliche Nutzer, für die Diesel weiterhin der wichtigste Kraftstoff ist.

Der ADAC sieht die Preisbewegung bei Diesel ebenfalls kritisch, betont aber, dass der aktuelle Wert noch leicht unter dem letzten Rekordniveau bleibt. Gleichwohl verstärkt die Entwicklung den Kostendruck im Transportsektor und damit indirekt auch für Verbraucher.

Ölpreis und Wechselkurs erklären nur einen Teil

Der ADAC erklärt, dass die steigenden Preise mit dem höheren Ölpreis zusammenhängen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell knapp 110 US-Dollar. Hinzu kommt der Einfluss des Euro-Dollar-Wechselkurses auf die Importkosten für Rohöl und Kraftstoffe.

Nach Einschätzung des Clubs rechtfertigen diese Faktoren das aktuelle Preisniveau an den Zapfsäulen jedoch nur teilweise. Die Diskrepanz zwischen Rohölnotierungen und Endkundenpreisen an den Tankstellen sehen die Experten des Vereins als Hinweis auf zusätzliche Ursachen.

Forderung nach mehr Transparenz in der Wertschöpfungskette

Der Automobilclub sieht weiteren Erklärungsbedarf insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene. Er fordert, die Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärker offenzulegen. Gemeint sind unter anderem die Margen der Raffinerien, die Konditionen im Großhandel und mögliche Aufschläge in der Distribution.

Mehr Transparenz soll dazu beitragen, auffällige Entwicklungen schneller zu erkennen und zu prüfen, ob marktgerechte Mechanismen greifen. Für Verbraucher könnte dies mittelfristig dazu führen, dass Preissteigerungen besser nachvollziehbar werden und kartellrechtliche Eingriffe, wo notwendig, zielgenauer erfolgen.

Die erneute Verteuerung von Super E10 und Diesel fällt in eine Phase, in der viele Haushalte ohnehin stark belastet sind. Kraftstoffpreise wirken direkt auf die Kosten des täglichen Lebens, weil sie sowohl Pendler als auch den gewerblichen Verkehr betreffen. Steigende Dieselpreise schlagen zusätzlich auf die Transport- und Logistikkosten durch, was mittelbar die Verbraucherpreise für Waren erhöhen kann.

Hintergründe der Preisentwicklung

Der ADAC verweist auf den deutlich gestiegenen Ölpreis der Sorte Brent, der aktuell bei knapp 110 US-Dollar je Barrel liegt. Ölpreis und Wechselkurs erklären einen Teil des Anstiegs an den Zapfsäulen, reichen nach Einschätzung des Automobilclubs aber nicht aus, um das derzeitige Rekordniveau bei Super E10 und das fast erreichte Diesel-Hoch vollständig zu begründen. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie Raffinerien und Großhandel ihre Margen entlang der Kette gestalten.

Bemerkenswert ist, dass Super E10 vier Tage nacheinander neue Höchststände erreicht, obwohl der Rohölpreis unter früheren Spitzenwerten liegt. Das deutet darauf hin, dass zusätzliche Faktoren wie Raffineriekapazitäten, saisonale Nachfrage, Lagerbestände oder Wettbewerbssituation eine Rolle spielen. Für Verbraucher entsteht der Eindruck, dass Preisbewegungen an der Zapfsäule schneller nach oben als nach unten erfolgen.

Bedeutung für Politik und Verbraucher

Die Forderung des ADAC nach mehr Transparenz in der gesamten Wertschöpfungskette zielt auf eine klarere Offenlegung von Kostenstrukturen. Politisch dürfte die Debatte um mögliche Übergewinne, kartellrechtliche Kontrolle und die Wirkung bestehender Markttransparenzinstrumente neu an Fahrt gewinnen. Für Autofahrer bleibt kurzfristig vor allem die Möglichkeit, Preise lokal zu vergleichen, Fahrten zu bündeln und – wo praktikabel – auf Alternativen wie öffentlichen Verkehr oder Carsharing auszuweichen.

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